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Der Blutwald

Cruz, Rob

Rezension von Degaro Feuerpfeil
Aus der Reihe "Earthdawn"

Die Zeit der Plage ist vorbei und die Völker öffnen sich wieder der Welt. Auch die Elfen des einstmalig so wundervollen Wyrmwaldes sind Überlebende des Horrors, doch zu welchem Preis? Was ist mit den einst so wunderschönen Elfen passiert?

Die Entstehung des Wyrmwaldes ist inzwischen zu einer Sage geworden, eine Sage um den Baum Eichenherz, welcher von der Passion Jaspree geliebt wurde. Doch Jaspree hatte auch Verpflichtungen anderer Wesen gegenüber und so unterstützte die Passion Eichenherz, um um ihn herum einen Wald erblühen zu lassen, welcher unvergleichlich war. Doch Eichenherz war einsam und so wurde mit Hilfe der Passion Astendar eine perfekte Gefährtin für ihn geschaffen, Caynreth. Sie waren einen Herzens und teilten alle Freuden und Sorgen miteinander und so taten es die Elfen bis heute, doch... Alachia, Königin der Elfen, schlug das sonderbare Hilfsangebot der Theraner zur Überstehung der Plage durch ?die Riten des Schutzes und des Übergangs? aus. Ihr widerstrebte es, das theranische Imperium als Herrscher anzusehen und so drohte sie mit der Seperation, so denn eine andere Elfennation es wagen würde, den Handel mit den Theraner einzugehen. Sie liess nach eigenen Wegen suchen, diese zu überstehen, jedoch zu Anfangs ohne großen Erfolg. Mehr und mehr Nationen gingen den Handel ein und wandten sich somit den Theranern zu. Alachia reagierte und verkündete Seperationen. Nach unzähligen Rückschlägen war es doch gelungen eine Möglichkeit des Schutzes zu erschaffen.

Ungefähr zweihundert Jahre hatte diese Möglichkeit Erfolg, doch stellte sich heraus, dass die eigens angelegten Schutzvorrichtungen nicht der überwältigenden Macht der Dämonen standhalten konnte. So ersann man neue Pläne, um das Überleben des Volkes zu sichern, welche immer und immer wieder scheiterten und man zur letzten Massnahme greifen musste. Ein kompliziertes Ritual, welches verheerende Änderungen nach sich zog. Um für die Dämonen kein Ziel mehr darzustellen, fügten die Elfen sich selbst durch ?Das Ritual der Dornen?, grausame Schmerzen zu. Dornen durchstoßen die Haut des Elfen und verursachen unheilbare Wunden, welche beständige Schmerzen verursachen und Blutstropfen zu Boden fallen lassen. Im zweiten Teil des Rituals speist eben dieses Blut die Siegel des Waldes und stärkt ihn, was, in Verbindung mit der Umbenennung, zu einer Verderbung des Herzens des Waldes führte. Eine Verderbung, die nicht nur den Wald seiner Schönheit beraubte, sondern auch die Flora und Fauna innerhalb auf makabre Weise veränderte und ihn zu einem gefährlichen Ort machte. Die Plage war überstanden und mit ihr der so wundervolle Wyrmwald verloren.

Die Blutelfen unterziehen sich auch heute noch diesem Ritual, auch wenn es mehr und mehr von dem Volk Königin Alachias in Frage gestellt wird. Jedoch werden solche Worte mit der Verbannung aus dem Blutwald geahndet. So regiert Alachia weiterhin geschickt ihr Volk. Die Bausteine der Gesellschaft des Volkes wird von den Ranelles, eine Art von Unterteilung des Staates in Häuser, gebildet, haben sie zwar keine offizielle Stimme, können jedoch durch die Konsorten und Höflinge, welche aus ihren Reihen von Alachia erwählt wurden, Einfluss auf die Entscheidungen der Königin nehmen und sich so ab und zu einen geschickten Vorteil zu nutze machen. Jedoch ist auch Alachia nicht untätig und behält das Gleichgewicht durch immer wiederkehrende Umverteilung der Positionen nach ihrem Willen.

