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Logoland

Barry, Max

Rezension von Ashyra

Willkommen in der Zukunft:
In den USA und den ihr angeschlossenen Ländern herrscht die freie Marktwirtschaft: Konzerne wie Nike, Pepsi und McDonald’s kämpfen mit allen Mitteln um die Vorherrschaft in einer vom Konsum bestimmten Welt. – Willkommen im „Logoland“, dem bunten Kosmos der Marken, Slogans und Trends:
Als Angestellter trägst du statt eines Nachnamen den Firmennamen, deine Kinder gehen in eine gesponserte Schule und tragen McDonald’s-Schuluniformen. Wenn du einen Krankenwagen rufst, denk daran, die Nummer deiner Kreditkarte zu nennen. Falls man dich überfällt, wird dir die Polizei anbieten, den Täter zu verfolgen – auf deine Rechnung, versteht sich.

Und so funktioniert innovatives Marketing in der Welt von morgen:
Nike produziert einen Turnschuh für 85 Cent pro Paar und verkauft ihn für 2,500 Dollar. Um die Street Credibility der Schuhe zu steigern, ersinnt die Werbeabteilung eine „bahnbrechende Kampagne“ – zehn Käufer sollen erschossen werden um den Eindruck zu erwecken, die „Nike Mercurys“ seien derart begehrt, dass ghetto kids dafür morden.
Doch der damit beauftragte relativ ahnungslose Angestellte Hack will nichts damit zu tun haben und gibt den Auftrag an die Polizei weiter, die wiederum die Waffenlobby NRA damit betraut.
Doch die Regierungsbeamtin Jennifer Government funkt dazwischen: sie bekämpft die korrupte Konsumwelt und hat ausserdem noch eine persönliche Rechnung mit John Nike, dem Vizepräsidenten der Marketingabteilung, offen.
Bevor sie ihn zu fassen bekommt, zettelt dieser aber einen regelrechten Krieg zwischen den beiden größten Treueprogrammen Team Advantage und US Alliance an: er will die Regierung endgültig abschaffen und den Weg für die absolute Herrschaft des Kapitalismus frei machen...

Nach seinem erfolgreichen Erstlingswerks „Fukk“ (im Original: „Syrup“) ist „Logoland“ Max’ Barrys zweiter Roman; - „erst“, will man einfügen, denn der junge Australier schreibt professionell wie ein mehrfacher Bestseller-Autor.
Der Aufbau der Geschichte, die Szenenaufteilung, der Spannungsbogen – all das wirkt bei näherer Betrachtung wie nach dem Lehrbuch entworfen. Das macht es dem Leser fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen: die Story jagt stellenweise voran wie in einem Actionfilm, die einzelnen Handlungsstränge verstricken sich immer mehr bis es schließlich zur Auflösung kommt.

Auch wenn „Logoland“ inhaltlich satirisch ist, so ist Barrys Schreibstil so „neutral“, dass der Leser während der Lektüre mit Unbehagen feststellen wird, dass die Vision von der „schönen neuen Welt“ die das Buch zeigt gar nicht so unrealistisch ist. Von der Abschaffung der Steuern und der Privatisierung der Polizei mag man in den USA ja noch weit entfernt sein – aber die Premium Highways, die man nur gegen Gebühr benutzen kann und die gesponserten Schulen sind weniger abwegig.
Weil der Max Barry beim Erzählen seiner Geschichte so ganz auf den moralischen Zeigefinger oder andere Wertungen verzichtet, kann man den Roman entweder einfach als unterhaltsame Lektüre lesen oder als Zukunftsvision, als das „1984“ oder „Minority Report“ unserer Zeit als das viele Kritiker ihn bezeichnen.
Gleichgültig für welche Möglichkeit man sich entscheidet – „Logoland“ bringt einem zum Schmunzeln, Schaudern, Stutzen, Kopfschütteln, und auf jeden Fall dazu, nichts anderes zu tun als zu lesen bis man die letzte Seite erreicht hat.



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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

USA, Australien

Zeit:

(Zukunft)

Autor:

Barry, Max

Verlag:

Heyne, München

Erschienen:

Jun. 2003

Kritiker:

Ashyra

ISBN:

3-453-86947-8

ISBN(13):

978-3-4538-694-9

EAN:

9783453869479

Typ:

Taschenbuch

 

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