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Kholat

IMGN.PRO

Rezension von Cronn

Ich sitze in einem Zelt, dessen Wände vom Sturmwind durchgerüttelt werden. Nur mit einer schwachbrüstigen Taschenlampe bewaffnet, quäle ich mich hinaus in die Nacht, denn ich habe einen Auftrag.
Ich soll herausfinden, was mit den Studenten passiert ist, die hier am Bergpass Kholat erst verschwunden und dann tot aufgefunden worden sind.
Vor mir erhebt sich die majestätische Berglandschaft in nächtlicher Einsamkeit. Wilde Wolken treiben vor dem Vollmond. Schneeflocken peitschen mir ins Gesicht und der Sturmwind zersaust mir die Haare.
Vor mir sehe ich vier steinerne Felsgebilde, die wie Monolithen in der Landschaft stehen. Doch was ist das? Fußspuren! Sie tauchen in leuchtendem Orange auf und bewegen sich auf die Mitte des Steinkreises zu.
Was ist das für ein Spuk? Bin ich schon nervenkrank geworden inmitten der Einsamkeit der Bergwelt?
Dennoch folge ich den Spuren hinein in den Steinkreis der „Standing Stones“.
Dort liegt in einem glühenden Krater ein Stück Papier. Ich nehme es auf und lese.
Es stammt von den Studenten! Sie beschreiben dabei, wie sie voller Unruhe sind und sich auf die bevorstehende Expedition freuen. Nichts also, was mir beim Aufklären des Geheimnisses rund um diesen Fall helfen könnte.
Aber als ich mich umsehe, erkenne ich einen Feuerball über dem Krater schweben. Da erzittern die Steine, erheben sich und krachen wieder zu Boden.
Ich werde davon geschleudert und lande auf dem Hosenboden. Anschließend nehme ich die gefundene Karte nebst Kompass und begebe mich auf die Suche…

KHOLAT ist das Debütwerk des polnischen Entwickler-Studios IMGN.PRO. Es basiert auf einen Fall, der tatsächlich in den 50er Jahren stattgefunden hat. Damals verschwanden zehn Studenten am Dyatlov Pass in Russland. Das Szenario ist noch recht frisch, weil noch nicht in einem Computergame ausgearbeitet. Dementsprechend können die polnischen Entwickler aus dem Vollen schöpfen.
Die Retail-Version samt Soundtrack, Button und Karte wird von Headup Games herausgebracht. Es lohnt sich diese Version wegen der Karte anzuschaffen. Doch dazu gleich mehr.

Story:
Zehn Studenten verbringen eine Expedition im Ural-Gebirge. Sie werden vermisst und Wochen später wieder gefunden. Tot, mit inneren Verletzungen, die Haut orangerot verändert.
Was geschehen ist, soll der Spieler herausfinden. Es darf verraten werden, dass es unheimlich wird. Mit dabei sind auch eingeborenen Stämme, die dem Team negativ gestimmt sind.
Die Story wird in Textform und Audioform erzählt. Sean Bean hat einige stimmungsvolle Texte eingesprochen. Das Gesamtpaket stimmt: Die Erzählung entfaltet sich vor allem im Kopf des Spielers und er möchte stets mehr erfahren über die Ereignisse.