Die politische Stellung des ehemaligen Wyrmwaldes hat sich leider durch das Ritual zum negativen gewandelt. Durch die Separierung der anderen Elfennationen vom königlichen Hofe, dessen Gründe in der Verwendung von theranischen Schutzriten und -vorrichtungen derer liegen, hat die Welt der Elfen gespalten. Von Entsetzen, Abscheu und großer Trauer geprägt, ist das Ansehen der Blutelfen nicht nur von den anderen Elfen sondern auch von anderen namensgebenden Rassen. Zu bizarr und zu grausam ist doch der Preis, den Alachia bereit war zu zahlen, um die Plage zu überstehen. Die Beziehungen zu Throal, schon vor der Plage nicht die besten, haben sich seit der Wandlung noch verschlechtert, und auch der Rest der Aussenwelt, hat nicht immer den besten Kontakt zu den Verdorbenen. So ist auch der Kontakt zur Aussenwelt zum größten Teil untersagt, welches zur Folge hat, dass inzwischen ein gewisser Schwarzmarkt existent ist und für den Tausch von Waren, wie z.B. einiger wahren Elemente, nutzvoll ist.

So denn existiert nun die Hierarchie des Hofes und wird weiterhin gelenkt, nicht ohne den Stolz der Königin, welcher Schuld an den schlimmen Ereignissen dieser Wandlung ist. Der Blutwald, einst wunderschöner Ort von der Natur gesegnet, nun nur noch ein Zerrbild seiner selbst.

Der Blutwald ist durchweg linear und gut zu lesen und hat mich von Anfang an gefesselt. Jedes große Kapitel wird mit einem geschichtsartigen Prolog begonnen, welcher leicht und direkt in das folgende Kapitel führt und sofort Lust auf mehr macht. So beginnt das erste Kapitel mit einer Geschichte von zwei Liebenden, eine Blutelfin sowie einem Elf, welcher sich aus Liebe dem Ritual der Dornen unterzieht. Dies leitet sofort weiter in das erste Kapitel, welche aus einem Überblick über das Leben als Blutelf, dem Hofe, dem Stil und verschiedenen anderen kleinen Anschneidungen von Themen, die sehr ausführlich und stimmungsvoll auf den Rest des Buches hinweisen. Weiter geht es mit einer ausführlichen Abhandlung über die Geschichte des ehemaligen Wyrmwaldes. Auch hier wird wieder stimmungsvoll durch einen Prolog auf den folgenden Inhalt hingewiesen. Der Elfenhof und seine Hierarchie, angefangen bei Königin Alachia, ihren Konsorten, den verschiedenen Ranelles, bis hinzu den Blutwächtern und andere wichtige Personen werden im darauffolgenden Abschnitt erklärt. Besonders für Spielleiter ist dieses Kapitel angemessen geschrieben, da man sich gut in die betreffenden NSCs (Nichtspielercharaktere), sei es nun Vistrosh oder Alachia um nur zwei zu nennen, hineinversetzen kann. Ihre Motivationen und Bestrebungen geben auch hin und wieder gute Ideen für Abenteuer, ob nun innerhalb oder ausserhalb den Grenzen des Waldes. Die nächsten 4 Kapitel beschäftigen sich explizit mit der Geographie des Blutwalds, angefangen beim Herz des Waldes, den Nordgebieten, der Westgrenze und dem südlichen Saum. Auch diese Teilabschnitte geben die düstere Stimmung des Waldes wieder und ziehen den geneigten Leser in einen Bann.

Mit den ?Informationen zum Spiel? gibt das Buch dem interessierten Spieler Regeln zum Spielen von Blutelfen, neue spezifische Disziplinen inklusiv derer neuen Talente und dem verwöhnten Spielleiter neue magische Gegenstände und Schätze vor, welche vielleicht der einen oder anderen Gruppe hilfreich sein könnten. Als letztes findet sich das Kapitel Flora und Fauna wieder, welches meiner Meinung nach vorerst nur dem Spielleiter vor Augen liegen sollte. So verrät es doch viel über die gerade im Blutwald so wichtigen dunklen Aspekte und würde dem Spieler Wissen in die Hand geben, welches mir als Spieler viel der düsteren Atmosphäre nehmen würde.

