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Für alle Fälle Fitz - Erste Staffel (3 DVDs)

Winterbottom, Michael (Regie); Wilson, Andy; Jones, Simon Cellan; Coltrane, Robbie

Rezension von Thomas Wagner
Aus der Reihe "Für alle Fälle Fitz"

Dr. Edward Fitzgerald (Robbie Coltrane), genannt Fitz, Kriminalpsychologe und Universitätsdozent, wird von der Kriminalpolizei in Manchester immer wieder gern als Profiler zu Rate gezogen, wenn es um ungewöhnliche Verbrechen geht, bei denen die konventionellen Ermittlungsmethoden von Chief Inspector Bilborough (Christopher Eccleston) einfach nicht fruchten wollen. Dabei ist Fitz jedoch alles andere als ein strahlender Saubermann mit Positive Thinking-Attitüde und befindet sich erfrischend weit jenseits jener Stromlinienförmigkeit, die uns von den modernen Massenmedien als „sympathisch“ verkauft wird: Der Mann ist übergewichtig, raucht wie ein Schlot, greift gern zum Alkohol (und das nicht selten), ist spielsüchtig und verwettet im wahrsten Sinn des Wortes Haus und Hof. Auch in der Ehe kriselt es gewaltig, was angesichts der eben aufgezählten Problemchen aber auch nicht mehr wundern dürfte. Und während Fitz nun einerseits verzweifelt seine entnervte Gattin Judith (Barbara Flynn) zurückzugewinnen will, andererseits auch einem Flirt mit Detective Sergeant Jane Penhaligon (Geraldine Somerville) nicht abgeneigt ist, zugleich mehr schlecht als recht versucht, den Klauen des Spielteufels zu entgleiten und tagtäglich lustloser seinem Dozentenjob nachgeht, schafft er es dank seiner brillanten analytischen Fähigkeiten immer wieder, die Polizei auf die richtige Fährte zu führen.

Die erste Staffel von „Für alle Fälle Fitz“ umfaßt die folgenden drei Fälle:

1. „Mord ohne Erinnerungen“ („The Mad Woman in the Attic“), Regie: Michael Winterbottom, ca. 99 Minuten
Auf der Fahrt nach Manchester wird die junge Studentin Jacqui Appleton im Zug bestialisch ermordet. Neben den Gleisen wird ein bewußtloser, blutverschmierter Mann aufgefunden, der der Polizei schnell als Hauptverdächtiger gilt. Doch der Fremde behauptet beharrlich, sein Gedächtnis verloren zu haben. Schließlich bietet Fitz – der an der Uni der Psychologiedozent des Opfers war – der Polizei seine Hilfe an und nimmt den Verdächtigen in ein Kreuzverhör...

2. „Mörderische Liebe“ („To Say I Love You“), Regie: Andy Wilson, ca. 153 Minuten
In einer Karaoke-Bar trifft die exzentrische Tina Brien auf den schüchternen Sean, einen Stotterer, der seinen Sprachfehler nur in höchster Erregung oder beim Singen unter Kontrolle bringen kann. Die beiden verlieben sich ineinander, werden zu einem unzertrennlichen Paar und als Tina von einem Kredithai bedroht wird, lockt sie ihn in einen Hinterhalt und läßt ihn von Sean töten. Wieder einmal wird Fitz zu Rate gezogen, der noch am Tatort das Psychogramm eines Killerpärchens erstellt, dem das Töten nicht nur Mittel zum Zweck, sondern auch Lustgewinn ist...

3. „Tod eines Knaben „ („One Day a Lemming Will Fly“), Regie: Simon Cellan Jones, ca. 98 Minuten
Der 14jährige Tim wird erhängt im Wald aufgefunden. Bei den Untersuchungen stellt sich heraus, daß der Junge keinen Selbstmord verübet hat, sondern erst ermordet und dann aufgehangen wurde. Bei seinen Nachforschungen erfährt Fitz, daß Tim wegen seiner angeblichen Homosexualität in der Schule gehänselt wurde. Als Tims Englischlehrer Nigel Cassidy einen Selbstmordversuch unternimmt, der im letzten Moment verhindert werden kann, scheint der Fall klar zu sein: Der scheinbar homosexuelle Lehrer ist für den Tod seines Schülers verantwortlich. Auch Fitz ist von dieser Theorie überzeugt und während er Cassidy zu einem Geständnis überreden will, versammelt sich vor dem Polizeirevier ein aufgebrachter Mob...

