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Hoch in den Wolken

McCartney, Paul; Dunbar, Geoff; Ardagh, Philip

Rezension von Frank Wenzel

Paul McCartney (Ex-Beatle) und Philip Ardagh (Autor der Eddie-Dickens-Trilogie) haben geschrieben, Geoff Dunbar (ein Trickfilm-Spezialist) hat gemalt, und Harry Rowohlt (der, um ein wenig zu schmeicheln, fast so bekannt für seine Arbeiten ist wie Mr. McCartney) hat übersetzt: da haben sich ein paar höchst respektable Herrschaften eingefunden, um ein Kinderbuch auf die Beine zu stellen. „Hoch in den Wolken“ lautet der Titel, und doch fällt alles sehr irdisch und traurig und gar nicht abgehoben an.

Eichstrich-das-Eichhorn verlebt gemeinsam mit der Mutter und seinen Freunden eine glückliche Kindheit, bis eines unschönen Tages die Bulldozer und Bagger über ihre Heimat herfallen. Aber mit der Zerstörung ihrer Heimat ist es nicht getan, den fürchterlichen Maschinen fällt Eichstrichs Mutter zum Opfer. Sie kann ihrem allein gelassenen Sohn nur noch den Rat geben, Animalia zu entdecken. Dort lebten alle Tiere in Frieden miteinander, und dorthin solle er aufbrechen.

Froscho – der eigentlich „Froschi“ heißt, wie er später erzählt – bringt Eichstrich mit seinem Ballon vom Ort des Grauens fort. Doch als erstes kreuzen sie in Megatropolis auf, einer geschäftigen, um nicht zu sagen ummenschlichen Stadt, in der sie bald auf Ratzo, die junge, ein wenig verschmitzte Ratte treffen. Und in Megatropolis machen sie auch die unangenehme Bekanntschaft mit der bösen Gretsch, die alle Farbriken und noch viel mehr im Besitz hat und die Lebewesen in Reiche und Arme, Freie und Sklaven einteilt. Ihr nicht weniger finsterer Kompagnon Kwisling unterstützt sie.

Nachdem Eichstrich sich mit dem netten Eichhörnmädchen Wilhelmina angefreundet hat, gelingt ihnen auch endlich die Weiterfahrt. Sie überwinden wirklich den Weg bis zur Insel Animalia. Dort bewahrheiten sich die Vorhersagen der Mutter, denn die Tiere leben in friedlicher Eintracht zusammen, und Häuptling Bison stellt sich als hilfsbereites Oberhaupt des kleinen Inselreichs heraus.

Wenn Eichstrich und seine Freunde bis hierher auch bereits mehr Abenteuer erlebt haben, als ein Mensch in seinem ganzen langen Leben, so beginnt doch jetzt erst die richtige Herausforderung für das kleine Eichhörnchen. Aber er kann darauf vertrauen, dass er sich nicht mutterseelenallein den Gefahren stellen muss ...

Wunderbar! Es stimmt einen Erwachsenen doch richtig froh, wenn er lesen kann, mit welch einfachen Worten eine ans Herz rührende und gleichzeitig spannende Geschichte geschrieben werden kann, in der sogar noch eine Botschaft mit eingepackt ist: Du bist nicht allein, wenn du auf Freunde zählen kannst. Nach dem Tod der Mutter müsste Eichstrich ja eigentlich verzweifeln, doch mit Froscho kümmert sich gleich der erste Freund um ihn, und nach und nach gewinnt er neue hinzu. Er darf wieder hoffen, dass sich sein aus der Bahn geworfenes Leben wieder zum Besseren fügt und das die Welt auch für ihn wieder heller strahlt. Seine Mutter wird er nicht mehr zurückbekommen (und das wissen auch die anderen Tiere und suchen ihn damit zu trösten, dass sie ein Boot nach seiner verstorbenen Mutter „Zuckerschwanz“ benennen), aber er findet schnell den Halt, den ein kleines Wesen braucht, um über den Schmerz leichter hinwegzufinden.

Und über den Trost hinaus stehen die Freunde auch sonst zusammen, und gemeinsam packen sie etwas an, bei dem jeder einzelne von ihnen allein auf sich gestellt gescheitert wäre: sie stürzen die böse Stadtherrscherin und befreien die unterdrückten Tiere: Solidarität macht mutig und stark, und gemeinsam lässt sich sogar gegen ein Übel angehen.

Doch die Geschichte geht noch einen Schritt weiter, weil sie nicht die Guten überglücklich triumphieren lässt: dem verräterischen kleinem Ratzo wird verziehen, sein fragwürdiges Verhalten wird nicht angeprangert, sondern er wird wieder aufgenommen in den Kreis. Und selbst Gretsch und Kwisling dürfen bei der Abschlussparty teilnehmen – wenn sie auch zur (gerechten) Strafe für das Wohl der Feiernden zu sorgen haben.

Für Mädchen und Jungen ab 7 Jahren ist das Buch wie gemalt ... Ach ja, gemalt: Geoff Dunbars farbige Illustrationen sind eine echte Augenweide, das schaut nicht nur „kindgerecht“ aus, sondern strahlt auch mit tollen Farben; manche Bilder nehmen nur einen schmalen Teil der Seite ein, andere umrahmen den Text, und wieder andere sind der Geschichte unterlegt. Und lustig sind die Gestalten auch noch aus – einfach klasse!

„Hoch in den Wolken“ ist eine wundervolle Erzählung, eine Geschichte mit liebevoll gezeichneten Charakteren, die gleich jeden Leser für sich einnehmen. Die Autoren McCartney und Ardagh, der Illustrator Dunbar und Übersetzer Harry Rowohlt sind für ihre fabelhafte Arbeit zu beglückwünschen – so machen Kinderbücher auch Erwachsenen Spaß!

Und Kindern sowieso ...


- Frank Wenzel -

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

McCartney, Paul

Verlag:

cbj, München

Erschienen:

Okt. 2005

Kritiker:

Frank Wenzel

ISBN:

3-570-13034-7

ISBN(13):

978-3-5701-303-6

EAN:

9783570130346

Typ:

Hardcover

 

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