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Perry Rhodan Sammelkartenspiel: Die 2. Epoche

Rämer, Lothar

Rezension von Thomas Pichler
Aus der Reihe "Perry Rhodan"

Für das Perry Rhodan Sammelkartenspiel beginnt mit dem Set Die 2. Epoche gleich in dreifacher Hinsicht tatsächlich eine solche. Erstens ist das Spiel verlagsseitig von Fantasy Productions zu Between The Stars übergegangen, wurde zweitens nach 5 Jahren wiederbelebt und geht drittens inhaltlich zum zweiten großen Zyklus der Heftromanserie Atlan und Arkon über.

Unter diesen Voraussetzungen ist es klar, dass Between The Stars das Set Die 2. Epoche als Standalone-Erweiterung mit Startern und Boostern präsentiert. Die 2. Epoche führt im Spiel die neue Phase V ein, die im Kampagnenspiel auf die ersten vier Phasen der alten Sets folgen kann.
Bei der Verwendung als Standalone beginnt Die 2. Epoche natürlich direkt mit der Phase V, und schon auf den ersten Blick werden einige Dinge klar. Da ist zunächst die Tatsache, dass auch Die 2. Epoche einen relativ hohen Grundstock an Karten erfordert, um überhaupt ein Mal die Chance zu haben, bis zur Siegbedingung der Phase V zu spielen. Drei Starter pro Spieler sind das untere Limit, ansonsten sind wahrscheinlich nicht genug Exemplare bestimmter absolut notwendiger Karten vorhanden. Die Einstiegshürde ist somit relativ hoch.

Noch schwerer wiegt aber, dass das Spiel mit Die 2. Epoche und Phase V noch komplexer wird als je zuvor. Die Protagonisten rund um Perry und die Antagonisten rund um den Robotregenten spionieren sich gegenseitig aus, was zu zwei neuen Missionstypen führt, den Agenten- und Abwehrmissionen. Damit wird zwar die Interaktion zwischen den Spielern ausgeweitet, dafür gibt es aber auch noch mehr Regeln, Kartenattribute und –fertigkeiten, die der Spieler im Kopf haben muss.
Hinzu kommt, dass noch mehr Prämissen zum Ausspielen neuer Karten auftauchen, die Teils gar nicht mehr als Kartensymbol, sondern als Kartentext auf den sie bereit stellenden Karten vermerkt sind, was die Karten von Die 2. Epoche zu den wohl symbol- und textbelandensten macht, die ich im Bereich der Sammelkartenspiele kenne.

Ist das schlecht? Nun, nicht notwendiger weise. Wie es das Perry Rhodan Sammelkartenspiel auch zuvor schon war, ist es auch in Die 2. Epoche so etwas wie Aufbaustrategie in Sammelkartenform. Die Entscheidung, welche Karten man in einem Zug aktivieren, auf Missionen schicken, respektive auslegen sollte, ist oft schwierig, und Fehler können einen leicht zurückwerfen. Mit Phase V allein wird man wohl, wenn man in diversen Spielregeln ein Mal wirklich sattelfest ist, zwei bis drei Stunden spielen, eine Kampagne über alle bisherigen Spielphasen braucht wohl sieben bis acht.
Das ist für ein Sammelkartenspiel eine enorm lange Spieldauer, und wenn meine Freundin „Kartenschach“ dazu sagt, dann ist das schon irgendwie treffend. Für Fans der Romanserie, die Spaß an einem komplexen Strategiespiel haben, ist das sicher kein Problem. Sie werden ihre Freude an Referenzen auf Handlungsstränge haben, die in der Hefromanserie vor etwa vierzig Jahren niedergeschrieben wurden.
Bei Nicht-Kennern der Romanserie sieht das etwas anders aus. Das Spiel ist so stark nach den Handlungssträngen der frühen Heftromane gebaut, dass diverse Spielaspekte ohne deren Kenntnis recht willkürlich und sogar widersinnig erscheinen. Warum ist es zum Beispiel so schwierig, die Bedingungen zum Ausspielen von Mirsal III/Mirsal zu erfüllen, dass die Phase V allein dadurch leicht in Stocken gerät? Rein als spieltechnischer Aspekt betrachtet ist das eigentlich eine Designschwäche, und ohne Kenntnis des Hintergrundes schwer zu akzeptieren.