Gameplay:
KHOLAT ist ein „Explorationsgame“, was bedeutet, dass sich hier alles rund um das Entdecken von Hinweisen dreht. Daher ist man ausschließlich unterwegs, um in der Spielwelt nach Tagebucheinträgen, Notizen und weiteren schriftlichen Zeugnissen der früheren Expedition zu forschen.
Dabei ist man auf sich allein gestellt. Das Spiel gibt einem lediglich einen Kompass und eine Karte in die Hand. Auf Wegfindungs-Zeichen oder gar ein Radar oder ähnliches wurde bewusst verzichtet. Der Spieler ist darauf angewiesen, sich Landmarken anzusehen und mit der Karte zu vergleichen. Durch dieses Abgleichen kann er sich orientieren. Das macht großen Spaß und hier kommt der Vorteil der Box-Version zum Tragen. Hier kann man auf seiner eigenen Karte mit Stift oder Klebemarkierungen eigene Notizen hinzufügen. Das macht zwar das Game auch ingame, aber es orientiert sich besser, wenn man es selbst macht und zudem ist diese echte Karte ständig verfügbar. Die Ingame-Karte muss mit der „M“-Taste aufgerufen werden und verschwindet wieder, sobald man sich vorwärts bewegt.
Im Spiel findet man auch ab und zu Markierungen in der Landschaft, welche geografische Daten darstellen. Auch auf der Ingame-Karte kann man sich daran orientieren, denn an diesen Punkten findet man Hinweise.
Die wichtigsten Orte sind aber auf der Karte fest notiert, sodass man diese ganz nach eigenem Ermessen aufsuchen kann. Es macht den Reiz des Spiels aus, sich überraschen zu lassen, was einen an diesen Orten erwartet, wie sie aussehen, u.s.w., daher soll keine Information darüber weggegeben werden.
Auch Gegner tauchen als schattenhafte Wesen auf, die den Spieler verfolgen, sobald sie auf ihn aufmerksam werden. Leuchtet man sie beispielsweise mit der Taschenlampe an, werden sie orange leuchtend und verfolgen den Spieler, was das Spielende bei geglückter Verfolgung – und das ist sie meistens – bedeutet. Diese Gegner sind nicht an allzu vielen Stellen im Spiel präsent, so dass man von einem moderaten Schwierigkeitsgrad sprechen kann.

Grafik und Sound:
Unter der Haube von KHOLAT arbeitet der Grafikmotor der Unreal-4-Engine. Diese ist zu bedeutenden Leistungen imstande und das polnische Team hat es geschafft, viele der Features sehr stimmungsvoll umzusetzen.
Die Landschaft wirkt atmosphärisch und die Wettereffekte sind sehr gelungen. Die Texturen von Felsen und Schnee sind hoch auflösend. Auch Feuereffekte und Wassereffekte können sich sehen lassen, wobei letzteres in den Höhlenabschnitten etwas künstlich wirkt.
Die Soundeffekte sind gelungen. Das Heulen von Wind und Wölfen ist trägt ebenso zu der unheimlichen Atmosphäre bei, wie die Musik, die an passenden Stellen Akzente setzt.

Fazit:
KHOLAT ist ein Spiel für Entdecker, die sich gerne auf eigene Faust aufmachen, eine Gegend zu erkunden. Wer ein Spiel mit questbasierten Markern sucht, wird hier nicht fündig. Auch werden all jene nicht glücklich, die von einem Spiel an die Hand genommen werden wollen, indem alle relevanten Gameplay-Mechaniken in einem Tutorial ausgebreitet werden. Das ist bei KHOLAT zwar nicht nötig, aber einige Spieler könnten es als befremdlich empfinden. Auch werden einige enttäuscht sein, dass das Game nur 3 bis 5 Stunden Spielzeit bietet.
Wer KHOLAT spielt, der sollte es wie einen guten Wein genießen. Nicht hindurchhetzen und auf die Hotspots schielen, sondern die Atmosphäre in sich aufsaugen. Gerne darf man stehen bleiben und die wilde Landschaft betrachten. Auf den Wind hören, den unterschwelligen Basston, das Flattern von Zeltwänden hören, ohne dass das Zelt selbst zu sehen ist.
Wer von KHOLAT ein Horroradventure erwartet, der sei gewarnt. Es gibt zwar Atmosphäre, die unheimlich ist, aber keine reißerischen Szenen am laufenden Band. Hin und wieder gönnt sich KHOLAT einen Schockmoment, wartet damit aber nur in besonderen Situationen auf.
Lässt man sich auf die Spielwelt ein, erhält man mit KHOLAT ein gutes Spiel, das auf eine unheimliche Stimmung setzt, die geheimnisvoll zugleich ist.

Cronn

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Gewaltfrei)

Grafik:

(Gut)

Sound:

(Gut)

Spieltiefe:

(Geht so)

Steuerung:

(Gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

IMGN.PRO

Verlag:

Headup Games

Erschienen:

Jul. 1960

Kritiker:

Cronn

Typ:

Computerspiel

 

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