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Unknown Armies (2nd Edition)

Stolze, Greg; Tynes, John

Rezension von Tommy Heinig
Aus der Reihe "Unknown Armies"

Zwar nicht ganz neu, aber dennoch sehr interessant ist das Rollenspiel Unknown Armies. Was so interessant ist? Nun, das Rollenspiel vereint Regelsystem und Hintergrundwelt so gekonnt wie wenige andere. Der Jagd der Spieler auf unheimliche Verschwörungen und der Suche nach den Abgründen der menschlichen Seele stehen die Spielmechanismen nicht im Wege, sondern unterstützen die Atmosphäre gekonnt.

Die Regeln nehmen von den insgesamt 224 Seiten weniger als die Hälfte ein, so dass genügend Raum für die Beschreibung des Hintergrundes und eines Beispielabenteuers bleibt. Das System beschreibt die Charaktere durch vier Eigenschaften: Body, Speed, Soul und Mind. Dabei werden Werte zwischen 30% und 70% benutzt Œ obwohl der Bereich theoretisch von 1% bis 99% reicht. Bezogen auf je eine Eigenschaft gibt es beliebige Fertigkeiten. Der Spielleiter kann jederzeit neue Fertigkeiten anbieten und ins Spiel bringen. Jede Fertigkeit darf maximal so gut werden wie die entsprechende Eigenschaft (z.B. Body (Eigenschaft) und Wrestling (Fertigkeit)). Um eine Probe zu machen wird mit einem W% unter den Wert der Fertigkeit gewürfelt. Allerdings ist das Ergebnis um so besser, je höher man gewürfelt hat. Modifikatoren gibt es in zwei Arten: entweder wird zum Würfelergebnis etwas addiert bzw. subtrahiert oder man schränkt den Bereich von unten aus ein. Dazu ein kleines Beispiel: Wrestling: 50%. Also muß der Charakter unter 50 würfeln, aber eine 40 wäre besser als eine 10. Wenn die Probe erschwert werden soll, kann z.B. +5 addiert werden (Probe wird schwerer, aber höhere Ergebnisse werden möglich) oder aber der Bereich von 1 bis 20 kann ebenfalls als gescheitert betrachtet werden.

Dieses System zieht sich durch das gesamte Spiel und macht es daher sehr einfach und leicht zu durchschauen. Egal ob die Initiative im Kampf oder die Anwendung von Magie Πimmer das gleiche Prinzip.

Um das Erzählen einer spannenden und realistischen Geschichte zu unterstützen ist das Schadenssystem dazu sehr tödlich. Jeder Charakter hat so viele Trefferpunkte wie er Body hat (30-70). Eine Schußwaffe kann aber locker bei schon einem Treffer in der Hand eines guten Schützen ebenfalls 30-70 Punkte Schaden anrichten. Von automatischen Waffen reden wir erst gar nicht.

Jeder Charakter hat zudem eine Übersicht auf seinem Datenblatt, auf dem festgehalten wird, wie sehr er sich dank traumatischer Ereignisse (Kampf gegen Zombies, Isolation, Hilflosigkeit) dem Wahnsinn nähert.

Das System kann damit als sehr gelungen bezeichnet werden. Die Regeln sind straff und einfach, haben aber dennoch teilweise geradezu geniale Ansätze. Optisch macht das Werk leider weniger her. Die Zeichnungen sind zumeist minderer Qualität und einige gehören eher in ein typischen Werk von Fans als in ein kommerzielles Produkt.

Auch das Layout ist etwas unübersichtlich geraten und wichtige Stellen in den Regeln sucht man desöfteren länger.

Positiv aber ist der Index und das ausführliche Inhaltsverzeichnis. Die Hintergrundwelt von Unknown Armies ist sehr düster und voller Abgründe. Zwar spielt es ungefähr in unserer Zeit, aber die Welt wird von dunklen Mächten beeinflußt. Das Besondere ist, dass nahezu alle diese Bedrohungen von Menschen selbst erschaffen wurden. So dreht sich das Spiel um die gefährliche Seite der menschlichen Seele, um Wahnsinn und Zerstörung Œ aber auch um Hoffnung und Hingabe. Das Spiel wendet sich eindeutig an erwachsene Spieler, die bereit sind, sehr tief in ihren Charakter einzutauchen und auch nicht heroische Eigenschaften zu Tage zu fördern. Das System ist nicht für schnelle Fun-Runden geeignet Œ obwohl die Regeln einfach genug gehalten sind. Schußwaffen aber sind überaus tödlich und die Helden können zudem schnell an den Rand des Wahnsinns geraten. Daher eignet sich das Spiel eher für Leute, die sehr viel Wert auf eine gute Geschichte und spannungsgeladene Atmosphäre legen Œ und weniger auf schnelle Action und oberflächliche Charaktere.

Fazit: Jedem, der auch mal hinter die Fassade schauen möchte, sich auf die düsteren Seiten der Menschheit einlassen kann und die Welt vor Wahnsinn und Chaos retten möchte, sei Unknown Armies als gelungene Symbiose aus Regelwerk und Hintergrundwelt angeraten. Wer aber lieber immer den strahlenden Helden in einer farbigen Welt spielen möchte, der wird mit Unknown Armies sehr wahrscheinlich nicht glücklich werden.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion von Anduin.de. Anduin ist ein regelmäßig erscheinenden Rollenspielmagazin, das als druckbare Ausgabe komplett in Form einer PDF Datei gelesen werden kann.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(keine Angabe)

Spielspaß:

(keine Angabe)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Englisch

Serie:

Unknown Armies

Autor:

Stolze, Greg

Verlag:

Atlas Games

Erschienen:

Jul. 2002

Kritiker:

Tommy Heinig

ISBN:

1-589-78013-2

ISBN(13):

978-1-5897-801-2

EAN:

9781589780132

Typ:

Regelwerk

 

John Tynes

 

John (Rev) Tynes wurde in Memphis, Tennessee, geboren und wuchs dort auf. Er studierte und graduierte 1993 in "Broadcast Journalism" an der Universität von Missouri-Columbia. 1994 zog er nach Seattle, um bei Wizards of the Coasts an dem Projekt Magic: The Gathering als Autor und Entwickler mitzuarbeiten. 1995 wechselte er zu Shadowfist und Feng Shui bei Daedalus Entertainment [mehr]

 

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