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Für eine Hand voll Yen

Anhalt, Gert

Rezension von Monika
Aus der Reihe "Hamada Ken"

"Männer, jedenfalls die Besten unter ihnen, kommen von der Pubertät direkt in die Midlife-Crisis und wenn sie dabei keinen Traum verfolgen, dann entwickeln sie Magengeschwüre oder sonst irgendwas Finales und dann sterben sie wie unglückliche Kanarienvögel in ihren Käfigen. Kippen einfach eines Tages wortlos von der Stange und mucksen sich nicht mehr".
Zu dieser Erkenntnis ist der eher vollschlanke Privatdetektiv Hamada Ken (Hamada ist hier der Nachname, Ken statt "Kenji" der Vorname) aus Tokyo gekommen und möchte daher den Detektivberuf an den Nagel hängen und Karriere als Folksänger machen. Daß ihm hierzu etwas sehr Wichtiges fehlt, nämlich Talent, stört ihn nicht, sondern eher seine Umwelt, wie seine deutsche Freundin Susanne, die schnell das Weite sucht, und die Mitbewohner des Mietshauses, die nicht auf Gitarrenklänge und Gesang mitten in der Nacht stehen.
Während Hamada gespannt auf den Anruf von Sony Music wartet, an deren Talentabteilung er sein erstes Demoband geschickt hat, schlittert er in seinen zweiten großen Fall hinein. Sein Jugendfreund Hisashi wird von zwielichten Gestalten entführt und ausgerechnet Ken, dem niemand ein Kleinkind anvertrauen würde, wird wider Willen zum Pflegevater des kleinen Akira.
Auf der Suche nach den Eltern des Babies kommt Ken Machenschaften einer dubiosen Sekte auf die Spur, entgeht nur knapp mehrmals dem Tod (unter anderem verpasst ihm seine neue Geliebte einen Bauchschuß) und nur mit viel Glück gelingt es ihm, einen ganz besonders üblen Anschlag abzuwehren, nämlich den Versuch seiner Vermieterin, eine Ehe für ihn zu arrangieren.
Hamada Ken, immer auf der Suche nach der wahren Liebe, schlittert von einer scheinbar aussichtlosen Situation in die nächste, tatkräftig unterstützt von Freunden, die eher am äußeren Rand der japanischen Gesellschaft angesiedelt sind, z.B. der im Rollstuhl sitzenden Ex-Catcherin Kiko und dem Obdachlosen Rudi.
Daß ein deutscher ZDF-Korrepondent einen japanischen Detektiv als Ich-Erzähler auftreten läßt, mutet auf den ersten Blick eher seltsam an. Aber es gelingt dem Autor sehr gut, den Leser einen Blick in eine Gedankenwelt zu gewähren, die einer seltsamen Logik zu folgen scheint. So hält man es nach einer Weile garnicht mehr für so absurd, daß Hamada eine große Karriere als Folksänger machen wird. Einige seiner selbstgeschriebenen Songtexte sind in dem Krimi enthalten und gehören ohne Zweifel zu den Höhepunkten der Lektüre.
Nebenbei erfährt man so einiges über japanische Zustände, die sich doch sehr von den meist politisch korrekten und geschönten Berichten in unseren Medien unterscheiden. Wer schon mal in Japan war, erhält Erklärungen für Dinge, auf die man sich vor Ort einfach keinen Reim machen konnnte, also quasi ein Aha-Effekt, der bei mir mehrmals eingetreten ist. Die Schilderung ist humorvoll-satirisch, aber niemals bösartig.
Das Buch eignet sich vorzüglich als Lektüre für den langen Flug in das Land der aufgehenden Sonne. Es gibt bereits einen ersten Roman mit dem japanischen Möchtegern-Humphrey-Bogart, und wem Hamada Kens zweiter Fall gefallen hat, wird bestimmt zu "Tote mögen keine Sushi" greifen, um zu erfahren, wie Hamada seinen ersten großen Fall in der bekannten deutschen Stadt "Frankufuroto" gelöst hat.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Japan

Zeit:

Gegenwart

Serie:

Hamada Ken

Autor:

Anhalt, Gert

Verlag:

Knaur, München

Erschienen:

Mai. 2004

Kritiker:

Monika

ISBN:

3-426-62452-4

ISBN(13):

978-3-4266-245-4

EAN:

9783426624524

Typ:

Taschenbuch

 

Gert Anhalt

 

Gert Anhalt, geboren 1963, studierte Japanologie in Marburg und Tokyo und berichtet seit vielen Jahren als Korrespondent für das Zweite Deutsche Fernsehen aus dem Fernen Osten, gegenwärtig aus Japan [mehr]

 

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