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Pressenwerk Bad Salzungen 2005

Subway To Sally

Rezension von jpk

Der 29.12. ist für mich jedes Jahr ein besonderer Tag, schließlich wurde ich da auf die Welt gesetzt. Besonders nett daher war für mich das Geburtstagsgeschenk, dass in meinen gewählten Urlaubsort die Mittelalter-Hardrock-Folk-Combo Subway to Sally in Bad Salzungen einrückte und mit Leaves Eyes als Vorgruppe das Pressenwerk in eine Schwitzhölle verwandelte.

Vorab zum Veranstaltungsort: Das Pressenwerk ist seit 1996 aktiv und in Südthüringen am Rand der vorderen Rhön ein Begriff für regelmäßig wechselnde Events. Die Location ist gut gewählt und auch durch Bahnhofsnähe normalerweise durch öffentlichen Nahverkehr erreichbar (nur weg kommt man nach 22:15 nicht mehr - aber wer opfert nicht gerne vier Stunden bei -3°C auf einem Bahnsteig für ein gutes Konzert).
Der Konzertraum ist akustisch akzeptabel und mit tausend anderen Fans kommt in der voll besetzten Halle auch gute Stimmung auf. Lobenswert sind die passablen Getränkepreise, hier wird nicht versucht zusätzlich zu den 20 Euro Abendkasse ordentlich abzuzocken. Praktisch auch die Garderobe, wo wir unsere Winterklamotten lassen konnten. Das war auch notwendig, da die Heizung auf T-Shirt Wärme aufgedreht war - schon vor dem Konzert. Zum Konzert selber war es schließlich auch dank der Pyrotechnik unerträglich heiß.

Regelmäßig seit 2001 begeisterten Subway to Sally am 29.12. in Bad Salzungen die Fans im Pressenwerk (nur 2002 war es der 28.12.) also eine Art Heimspiel erwarteten die Potsdamer Musiker und das wurde es für die offensichtlich von Tourmüdigkeit geplagten Jungs und Frau Schmitt auch.

Als Vorgruppe mühten sich Leaves Eyes redlich. Die Band um Liv Kristine Espenæs Krull (ex Theatre Of Tragedy) und ihrem "Alex" hatten einen schweren Stand. Denn die Fans waren hungrig auf ihre Subway und hatten nur wenig Geduld mit den Fantasy-Rockern. Auf der Band-Homepage kann man sich davon überzeugen, dass die sechs Musiker ihr Handwerk durchaus verstehen. Live kam allerdings erst einmal nur Brei über die Lautsprecher und bis die Menschen am Mischpult den Sound im Griff hatten war der Gig auch schon fast vorbei. Dementsprechend war die Stimmung verhalten und obwohl die Band sich nicht schlecht präsentierte, kam sie nur mittelmäßig an.
Musikalisch hatte Leaves Eyes allerdings auch ein paar Ecken und Kanten, die sie für die Ohren der Gäste schwer verdaulich machten. So sind die nur Songparts wenig abwechslungsreich ausgearbeitet, die einzelnen Songs zu lang und der Gesang bestimmt maßgeblich den Sound, wobei die Leistungen der Musiker zurückfallen. Kürzere, prägnante Songs, mehr Abwechslung in den Arrangements und ab und zu ein Schweigen der Frontleute würde den Liveauftritt deutlich verbessern und aus einer Monotonie des Klangbreis rausreißen - auch bei schlecht abgestimmter Anlage.

Subway to Sally wurden nach rund einer halben Stunde Umbaupause von den Fans frenetisch empfangen. Mit zwei Zugaben spielte die Combo rund zwei Stunden lang auf einer glitschnassen Bühne auf und brachte so ihr vorletztes Konzert des Jahres 2005 hinter sich. Vor ihr lag nur noch das absolute Finale in Potsdam am 30.12.2005. Was die Band in ihrer Heimat noch zu leisten vermochte, kann ich nicht sagen. Doch am 29.12. gaben sie so ziemlich alles, was in ihren müden Knochen steckte. Dabei hatten sie einige Hindernisse zu überwinden.

Die Bühne des Pressenwerk war mit einem glitschigen Linoleumimitat ausgestattet und so rutschten die Musiker knapp an ihrer Pyrotechnik vorbei und behielten aus Überlebensgründen mehr oder weniger ihre Plätze bei. Wilde Sprünge und Tanzeinlagen fielen logischerweise aus und wurden durch kleine Schlittterpartien ersetzt.

Dann fummelte Frontman Eric Fish auch noch dauert in seinem Nacken herum. Grund war ein Kabelbruch beim In-Ear-Monitor (das ist ein Kopfhörer, der die eigene Musik/Stimme hörbar macht, so dass man sich trotz lauter Backgroundmusik selber beim Singen oder Spielen vernimmt). Also sang der Leadsänger teilweise auf Verdacht, was aber dem ganzen Auftritt nicht unbedingt schadete, die Routine etlicher Tourjahre reist solche Probleme raus.

Die Pyrotechnik heizte neben den Fans und der auf vollen Touren laufenden Saalheizung die Halle auf unerträglich auf (gefühlte über 40°C) und somit kam jeder ins Schwitzen, die Band unter der Lichtbatterie ins Kochen.

Tapfer stand die Band die To(u)rtouren durch und spielte leider teilweise zu routiniert ihre Songs durch. Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz und auch entgegen aller Routine kam nach und nach die Stimmung auch bei der Band auf und das Feedback der Fans wurde begeistert aufgegriffen und zurückgespiegelt. So intonierten die Fans zur zweiten Zugabe siebenmal den Refrain der Blut saufenden Räuber ohne an Lautstärke zu verlieren und die Combo zeigte sich sichtlich beeindruckt.

Im Konzert wurden die Highlights der Bandgeschichte durchgespielt, natürlich durften die neuen Songs der " Nord Nord Ost" Scheibe nicht fehlen, aber auch Lieder von 1994 begeisterten die Fans. Gut gewählt und gut gespielt, kleinere Fehler gingen im Gesamtklang unter, liefen die Songs vor dem Publikum ab, das meist auswendig und begeistert schreiend mitsang.

Musikalisch fehlt es ein wenig an der Abwechslung früherer Konzerte, als Subway to Sally noch mehr experimentierte und auch mehr Spaß dabei zeigte. Das wird allerdings durch Professionalität kompensiert, die zwar dem einen altem Fan zuwider läuft, jedoch mehr Optik und bessere Akustik mit sich bringt. Es macht keinen Sinn hier einer Garagenband nachzutrauern, die sich zu professionellen Musikern entwickelt haben. So lange die Bandmitglieder wie bei Subway to Sally noch mit ihren Fans gemeinsamen Spaß am Singen, Tanzen und Spielen haben, ist gegen ein bisschen Professionalität nichts einzuwenden.

Insgesamt ist das Konzert im Pressenwerk in Bald Salzungen absolut ein Hingeher, Hinhörer und Hingucker. Mal sehen ob am 29.12.2006 die Combo wieder bereit ist, ein wenig auf der Bühne rumzurutschen oder ob sie sich dieses Jahr ein paar Gummiauslegematten mitbringen.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(keine Angabe)

Spannung:

(keine Angabe)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Subway To Sally

Erschienen:

Dez. 2005

Kritiker:

jpk

Typ:

Konzert

 

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