Die Fernsehserie „Für alle Fälle Fitz“ (im Original „Cracker“ betitelt) wurde von 1993-96 von dem britischen Sender Granada Television produziert, der u. a. auch für die großartige „Sherlock Holmes“-Serie mit Jeremy Brett verantwortlich zeichnete. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte 1996 in insgesamt 19 Episoden im ZDF. Edward „Fitz“ Fitzgerald – wunderbar einfühlsam und mitreißend von Robbie Coltrane dargestellt - ist mit Sicherheit eine der schillerndsten und faszinierendsten Figuren der Fernsehseriengeschichte und stellt so ziemlich alle ungeschriebenen Regeln auf den Kopf, die normalerweise für Serienhelden gültig sind. Er ist im herkömmlichen Sinne alles andere als attraktiv, ignoriert konsequent den Zeitgeist und die Dogmen von Political Correctness und Fitness-Wahn, ist völlig obsessiv und lebt, liebt und leidet in vollen Zügen (nicht zuletzt auch an sich selbst), glänzt dabei jedoch mit einem bewundernswerten Intellekt, einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen und einer feinfühligen Sensibilität, die man ihm vordergründig kaum zutrauen mag. Der Antiheld Fitz ist alles andere als perfekt und vielleicht sind es auch gerade seine diversen Makel, seine eigenen versteckten Teufel, die es ihm ermöglichen, sich in die Psyche eines Täters hineinzuversetzen, treffende Profile zu erstellen oder in intensiven Gesprächen mit Verdächtigen zur Wahrheit vorzudringen. Es ist nicht so sehr das klassische Krimirätsel um den Täter, sondern vielmehr die Frage warum ein Verbrechen verübt wurde; jeder neue Fall gestaltet sich als komplexes psychologisches Puzzle, das den Zuschauer bis zur Auflösung fesselt. Die von Jimmy McGovern verfaßten Drehbücher sind vielschichtig und tiefsinnig, zeichnen sich dabei aber auch durch ein sehr unterhaltsames Erzähltempo und viel Humor aus. Ihre filmische Umsetzung erfolgte kongenial durch eine Reihe junger talentierter Regisseure unter denen sich u. a. auch Michael Winterbottom („24 Hour Party People“, „Code 46“) findet. „Für alle Fälle Fitz“ gehört zu den wenigen Beispielen moderner Fernsehunterhaltung, bei denen sich Kritiker und Zuschauer in ihrem Lob einig sind und Qualität auch durch angemessenen Erfolg gewürdigt wird: In Großbritannien erzielte die Serie Marktanteile bis zu 58% und im Schnitt 13 Mio. Zuschauer pro Folge. Auch international konnten große Erfolge verbucht werden, so wurde „Fitz“ bislang in 33 Länder verkauft und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Von 1997-98 wurde in den USA sogar eine spezifisch amerikanische Variante der Serie produziert, in der Robert Pastorelli den Part des Dr. Fitzgerald übernahm; mit dem Original konnte sich dieses Remake jedoch nicht einmal ansatzweise messen.

Zur DVD-Umsetzung:

Koch Media präsentiert die erste Staffel der Serie auf drei DVDs verteilt in einem hübsch gestalteten Digipack. Dabei wurden die drei Fälle nicht etwa (wie bei den TV-Ausstrahlungen) in mehrere Folgen zerpflückt, sondern als einheitliche Spielfilme belassen. Die Bildqualität (4:3) ist sehr ordentlich ausgefallen und bietet keinerlei Unschärfen oder Störungen. Gleiches gilt auch für den Ton (Deutsch und Englisch DD 2.0), wobei die englische Tonspur noch etwas besser ausfällt. Leider gibt es keinerlei Extras, nicht einmal ein Booklet – und das ist wirklich der einzige Kritikpunkt an dieser ansonsten rundum gelungenen Veröffentlichung.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Vertretbar)

Ton:

(Gut)

Bild:

(Gut)

Menüs:

(Gut)

Ausstattung:

(Mies)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Großbritannien

Zeit:

1993

Serie:

Für alle Fälle Fitz

Autor:

Winterbottom, Michael

Verlag:

Koch Media

Erschienen:

Mar. 2006

Kritiker:

Thomas Wagner

Typ:

DVD

 

Michael Winterbottom

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