Nun muss ich definitiv sagen, Standalone hin oder her, Die 2. Epoche ist als Spieleinstieg für Anfänger völlig ungeeignet. Ich spiele Sammelkartenspiele praktisch seit der ersten Stunde, kenne einen Haufen Systeme, und muss ganz klar sagen, an Komplexität hat mich bisher nichts so überwältigt.
Wer das Sammelkartenspiel ausprobieren wollen, sollten tunlichst am Anfang und mit dem Set Die Dritte Macht beginnen. Von der Phase I weg werden immer mehr Terme, Symbole und Regeln spielrelevant, und es ist bei weitem leichter, dieses Spiel schritt- und somit phasenweise zu erlernen, als ins kalte Wasser von Die 2. Epoche zu springen.
W enn man die Romanserie nicht kennt, wird die Sache problematisch. Ohne das Hintergrundwissen kann das Spiel und insbesondere Die 2. Epoche wie schon beschrieben leicht unnötig komplex oder sogar ungünstig gestaltet wirken. Warum muss man teils Dutzende Karten aus einem Deck von leicht 150 Karten ausgespielt haben, um dies oder jenes zu spielen oder zu tun? Weil es nur so die Romangeschichte wiedergibt. Das ist als Begründung manchmal schon etwas unbefriedigend.

Um vom Spiel als Spiel mal etwas abzugehen, ein paar Worte zur Gestaltung der Karten. Wie schon in der FanPro-Sets wurden teils Illustrationen klassischer Perry Rhodan-Coverzeichner verwendet, doch werden vermehrt Werke aktueller Künstler wi des Österreichers F. Miklits beigemengt. Beide Arten von Illustration fügen sich zu einer harmonischen Einheit zusammen, und sind sehr geschickt gewählt. Das zu Perry Rhodan absolut passende Retro-Flair bleibt erhalten, das leichte Gefühl von „veraltet“, das sich bei den Fanpro-Sets teils einstellte, fehlt aber weitgehend. Dazu kann ich nur sagen, brilliant!
Auf manchen Karten finden sich auch Zitate aus den Romanen als Zugabe. Das ist zwar nett für Fans, aber ob es bei mit Symbolen und spielrelevanten Kartentexten ohnehin schon sehr voll geladenen Karten wie Aras oder Mirsal III/Mirsal eine besonders gute Idee ist, halte ich für eher zweifelhaft. Dafür würde ich als Nicht-Kenner der Serie auf manchen weniger überladenen Karten wie beispielsweise Rico ein wenig Text, der mir vielleicht erklärt, was hinter der Karte steckt, sehr begrüßen.

Ein Gesamturteil zu Die 2. Epoche zu fällen ist sehr schwierig. Ich habe keine Zweifel, dass es dem Spiel gut tun würde, es etwas zu vereinfachen und auch für Nicht-Kenner der Romanserie etwas zugänglicher zu machen. Ich mag komplexe Spiele, aber ich werde mich für dieses Spiel nie richtig begeistern können. Wenn ich die nötige Zeit für ein Spiel hätte, werde ich sicher zu etwas greifen, das sich nicht so sehr an einem Hintergrund orientiert, den ich nicht kenne.
Damit will ich allerdings keinesfalls sagen, das Spiel sei als Spiel schlecht, oder das Set als Set schlecht. Im Gegenteil, es ist gut, und schrammt am sehr gut vor allem wegen überhöhter Komplexität für ein Sammelkartenspiel vorbei. Das Problem ist viel mehr, dass die Zielgruppe sehr eingegrenzt ist.
Das Perry Rhodan-Sammelkartenspiel richtet sich vornehmlich an Fans der Romanserie, jemand anderer hat einfach wenig davon. Dann sollten es Fans sein, die komplexe Strategiespiele mögen. Und letztendlich ist Die 2. Epoche keine wirkliche Standalone-Erweiterung, sondern richtet sich eigentlich an Spieler, die bereits über die früheren Phasen Grundlagen des Spiels erlernt haben. Diese und genau diese sollten begeistert sein. Interessierten Perry Rhodan-Fans, die das Sammelkartenpiel kennen lernen wollen, kann ich das Spiel durchaus empfehlen, muss ihnen aber dringend raten, sich zuerst ein Mal Die Dritte Macht anzusehen.

Datenbank:0.0020 Webservice:0.0845 Querverweise:0.0056 Infos:0.0010 Verlag,Serie:0.0016 Cover:0.0001 Meinungen:0.0009 Rezi:0.0001 Kompett:0.0962

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Between The Stars, Berlin

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Perry Rhodan

Autor:

Rämer, Lothar

Verlag:

Between The Stars, Berlin

Erschienen:

Nov. 2003

Kritiker:

Thomas Pichler

ISBN:

3-937-52902-0

ISBN(13):

978-3-9375-290-8

EAN:

9783937529028

Typ:

Kartenspiel

 

Perry Rhodan

 

Genossen von Millions von Lesern weltweit, ist PERRY RHODAN bei weitem die ambitionierteste Science-Fiction Serie. Seit dem Anfang der Serie in Deutschland im September 1961 sind mehr als 3,000 Romane herausgegeben worden, inklusive über 2,000 Wochenzeitungen.Die Originalserie wird wöchentlich von Pabel-Moewig Verlag Kg herausgegeben, Rastatt [mehr]

 

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