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Im Namen des Herrn

Wiesler, André

Rezension von David Grashoff
Aus der Reihe "Shadowrun"

André Wieslers zweiter Shadowrun Roman - nach Shelley - trägt den Titel Im Namen des Herrn und wurde von Fanpro auf den Markt gebracht. Das 416-seitige Taschenbuch spielt in der Allianz Deutscher Länder, um genauer zu sein im Rhein-Ruhr-Megaplex.

Die Hauptfiguren des Romans könnten gar nicht verschiedener sein: auf der einen Seite der gläubige Christ Mark, der sich als Novize auf den Weg in ein klerikales Leben befindet, auf der anderen Seite die Shadowrunnerin Quiz, die zwar eine christliche Erziehung von ihrer Großmutter genossen hat, aber diese Seite ihrer Vergangenheit hasst und nun ein Leben als Kriminelle führt. Doch wie das Schicksal nun mal so ist, kreuzen sich die Wege dieser beiden Protagonisten. Als Quiz am Sterbebett ihrer verhassten Großmutter sitzt, begegnet sie Mark,
der dem Priester bei der letzten Ölung assistiert. Mark ist von dieser jungen Frau fasziniert, doch sein religiöser Hintergrund verbietet ihm solche Gedanken, und er verdrängt seine Gefühle. Doch er trifft sie wieder, bei einer Tagung der christlichen Kirche, wo Quiz als Nonne verkleidet, mit ihrem Team (Ferrum, ein weiblicher Troll Sam – Mikro, ein kleinwüchsiger Decker – Glitzer, ein Elster Schamane) einen Run durchführt. Auch wenn er sie nicht sofort erkennt, bekommt er bald die Einsicht, dass mehr hinter dieser Frau steckt, als die gutaussehende, trauernde Enkelin. Diese Erkenntnis ist es auch, die ihn dann erneut zu Quiz und ihren „Geschäftspartnern“ führt, als er plötzlich unter Mordverdacht steht. Die Runner unterstützen Mark bei seine Flucht in die Schatten und sie kommen auf die Spur eines alten, gefährlichen Rituals. Wie bei jedem guten Shadowrun-Roman gibt es auch hier einen fiesen Bösewicht in Gestalt des Killers Sokrates, der seiner Zunft alle Ehre macht. Doch auch Mark ist nicht was er zu sein scheint, und so kommt es zu einem spannenden Showdown.

Es gab zwei Sachen, die mich an André Wieslers neues Werk Im Namen des Herrn vorab sehr interessiert haben: die Thematik der christlichen Religion im Shadowrun Universum, zu der es bisher (außer im neuen Brennpunkt: ADL) kaum Hintergrundmaterial gab, und die Beschreibungen der Stadt Wuppertal, wo der Roman zum Teil spielt, da ich selber in Wuppertal lebe und eine Kampagne leite, die im Wuppertal des Jahre 2064 spielt. Meine Neugier konnte in beiden Fällen gestillt werden. Gerade die Auseinandersetzungen der Protagonisten zum Thema des Glauben und die Auswirkung der Goblinisierung und der Magie auf die Religion, machen den besonderen Charme von Im Namen des Herrn aus. Doch auch die Geschichte, die zwar recht geradlinig ist, aber trotzdem einige Überraschungen parat hat, wusste zu gefallen. Auch die Ausarbeitung der Charaktere ist dem Autor gelungen. Trotz einiger Klischees, wirken die Charaktere lebensecht, haben sie Gefühle und Ängste, was dem Leser die Identifikation mit ihnen erleichtert. Auch scheut sich André Wiesler nicht diese Figuren über den Jordan (oder die Wupper) gehen zu lassen, wenn es der Geschichte dient. Die Tatsache, dass Im Namen des Herrn keine Erzählung im epischen Stils ist, wo es darum geht die Welt retten, oder in fernen Ländern das Böse zu bekämpfen, ist ein weiterer Pluspunkt, denn die wahren Wurzeln des Cyberpunks liegen auf der Strasse.

Der Schreibstil von Im Namen des Herrn ist locker, direkt und zuweilen geht es sogar recht grob zur Sache. Doch da es sich um ein Shadowrun-Roman handelt, und nicht um ein Buch über kleine süße Elfen, die sich mit Blumen bewerfen, finde ich diesen Stil angebracht. Das Leben eines Runners ist hart, und so ist auch seine Sprache. Im Namen des Herrn ist zwar kein literarisches Meisterwerk, doch das erwarte ich bei einem Shadowrun-Buch auch nicht. Vielmehr soll es durch eine spannende Geschichte und gute Charaktere überzeugen und das tut dieser Roman auch.

Im Namen des Herrn ist ein guter Shadowrun-Roman, nicht mehr und nicht weniger.
Der religiöse Hintergrund, die gut ausgearbeiteten Charakter und die Tatsache, dass der Roman in der ADL spielt, machen aus ihm ein spannendes Lesevergnügen, fernab der typischen „Mister-Johnson-vergibt-Auftrag“ Shadowrun Schiene.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(keine Angabe)

Spannung:

(keine Angabe)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Shadowrun

Autor:

Wiesler, André

Verlag:

Fantasy Productions, Erkrath

Erschienen:

Sep. 2004

Kritiker:

David Grashoff

ISBN:

3-890-64594-1

ISBN(13):

978-3-8906-459-10

EAN:

97838906459410

Typ:

Taschenbuch

 

André Wiesler

 

André Wiesler arbeitet seit Ende der Neunziger Jahre als Schriftsteller, Übersetzer und freiberuflicher Autor für TV und Print. Er lebt mit seiner Frau Janina - größter Fan und strengste Kritikerin in einer Person - und dem Kuvasz-Rüden Sandor in Wuppertal, wo er auch sein Büro unterhält.
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