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Battlefield Hardline

Visceral Games

Rezension von Cronn

Als ich aus dem Auto steige, ist die Nacht noch nicht vollständig über Los Angeles hereingebrochen. Am Horizont sind rosafarbene Wolken zu sehen. Ein Band aus Licht geht nahtlos über in die sternenlose Dunkelheit, welche über den verdreckten und regennassen Straßen von L.A. ihre Schwingen ausstreckt.
Die Realität holt mich aus den Tagträumereien: Rap-Music dröhnt aus einem vorbeifahrenden Auto und diversen Häusern. Eine Frau schlägt auf die Abfalltonne ein, da der verbeulte Deckel nicht halten will. Ein Baby schreit. Ein Pärchen streitet sich lautstark. Jugendliche machen ein Barbeque im Vorgarten. Drogendealer treffen sich an der Straßenkreuzung.
Und genau die sind unser Ziel. Gemeinsam mit meiner Partnerin soll ich einen Drogendealer verhören und den Aufenthaltsort eines Drogen-Importeurs herausfinden. Was nach einem leichten Auftrag klingt, erweist sich zunächst als schwierig, denn wir dürfen vom Drogendealer zunächst nicht bemerkt werden. Also schleichen wir uns durch die Hinterhöfe, unter aufgehängter Wäsche hindurch und über wackelige Zäune. Doch dann erreichen wir den Kerl.
Er verrät uns, dass der Gesuchte in einer verlassenen Schule sein Hauptquartier aufgeschlagen hat. Per Auto kommen wir anschließend dort an. Ich scanne mit einem modernen Feldstecher die Lage von einer erhöhten Position aus. Es sind mehrere Kerle dort unten. Als unser Informant auffliegt, beschließen wir einzugreifen.
Ich presche auf den Vorplatz und belle ein „Hände hoch!“ den ersten beiden Gangstern entgegen. Diese lassen auch sofort die Waffen fallen und sich von mir mit Kabelbindern ausstaffieren. Dann geht’s rein in die alte Schule.
Dort herrscht eine Atmosphäre von Verfall und allgegenwärtigem Schmutz. Die Klassenräume sind verwüstet und die Wände mit Graffiti besprüht. Wir schleichen uns durch die halbdunklen Zimmer, immer darauf gefasst, einen Drogendealer anzutreffen.
Im ersten Stock verhaften wir einen, doch der andere hat uns bemerkt und eröffnet das Feuer. Meine Partnerin springt nach links, ich nach rechts. Hinter einer Ecke kauernd schieße ich zurück. Bald liegen die Feinde regungslos am Boden und ich kann den Weg fortsetzen…

BATTLEFIELD HARDLINE (PC) heißt der neueste Action-Titel, der den Spieler in Shooter-Manier über die Maps hetzt. Entwickelt wurde das Spiel von Visceral Games, die Macher hinter der erfolgreichen „Dead Space“-Marke. Im Gegensatz zum Horror-Ansatz von „Dead Space“ geht es aber bei BATTLEFIELD HARDLINE (PC) nicht um Grusel und Schock an Bord eines Raumschiffes, auf einer Raumstation, einem Planeten oder im Weltall sondern um einen Einsatz von Cops gegen Gangster.
Veröffentlicht wird das Game von Electronic Arts.

Hintergrund:
Als Polizist Nick Mendoza gerät man in der Solokampagne von BATTLEFIELD HARDLINE (PC) in die Mühlen der Justiz. Der Kampf gegen die Drogenmafia in Los Angeles und Miami eskaliert und fordert ihre Opfer. Einer davon ist Nick Mendoza, der bereits zu Spielbeginn an Bord eines Gefängnistransports gezeigt wird. Wie es dazu kam, das ist ein Teil des Handlungsstrangs der Story von BATTLEFIELD HARDLINE (PC) im Solo-Modus.
Die Story ist recht ordentlich erzählt und weckt Erinnerungen an Filmklassiker wie „Heat“ oder Serienteilen von „Miami Vice“. Mit der Cop-Gangster-Story gewinnt BATTLEFIELD HARDLINE (PC) sicher keinen Drehbuch-Oscar, da die Dialoge sehr verwirrend geführt werden und eine echte Beziehung zu den Charakteren kaum aufkommt. Aber dennoch ist die Geschichte kein Totalausfall und unterhält auf ordentlichem Niveau.

