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Pacific Fighters

1C:Maddox Games

Rezension von Cronn

Der Himmel erstrahlt in einem klaren Blau. Die Sonne blendet mich von 10 Uhr her. Ich befinde mich im Anflug auf Pearl Harbour. Mein A6M2-21 ZERO Kampfjäger ist bis an die Zähne bewaffnet mit Sprengbomben, die ich den Amerikanern auf die Köpf regnen lassen will. Es ist der Morgen des 7.12.1941.
Unter mir erkenne ich die Insel und dort einen Fluss, worüber sich eine Brücke spannt. Mit einem grimmigen “Banzai”-Schrei auf den Lippen stürze ich mich hinab, will einen Übungssturz ausprobieren. Wie wild drücke ich die Knöpfe, um das Höhenruder richtig zu trimmen und den Bombenschacht zu öffnen.
Doch irgendwas läuft schief. Mein Motor setzt aus, der Propeller wird langsamer und verharrt schließlich in Ruheposition. Panisch drücke ich alle Knöpfe, versuche ihn wieder in Gang zu bringen. Vergeblich. Hilflos muss ich zusehen, wie ich mehr und mehr an Höhe verliere. Verzweifelt reiße ich den Steuerknüppel nach hinten, will im Gleitflug meinen Bomber stabilisieren, um notlanden zu können. Aber alle Versuche nutzen nichts. Der Höhenmesser sinkt unerbittlich und ich krache ungebremst in den Boden.

Derart endete mein erster Flug in UBI Softs „Pacific Fighters“, das von Oleg Maddox programmiert wurde. Offenbar war ich zu leichtsinnig an die Sache herangegangen. Das hatte ich nun davon, dass ich ohne Studium des Handbuchs und im realistischen Schwierigkeitsgrad in die Lüfte aufgestiegen bin. Der Kampf um Pearl Harbour war jedenfalls für mich schon zu Ende, bevor er erst richtig angefangen hatte.
„Pacific Fighters“ ist eine Luftkampfsimulation, welche den Anspruch hat, Realismus und Spielbarkeit zu vereinen. Oleg Maddox war schon für das Game „IL2-Sturmovik“ verantwortlich und verhalf durch diesen Titel dem angestaubtem Flugsimulationsgenre zu neuem Glanz. „Pacific Fighters“ steht ganz klar in der Tradition des erfolgreichen Vorgängers.

Story:
Eine ausführliche Story bietet der Kampagnemodus, in welchem man die Erlebnisse eines Piloten im Zweiten Weltkrieg nachspielen kann. Wie der Name des Spiels schon verrät, handelt „Pacific Fighters“ von den Kriegsereignissen im Pazifik, wobei der Schwerpunkt auf die Luftkämpfe liegt, welche durch Luft-Bodeneinsätze komplettiert werden.
Der Spieler hat die Wahl zwischen verschiedenen historischen Einheiten. Mit im Spiel sind die Amerikaner, die Briten, die Australier und die Japaner. Jede Partei besitzt unterschiedliche Flugzeuge, die auch vom Handling her stark varrieren, so dass man als Spieler das benutzte Flugzeug erst einmal ausgiebig probefliegen sollte, ehe man sich in eine Schlacht wagt.

Steuerung:
„Pacific Fighters“ bleibt weitgehend historisch korrekt. Das merkt man auch an der Cockpitansicht. Hier gibt es keine modernen „Head up displays“ oder gar Laserpointer für das Bombenvisier. Bei „Pacific Fighters“ fliegt man „Old School“, d.h. der Spieler muss sich auf sein Gespür für die Umgebung verlassen. Verliert man die Orientierung in einer Schlacht, hat man meist das Nachsehen. Denn dann prasseln um einen herum die Maschinengewehrsalven, weil sich ein Gegner hinter das Spielerflugzeug gesetzt hat.
Mit der Maus erhält man eine Rundumsicht im Cockpit. Das ist keineswegs eine Spielerei, sondern durchaus für den Einsatz wichtig. Nur mit dem Beobachten des Himmels um das eigene Flugzeug herum, kann man angreifende Feinde rechtzeitig erkennen. Aber nur, wenn sie sich nicht direkt aus der blendenden Sonne auf einen stürzen – dann sieht man die Jäger meist zu spät. Diese Taktik sollten erfahrene Spieler selbst im Kampf anwenden, denn sie führt fast immer zum Erfolg.
Mit einer Vielzahl von Tastenbelegungen erfordert das Spiel von dem Simulationsprofi nicht nur Geschicklichkeit im Handling der Flugeigenschaften, sondern vor allem eine hohe Gedächtnisleistung. Leider liegt dem Spiel keine Tastaturschablone bei, was der Orientierung sehr dienlich gewesen wäre.
Zum Glück kann man als Spieler viele Eigenschaften der Simulation von Hand einstellen, so dass man das Spiel seinen eigenen Fähigkeiten anpassen kann. Im einfachsten Schwierigkeitsgrad fliegen sich die Jäger für einen Simulationsanfänger ausgesprochen angenehm. Den vollen Spielgenuss erhält man aber, wenn man nach und nach mittels Videoaufzeichnung seinen Einsatz analysiert und dann eine Simulationsvereinfachung nach der anderen abschaltet. Somit steigt man zum FlugSim-Profi auf und kann nach bestandenem Einsatz und gelungener Landung sich selbst auf die Schulter klopfen. Das Gefühl, wenn man im schwersten Schwierigkeitsgrad zum ersten Mal einen Auftrag erfolgreich beendet, ist unbeschreiblich.

