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Grenzfälle

Altura, Nessa; Blatter, Ulrike; Dewes, Klaus; Emme, Pierre; Graf, Edi; Keiser, Gabriele

Rezension von Hyndara

Dreizehn Autoren haben sich zusammengefunden, um schon einige Jahre vorweg die Krimitage in Singen zu begehen und das Publikum einzustimmen auf das, was sie 2009 dort erwarten wird. Ein bißchen früh vielleicht, dennoch, besser jetzt als nie, könnte man sagen.

Der Gmeiner Verlag wirbt mit seinem Lokalcolourit. Der Verlag will Krimis, die sich mit der Gegend identifizieren, so daß auch der einheimische Leser weiß, wo was passiert. Es kribbelt im Bauch, wenn man sich vorstellt, daß im Nachbarhaus gerade ein Mord passiert - solange er nicht wirklich stattfindet. Aber man kann es des Guten auch ein bißchen viel sein lassen ...

Das zumindest zeigen stellenweise die Geschichten der auserwählten Dreizehn. Es ist schön und gut, wenn Einheimische wissen, worum es geht, für Ortsfremde dagegen wird es ein wenig verwirrend. Ich rede hier nicht einmal davon, daß viele Dialoge im heimischen „Slang„ gesprochen werden, das kann eigentlich noch jeder mit ein wenig Tüftelarbeit auseinanderdividieren. Was mir aber stellenweise fehlte, waren schlicht Erklärungen zu einheimischen Gebräuchen oder Eigennamen (wie das Poppele). Ein wenig schade für die Anthologie ...

Aber wenden wir uns den Geschichten zu:
Den Anfang macht Nessa Altura mit der Geschichte „ein Stück vom Säntis„. Wenn der Bodensee einmal zufriert, sollte man ihn doch auch nutzen. Nur leider kann er sich allzu schnell in eine Todesfalle verwandeln, wie die Autorin hier zeigt.

Ulrike Blatter läßt den „Grenzgänger„ auferstehen. Eine etwas verwirrende Geschichte um Eheprobleme und plötzliche Schüsse in der Nacht. Irgendwie hat das bei mir nicht so recht geklappt, es war mir zu schnell klar, was es mit dieser Geschichte auf sich hatte.

Axel Bußmer hat „den ersten Auftrag„ für seine Privatdetektivin und Ex-Polizistin Bärbel Schäfer. Äh, gibt´s da nicht ein Copyright auf den Namen, wenn es eine tatsächliche Person des „öffentlichen Lebens„ gibt? Davon abgesehen, etwas zu gradlinig für meinen Geschmack, etwas zu klischeehaft, was die Biker angeht, usw. Schade.

Klaus Dewes schreibt über den „Reinfall bei Schaffhausen„. Ja, ein Reinfall, nicht der Rheinfall. Hier das erste Highlight der Anthologie. Witzig, genau die richtige Wortwahl, kurz und bündig, aber nicht zu kurz und bündig. Klasse!

Pierre Emme hat den „Fall Rosie„, und der scheint zu Anfang mehr Verwicklungen zu haben, als tatsächlich vorhanden. Mir ein bißchen wenig bäuerliches Flair, aber vielleicht sind die Bauern im Süden ein bißchen anders ...

Edi Graf berichtet über „Poppeles letzter Streich„. Ein weiteres Highlight. Wie begeht man den perfekten Mord, noch dazu, wenn das Opfer doch lieber noch ein wenig leben würde. Interessant geschrieben, hätte ich auch noch mehr von lesen können.

„Au clair de la lune„ stammt von Gabriele Keiser und berichtet über eine Dreiecksbeziehung, die, wie immer, mörderische Probleme aufwirft. Die Ehefrau war mir hier ein wenig zu depressiv, ansonsten eine gute Lösung.

Veronika Kramer berichtet über „Walter und die Mainau-Falter„, oder besser, wie alte Eheleute sich doch hassen können. Wenn mir das ganze nicht ein wenig zu klischeebehaftet wäre, hätte es für mich das dritte Highlight werden können. So leider nur Durchschnitt.

Tatjana Kruse schreibt über ihre „Schwester Christophorus und das heiße Hegaublut„. Eine Nonne als Detektivin, die einen Mord aufklärt. Die Figur ist witzig, aber irgendetwas fehlte mir innerhalb der Geschichte.

Kurt Lehmkuhl macht „Singener Diätkost„ - leider nur allzu unwürzig. Die Geschichte war mir zu durchsichtig, das Thema etwas zu abgegriffen. Schade.

Christiane Melchers verrät dem Leser „Hannas Geheimnis„. Na, sollte man Geheimnisse nicht so besser für sich behalten? Interessant hier der Schluß, der wirklich viel offen läßt. Außerdem es auch die falsche Fährte zu erwähnen, die die Autorin legt. Gut und solide geschrieben, so sollte ein Kurzkrimi sein. Perfekt!

Britt Reißmann ist kein „Schatztaucher„, aber sie berichtet von ihnen. Hier ein löbliches und seltenes Novum der Anthologie: Die Autorin benutzt Fußnoten, um einige Begriffe der Tauchersprache zu erklären. Hätte einige Male öfter kommen können ...

Den Schluß schließlich macht Angelika Schröder mit der Geschichte „ein Investor für Meßkirch„. Witzig, überraschend, gut gemacht. Für mich die beste Geschichte der Anthologie, hätte gern auch noch ein bißchen mehr davon.

Dann gibt dem Leser die SOKO Chriminale Singen noch ein kurzes Nachwort, in dem erklärt wird, wie es zu dieser Anthologie kam. Anthologien mit Erklärungen scheinen im Moment „in„ zu sein.

Alles in allem ein entspannender Leseabend, wirklich im Gedächnis bleiben leider nur einige wenige Geschichten. Hier können vielleicht die „Ureinwohner„ mehr mit anfangen. So bleibt eigentlich nur zu sagen: Schade, mehr Potenzial als tatsächlich herausgekommen ist.

Herstellerinfo:
Das Grenzland zwischen Hegau und Bodensee ist ein gefährliches Pflaster.

Das zumindest behaupten die 13 schriftstellerisch tätigen „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter„ der „SOKO Criminale Singen„. Und sie haben Recht! Denn was den Leser ihrer Geschichten erwartet, ist ebenso spannend wie furchterregend: wenn z.B. das „Poppele„, der Schtzgeist der Singener Fasnet, wieder zum Leben erwacht ... wenn in Konstanz der Kampf um einen Parkplatz tödlich endet ... wennd er gefrorene Bodensee zur Todesfalle für die verhaßt Schwiegermutter wird ... wenn sich eine gewiefte Nonne im Hegau auf Verbrecherjagd begibt ... oder wenn auf der Insel Mainau im Schmetterlingshaus eine mörderische Hitze herrscht!

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Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Deutschland

Zeit:

2005

Autor:

Altura, Nessa

Verlag:

Gmeiner, Meßkirch

Erschienen:

Jul. 2005

Kritiker:

Hyndara

ISBN:

3-899-77648-8

ISBN(13):

978-3-8997-764-5

EAN:

9783899776485

Typ:

Taschenbuch

 

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