Ein zweischneidiges Schwert hingegen ist die Aussage, ob dieses Buch eher dem Spieler oder doch dem Spielleiter zu empfehlen ist. Vieles, der beschriebene Informationen, können meines Erachtens in Hand eines Spielers nicht schaden, jedoch ist das Buch hin und wieder mit kleinen Andeutungen und Informationen gespickt, speziell im Kapitel der Geschichte des Waldes sowie der Beschreibung der Hierarchie, was den Spieler doch ein wenig zuviel hinter die Kulissen leitet. Ausserdem warten die geographischen Informationen u.a. mit Beschreibungen über Verteidigungsmassnahmen auf, was auf keinen Fall in die Hände eines Spielers zu geben ist. Wie schon angemerkt behalte ich als Spielleiter das Kapitel Flora und Fauna mir komplett vor. Das Kapitel Informationen zum Spiel jedoch beinhaltet in den Magischen Schätzen Spielleiterwissen, wiederum mit dem Unterabschnitt ?Wie man Blutelfen als Charakter spielt? wird einem SL (Spielleiter) selbst in die Hand gelegt, ob er einen Blutelf als Spielercharakter zulässt. Somit ist für mich das Buch zum größten Teil dem Spielleiter zu empfehlen, kann doch aber in Häppchen einem Spieler eröffnet werden, so denn er einen blutelfischen Charakter spielt. Wichtig ist für mich hier noch kurz zu erwähnen, dass sich Der Blutwald zeitlich nach Vorboten des Krieges bewegt und somit dort auf diese Geschehenisse ein wenig eingegangen wird, was für die Frage Spieler/Spielleiter nicht unwichtig ist, sind dies doch einschneidende Ereignisse.

Die Illustrationen sind wie von FASA gewohnt durchweg gut. Es sind jedoch im Unterschied zum englischen Original ein paar kleine Bilder hinzugefügt worden, welche mir persönlich nicht so gut gefallen. Dieser Stil erinnert eher an einen Klingonen durch die stark ausgeprägten Dornen an den Augenbrauen, als an einen Elfen. Desweiteren fehlen mir leider wieder die Farbtafeln, welche in der englischen Originalfassung zu finden sind. Diese waren schon in vorhergehenden deutschen Exemplaren nicht enthalten, welche doch bisher immer schön anzuschauen waren.

Als Fazit ist für mich zu sagen, dass Der Blutwald meine Erwartungen fast voll und ganz erfüllt hat. Ein von Anfang bis Ende spannendes und interessantes Buch, welches jedem Spielleieter mit Vorlieben für Elfen oder mit dem Wunsch ein paar Abenteuer um diesem geheimnissvollen Ort zu leiten, das Geld wert sein sollte. Was ich vermisst habe, waren ein paar Hintergrundinformationen bzgl. dem Spiel von Königin Alachia, seien es nun Intrigen oder andere Möglichkeiten. Einem Spielleiter wird dort ein bisschen zu wenig in die Hand gegeben, doch hoffe ich auf das Quellenbuch Drachen von Barsaive und den dort vielleicht enthaltenen weiteren Anregungen und Informationen. Im Großen und Ganzen hat mich Der Blutwald aber positiv überrascht.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion von www.lesehoehle.de. Die Lesehoehle beschäftigt sich mit Neuerscheinungen im Bereich der Fantasy und des Rollenspiels sowie der Online-Literatur.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spielspaß:

(Spannend)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Earthdawn

Autor:

Cruz, Rob

Verlag:

Games-In, München

Erschienen:

Feb. 2003

Kritiker:

Degaro Feuerpfeil

ISBN:

3-929-87527-6

ISBN(13):

978-3-9298-752-10

EAN:

97839298752710

Typ:

Quellenband

 

Earthdawn

 

Earthdawn ist ein Fantasy-Rollenspiel, das sich vor allem durch seine Hintergrundstory vom Rest abhebt. Mit Barsaive ist eine Welt für Earthdawn erschaffen, in der es zwar die typischen Rassen gibt, aber in dem diese Rassen sich anders verhalten, einen anderen Hintergrund haben als in den meisten anderen Systemen [mehr]

 

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