Flugzeug-typen:
In „Pacific Fighters“ sind alle wichtigen Flugzeugtypen des Pazifik Krieges dabei – insgesamt über 40 (!) Typen. Die Palette reicht von der japanischen A6M2-21 ZERO, über die amerikanische F4F-3 WILDCAT und F6F HELLCAT, bis hin zur britischen SEAFIRE L MK III. Auch den berühmten Bomber G4M2, genannt „BETTY“, darf man fliegen.
Vor dem Einsatz erhält man die Gelegenheit das eigene Flugzeug zu „tunen“, d.h. man legt die Art der Bewaffnung fest, die Menge an Treibstoff, die Konvergenz der Geschosse, die Raketen- und Bomben-Verzögerung, etc. Sogar das Skin des Flugzeugs darf man nach belieben mit einer eigenen Textur versehen und auch das Gesicht des Piloten darf verändert werden.

Spielverlauf:
In der Regel verläuft ein Einsatz bei „Pacific Fighters“ nach folgendem Schema: Zunächst erörtert man den Auftrag im Missionbriefing, der Einsatzbesprechung. Hier sollte man sich die Primär- und Sekundärziele merken, sowie Kommentare zu Bewaffnung der Einheiten an Land und auf See.
Dann geht es ans Eingemachte. Man steigt ins Flugzeug und startet entweder von Land, oder von einem Flugzeugträger. Allein das richtige Starten ist eine Kunst für sich. Für Simulationsanfänger bietet sich allerdings die Gelegenheit, direkt in der Luft einen Einsatz zu beginnen und mit Hilfe von Trainingsmissionen das Starten und Landen erst einmal zu üben.
Ist man in der Luft, fliegt man von Wegpunkt zu Wegpunkt und bekämpft die gegnerischen Einheiten. Die Kunst der Wahl der richtigen Kampftaktik, welche von Flugzeug zu Flugzeug und von Mission zu Mission variiert, ist essentiell wichtig. Auch sollte man beachten, nicht zu früh die Maschinengewehre einzusetzen, da die Streuung der Salven auf hohe Distanz zu stark ist.
Bei „Pacific Fighters“ ist man aber selten alleine unterwegs. Auch in der Solokampagne fliegen andere Einheiten zur Unterstützung mit. Diesen KI-Flügelmännern kann man auch mittels Tastendruck Befehle geben. Im Spiel funktioniert das sehr gut, auch wenn die KI-Kameraden auch selbstständig auf gute Weise agieren. Das Gefühl, die Schlacht zu kontrollieren stellt sich aber erst dann ein, wenn man auch Herr über die Funksprüche ist.

Multiplayer:
Das Game stellt auch einen komplexen Multiplayerpart zur Verfügung. Auf ausgewählten Servern kann man sich hier mit menschlichen Mitstreitern messen. Hierbei können bis zu 32 Spieler daran teilnehmen.
Es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Varianten. Zum einen kann man im „Luftkampf“ gegen menschliche Feinde antreten. Im „Verbündete“-Modus hingegen kämpft man zusammen gegen KI-Gegner. In beiden Modi sind Möglichkeiten zum „Chat“ vorhanden. Entweder gibt man seine Meldungen per Tastatur ein, oder man übermittelt mit „Voice Chat“ seine Kommentare.

Editor:
Das Spiel liefert seinen eigenen Missionseditor mit. Dadurch ist man in der Lage, recht schnell eigene Einsätze zusammenzubasteln. Wichtige Einstellungen sind dabei vorgegeben und mittels Tastendruck umschaltbar. Es ist eine Vielzahl von Möglichkeiten dabei – sie reicht von der Höhe, in der die Kampfhandlungen beginnen, bis zur Anzahl der Verbündeten und sogar dem Wetter.

