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The Traveler, Book 1

Krausche, Peter

Rezension von jpk

Das Universum ist immens groß und es gibt durchaus berechtigte Annahmen, dass wir Menschen nicht die einzig intelligenten Lebewesen sind. Selbst auf unserem Planeten hat sich das Konzept der Intelligenz in mehr als einer Kreatur gezeigt. Zugegeben - unsere Erdgeschichte hat durch den Treffer mit einem Golfball in der Größe des Mars ein ungewöhnliches Ereignis gehabt, aber ob dessen Elemente für die Entwicklung von Leben oder intelligenten Leben notwendig gewesen ist, wird die Menschheit wohl nie wissen. Genauso wenig wird man in einem Streit einen Sieger finden zwischen Anhängern der Chaos-Evolutionstheorie und den Gläubigen einer steuernden möglicherweise göttlichen Hand bei der Entwicklung und Evolution. In der Literatur ist es uns erlaubt, Annahmen zu treffen und unsere Phantasie schweifen zu lassen, über fremde Planeten. göttliche und gottgleiche Wesen und leider immer wieder auch über die Unvollkommenheit von uns Menschen.

Philip Brannon arbeitet als freiberuflicher Ingenieur in Oregon und hält sich dort oft in dem wenig besiedeltem Gebiet des Deschutes National Forest auf. Dort trifft er eines Tages eine scheinbar junge Frau und lernt die freundliche und zarte Person lieben. Einige Wochen später finden die beiden zusammen und werden ein glückliches Paar. Philip stört sich anfangs nicht an den Eigenarten von Silana. Sie ist in der Lage aus Pflanzen, Tieren und Menschen das Beste zu wecken. Sie hängt einem fremden Glauben an, den Philip nicht versteht, aber der Güte und Liebe vermittelt.

Doch Eifersucht ist für jede Beziehung Gift und Philip ist nicht frei davon. Er will die Einmaligkeit von Silana für sich behalten und es kommt zu hässlichen Szenen, als Freunde von Philip mit Silana in Kontakt kommen. Doch neben Philips Wut und Bitterkeit überschattet auch Krankheit und Schwäche ihre Beziehung. Silana wird immer kränkelnder und schließlich stirbt sie. Trauer und Gram erfüllen Philip als er schließlich Silanas größtes Geheimnis erfährt: sie stammt von einer fremden Welt. In ihrem zerstörten Raumschiff erreichen ihn die Dokumente einer fremden Zivlisation und eines Glaubens der Güte. Philips Leben wandelt sich vollkommen und beeinflusst seine Umgebung.

Dies ist die Vorgeschichte zu dem Romanwerk "The Traveler" von Peter Krauschke, das sich mit der Geschichte eines Volkes auf einer fremden Welt etwa viereinhalb Jahrtausende zuvor befasst. Das Volk befindet sich am Rande eines Bürgerkrieges, der die Gesellschaft spaltet. In einer Zeit, die dem viktorianischen Zeitalter unserer Erde nahe kommt, eingesprenkelt mit viel Mystik und Glauben, bewegen sich mächtige Häuser als Machtblöcke.

Was sich nun vor dem Leser entfaltet, ist die Erfüllung einer 500 Jahre alten Prophezeiung. Sie beschreibt das Ende eines Zeitalters des Friedens und der Harmonie und den Beginn eines Bürgerkrieges. Aber hinter dem scheinbar rein politischen Konflikt vollzieht sich noch ein viel weitreichender. Eine zentrale Rolle wird dem Traveler zugesprochen. Diesen hat es durch eine Art Unfall auf den für seine Augen rückständigen Planeten verschlagen und er ist extrem unglücklich mit seiner Rolle als prophezeiter Heilsbringer. Nach und nach lernt er aber den Wert der friedlichen Zivilisation schätzen und ist bereit für den Erhalt des Guten in dem Volk zu streiten.

Der Zusammenhang zwischen der Vorgeschichte und dem eigentlichen SF-Fantasy-Roman ist inhaltlich sehr lose. Er erschließt sich dem Leser nur durch den größeren Aspekt eines Universums, das mit Raumschiffen durchquert werden kann und der langen Geschichte des Volks der Selani. Peter Krausche stellt ein ganzes Volk mit Historie, Sprache und Kultur zur Verfügung, das im Appendix des Buches nachzulesen ist.

Ein gewisser literarischer Bruch geht durch das Buch. Die Vorgeschichte ist einfach geschrieben und kaum besser als so manches Groschenheft, wobei es inhaltlich eher mit einer Langversion der typischen Wachturmgeschichten zu vergleichen ist. Doch sobald der eigentliche Roman sich zu entfalten beginnt, ändert sich der Schreibstil zum besseren und obwohl die Sprache nicht immer flüssig ist, so ist es von der Qualität ein deutlicher Schritt in eine positive Richtung. Anzumerken ist dabei, dass ich als deutschsprachiger Kritiker einen Schweizer kritisiere, der in einem amerikanisch angehauchten Englisch schreibt.

Inhaltlich traue ich mir durchaus eine zutreffende Aussage zu und die dabei getroffene Feststellung heißt, dass es Peter Krausche gelungen ist, eine teilweise spannende, immer unterhaltsame und manchmal
nachdenklich stimmende Geschichte zu erzählen. Die umfassenden Hintergründe, mit denen seine Welt versehen ist, erzeugen eine glaubhafte Historie und eine wunderbare Umgebung, in der sich seine Protagonisten bewegen dürfen.

Über religiöse und mystische Hintergründe mag man anhand der Geschichte und deren Aufbau spekulieren. Als fleißiger Leser von Science-Fiction Büchern und Kenner mancher Literatur zu Weltreligionen bin ich dabei ziemlich leidenschaftslos. Ein guter Fantasy-Roman kommt meiner Ansicht nach nicht ohne eine ordentliche Portion Mystik aus und ein Science-Fiction Roman nicht ohne ein bestimmtes, vom Autor entworfenes Bild einer Gesellschaft. Da "The Traveler" eine Mischung zwischen Science-Fiction, Social-Fiction und Fantasy ist, enthält das Werk entsprechende Passagen und Hintergründe.

Leichte Erstlingswerkschwierigkeiten geben dem Leser an seltenen Stellen eine kleine Geduldsaufgabe, die zu lösen sich aber insgesamt lohnt. An diesen Stellen wird der Roman zu dialoglastig und versucht in etwas aufgesetzt wirkenden Unterhaltungen die Besonderheiten der Kultur zur erklären. Die meisten Leser interessiert nicht wirklich, in welchem Alter eine Frau oder ein Mann ein bestimmtes Amt übernehmen kann und falls doch, dann höchstens als einfaches Statement.

Mit etwas mehr Tiefe in den Charakteren der Protagonisten, etwas weniger Reden sondern Zeigen durch Handeln wäre der Roman richtig gut zu nennen. Ein härteres Lektorat hätte diesen kleinen Schritt sicherlich erreicht. Aber auch so ist das Buch durchaus lesenswert.

In Anbetracht, dass Peter Kausche hier eine Serie geplant bzw. in Arbeit hat, sollte man sich von den Erstlingsfehlern nicht abschrecken lassen. Mit der Übung des Autors kommt wie bei jeder Serie auch die Steigerung des Lesegenuss und vielversprechend ist "The Traveler" allemal.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Krausche, Peter

Verlag:

VMI

Erschienen:

Aug. 2005

Kritiker:

jpk

ISBN:

0-974-71907-2

ISBN(13):

978-0-9747-190-8

EAN:

9780974719078

Typ:

Hardcover

 

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