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Der verlorene Ursprung

Asensi, Matilde

Rezension von Anna Veronica Wutschel

Die spanische Autorin Matilde Asensi ist nach Erscheinen der beiden Thriller Iacobus und Wächter des Kreuzes, die beide international zu Bestsellern avancierten, auch im deutschsprachigen Raum keine Unbekannte. Ihrer Vorliebe für historisch faszinierende Themen und für Verschwörungen frönt sie auch in ihrem neuen Roman Der verlorene Ursprung ebenso wie ihrem opulent ausschweifenden Erzählstil. Schade, denn würde sich der Roman nicht in zu vielen undurchsichtigen historischen Details verlieren und die Charakterisierung seines insgesamt nicht klischeefreien Personals nicht über Gebühr ausreizen, wäre Der verlorene Ursprung ein ungemein spannender, äußerst lehrreicher Actionthriller.

Trotz vieler Längen und einer recht simpel angelegten und naiv anmutenden Entwicklung des Misanthropen Arnau zum Gutmensch ist Der verlorene Ursprung ein beeindruckend recherchierter, spannender Roman über die Inka-Zeit. Die Grundkonstellation erinnert übrigens an Hergés Tim und Struppi im Sonnentempel. Dazu mixt Asensi viel beeindruckende Hintergrundinformation und Action à la Indiana Jones, was ihren Roman zu einer abwechslungsreichen Lektüre macht, die allerdings nicht immer ganz stilsicher erscheint.

Es ist ein verstörender Schock, als in Barcelona der bis eben noch völlig gesunde und muntere Anthropologe Daniel Cornwall verkündet, er sei gerade gestorben und müsse umgehend begraben werden. Zwar diagnostizieren die ratlosen Ärzte mehrere Symptome unterschiedlicher Erkrankungen, die Daniels Zustand erklären könnten, doch lassen sich keine typischen organischen Befunde feststellen. Als Daniel auch nach Wochen nicht auf die Behandlung anspricht, ist für seinen Bruder Arnau, genannt Root, klar, dass er alles Menschenmögliche unternehmen muss, um seinen Bruder ins Leben zurückzuholen.

Arnau ist mehr als verblüfft, als er feststellt, dass Daniel zuletzt an einer Übersetzung einer alten Sprache aus der Zeit der Inka arbeitete, deren Wortlaut exakt seinen gegenwärtigen Zustand beschreibt : ‘Du bist tot… Du wirst den Totengräber rufen, noch heute Nacht. Die anderen sterben alle überall für dich. Ach, diese Welt wird nicht mehr sichtbar sein für dich!’

Ist es möglich, dass Daniels Erkrankung sich durch einen uralten Fluch erklären ließe? War er einem mystischen Geheimnis der Inka auf der Spur? Der steinreiche Inhaber einer Firma für Sicherheitssoftware und passionierte Hacker Root zumindest ist davon überzeugt. Flugs durchforstet er mit seinen Angestellten und einzigen Freunden Jabba und Proxy die gesamte Forschung zum Reich der Inka. Dabei stößt das Trio auf eine rätselhafte Ursprache eines verschollenen Volkes. Mythen behaupten, dass die Sprache der Yatiri eine unvorstellbare Macht ausübte.

Man beschließt eine Expedition in das untergegangene Reich der Inka und bricht zu den Ausgrabungsstätten von Tiahuanaco in Bolivien auf. Dort treffen die drei Hobby-Archäologen zunächst auf Marta Torrent. Die ehrgeizige Akademikerin hatte Daniel mit seiner letzten Arbeit betraut und ihn später des Diebstahls bezichtigt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Kann Root ein Gegenmittel finden, um Daniel zu heilen? Welches Geheimnis verbirgt sich in Lakaqullu, der Pyramide des Reisenden? Welche Spuren haben die ausgestorbenen Yatiri-Indianer gelegt? Und welche Ziele verfolgt Marta Torrent, die neuerdings ebenfalls größtes Interesse an Lakaqullu bekundet?

Ziemlich spektakulär ist die Handlung in der Tat, weist allerdings - wie erwähnt - einige Längen auf. Interessant sind die von Asensi hervorragend recherchierten und insgesamt unterhaltend aufbereiteten Fakten zur neueren Erforschung des Inka-Reichs. Spannend und reizvoll ist die sich anschließende Reise nach Bolivien, die Erforschung der Ruinen und besonders die Expedition, die die Abenteurer letztlich tief in ein unerforschtes Amazonasgebiet führen wird.

Doch was an Asensis Der verlorene Ursprung so fasziniert, ist zugleich wohl auch der Schwachpunkt des Romans - die Prämisse, also die grundlegende Idee. Detailversessen sucht und findet Asensi Bezüge und Entsprechungen zwischen der sagenumwobenen Kultur der Inka und den neuesten Technologien des Computer-Zeitalters. Fast gelingt es der Autorin, Überreste einer uralten Hochkultur so lebendig werden zu lassen, dass man tatsächlich in Betracht zieht, diese Völker hätten weitaus mehr zu vollbringen gewusst, als alle Programme künstlicher Intelligenz jemals in der Lage sein werden zu leisten. Doch leider wird diese Thematik ebenso überstrapaziert wie die unvermeidbare Wandlung des Stadtmenschen Root in den an allem Fremden und Ursprünglichen interessierten Naturmensch Arnau.

Es scheint, als vertraue Asensi zu wenig ihren eigenen Fähigkeiten oder denen ihrer Leser. Zu wenig raffiniert, zu bemüht ist der Text, den Leser von Magie und Metaphysik, von sich entsprechenden Welten und einem unvorstellbaren Wissen uralter Zeiten zu überzeugen. Nichtsdestotrotz ist Der verlorene Ursprung insgesamt ein spannender und intelligenter Roman, zu dessen Lektüre man vor allem den Inka-Begeisterten raten kann.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Spanien, Bolivien

Zeit:

Gegenwart

Autor:

Asensi, Matilde

Verlag:

List, München

Erschienen:

Feb. 2006

Kritiker:

Anna Veronica Wutschel

ISBN:

3-471-77044-5

ISBN(13):

978-3-4717-704-3

EAN:

9783471770443

Typ:

Hardcover

 

Matilde Asensi

 

Matilde Asensi wurde 1962 in Alicante geboren. Nach dem Journalismusstudium in Barcelona arbeitete sie für Rundfunk und Printmedien. Bereits ihr Debut El salón de ámbar wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Der Durchbruch gelang ihr mit den Romanen Iacobus und Wächter des Kreuzes, die international zu Bestsellern wurden. [mehr]

 

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