Grafik:
Das grafische Grundgerüst von „Pacific Fighters“ ist grundsolide. Die Bodentexturen sind gut gewählt, so dass ein dreidimensionaler Eindruck entsteht. Um die Grafik schnell zu halten, werden Polygonobjekte, welche sich am Boden befinden, erst ab einer geringeren Flughöhe zugeschaltet. Das erzeugt zwar einen unrealistischen Pop-Up-Effekt, ist aber unvermeidbar, da ansonsten die Grafik ins Ruckeln käme.
Das eigene und auch die anderen Flugzeuge sind historisch korrekt designt. Höhen- und Seitenruder verändern sichtbar ihre Lage, wenn man sie bewegt. Auch das Maschinengewehrfeuer wurde ansprechend umgesetzt. Sogar Patronenhülsen fallen physikalisch korrekt aus den entsprechenden Ablassschächten in den Flügeln. Ein grafisches Highlight sind die Raucheffekte. Wolken, Rauschwaden und dergleichen wirken plastisch, was durch die volumetrische Darstellung erzeugt wird. Sobald Flugzeuge Feuer fangen und abstürzen, explodieren sie in einem komplexen Feuerball.

Sound:
„Pacific Fighters“ setzt auch im Soundbereich auf historische Nähe und Realismus. Jedes Flugzeug hat sein charakteristisches Geräusch, so dass ein erfahrener Pilot schon am Sound die Art des Jägers identifizieren kann.
Maschinengewehre rattern, korrekt abwechselnd mal von links, mal von rechts aus den Lautsprechern. Die Bomben explodieren mit einem gigantischen Wumms, der die Fähigkeiten des Subwoofers ausreizt. Die Flugzeuge heulen beim Sturzflug wie stählerne Hornissen, während das Flakfeuer um sie herum pfeift.
Die tolle Soundkulisse macht das Schlachtengetümmel von „Pacific Fighters“ erst komplett.
Musik gibt es lediglich im Menü. Sie ist abhängig von dem gewählten Land, für das man fliegt.

Fazit:
Die Flugsimulation „Pacific Fighters“ macht seiner Traditionslinie alle Ehre. Das Game ist derart komplex, so dass Flug-Sim-Profis ihre wahre Freude daran haben werden, die vielen Features in unzähligen Stunden auszuprobieren. Aber auch an Simulationsanfänger wurde gedacht. Dadurch, dass man sehr viele Eigenschaften der Simulation dem eigenen Können anpassen kann, werden auch Anfänger relativ schnell zu Erfolgserlebnissen gelangen.
„Pacific Fighters“ wird aber zu keiner Zeit zu einem reinen Actionspiel. Stets steht der Simulationsaspekt im Vordergrund. Für Flug-Sim-Begeisterte ist daher das Spiel „Pacific Fighters“ ein würdiger Nachfolger von „IL2-Sturmovik“ und eine wahre Offenbarung in Zeiten, in denen derartige Spiele nicht oft erscheinen.

Systemanforderungen:
Betriebssystem: Win98, ME, 2000, XP
Prozessor: Pentium III oder Athlon XP 1 GHz
Arbeitsspeicher: 512 MB RAM (empfohlen: 1 GB RAM)
Grafikkarte: DirectX-kompatible Grafikkarte mit 16 MB RAM (empfohlen 128 MB)
Soundkarte: DirectX-kompatible Soundkarte
DirectX Version: DirectX 9.0 oder höher
CD-ROM: 4x CD-ROM Laufwerk oder schneller (Benutzung von CD-RW-Laufwerken nicht empfohlen)
Festplattenspeicher: 1.1 GB freier Festplattenspeicher
Multiplayer: Breitband-Internetverbindung

USK Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG


Screenshots:
Pacific Fighters (PC - Version)

Copyrights Screens by 1C:Maddox Games / Ubisoft

Die offizielle Produkt -Webseite, mit sehr vielen Daten, News, Downloads und Foren zu diesem Spiel findet Ihr hier.

Datenbank:0.0011 Webservice:0.1105 Querverweise:0.0051 Infos:0.0006 Verlag,Serie:0.0004 Cover:0.0001 Meinungen:0.0007 Rezi:0.0001 Kompett:0.1189

 

Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Zeit:

Zweiter Weltkrieg

Autor:

1C:Maddox Games

Verlag:

Ubisoft

Erschienen:

Okt. 2004

Kritiker:

Cronn

Typ:

Computerspiel

 

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