Gameplay:
Der Shooter-Part von BATTLEFIELD HARDLINE (PC) funktioniert gut. Dafür sorgt allein schon die Tatsache, dass man Gerüst erneut die Frostbite-Engine verwendet hat. Die Levelstruktur ist eine Mischung aus streng linearen und offenen Gebieten. Der Look variiert dabei von dunklen und hellen urbanen Maps bis hin zu düster-dreckigen Sumpflandschaften. Abwechslung ist daher gegeben.
Die KI ist allerdings nicht besonders helle. NPC-Gangster bemerken den Spieler oft nicht, wenn er nur fünf Meter daneben steht und einen anderen NPC zwecks Gefangennahme anbrüllt.
Dieses Gameplay-Element ist neu in BATTLEFIELD HARDLINE (PC). Man kann sich nicht nur ballernd durch die Levels bewegen, sondern auch schleichend. Dann zückt man seine Polizei-Marke und nimmt die Bösewichter fest. Das ist sehr befriedigend und fügt der Battlefield-Erfahrung eine neue Variante hinzu. Belohnt wird man mit Erfahrungspunkten, die einen im Erfahrungs-Level aufsteigen und neue Fähigkeiten, Waffen und Boni freischalten lässt. Manch ein NPC ist auf der Fahndungsliste und man wird mit Extra-Punkten bei dessen Verhaftung belohnt.
Auch interessant ist das Feature, dass sogenannte Fall-Akten als Bonus-Ziele in den Levels auf die Spieler warten. Dabei handelt es sich um Dokumente oder andere Gegenstände, die mit einem Handscanner gefunden und eingescannt werden sollen, um in Gesamtheit neue Boni freizuschalten. Diese Idee funktioniert sehr gut, so dass man gerne die Maps wiederholt, um alle Fall-Akten zu finden.
Sehr gelungen ist die Präsentation von Ein- und Ausstieg aus dem Spiel. Dabei werden kurze Szenen gezeigt, welche einen Ausblick (beim Ausstieg aus dem Game) oder eine Zusammenfassung (beim Wiedereinstieg) zeigen. Auf diese Weise, bekannt von Serien, kann man auch nach längerer Spiel-Pause elegant informiert wieder ins Spiel kommen. Dafür gebührt Visceral Games ein großes Lob.
Insgesamt ist der Solo-Part zehn Episoden lang, was für ein Battlefield-Spiel als eine gute Länge einzustufen ist. Auch die Story ist ordentlich umgesetzt, so dass für kurzweilige Unterhaltung für Solo-Spieler gesorgt ist, welche auch den Wiederspielwert der Fall-Akten genießen. Doch alte Battlefield-Hasen werden sich vor allem auf den Multiplayer-Part stürzen wollen. Hierzu gibt es auch noch einige Infos und Kritikpunkte.

Mehrspieler:
Der Multiplayer-Part von BATTLEFIELD HARDLINE (PC) besteht aus 9 Karten. Das klingt nicht nach sonderlich viel, aber die Karten werden dynamisch an die Spieleranzahl angepasst. Dennoch sind neun Karten nicht allzu viel und sicherlich kommen da einige DLCs noch nach.
Der Mehrspieler-Teil von BATTLEFIELD HARDLINE (PC) hat ein Problem: Man vergleicht ihn automatisch mit „Battlefield 4“ und den Vorgängern. Und im Vergleich schneidet er nicht gut ab: zu kleine Maps, zu wenig Fahrzeuge. Doch ist es falsch, BATTLEFIELD HARDLINE (PC) mit „Battlefield 4“ zu vergleichen. Vielleicht hätte man das Spiel auch anders benennen sollen, denn der Schwerpunkt vom Mehrspieler bei BATTLEFIELD HARDLINE (PC) liegt nicht auf den großen Militärmaps sondern auf Verbrechensbekämpfung auf kleineren Karten. Damit liegt BATTLEFIELD HARDLINE (PC) näher am DLC „Close Quarters“ für „Battlefield 3“ als an „Battlefield 4“.
Zu den einzelnen Modi: „Hotwire“ spielt sich ähnlich wie „Conquest“, allerdings mit dem Unterschied, dass man mit Autos unterwegs ist. Das ist sehr spaßig geworden und bietet vor allem für Einsteiger schnelle Erfolgsmöglichkeiten
„Rescue“ – hier soll man Geiseln retten, bzw. das Retten verhindern. „Heist“ – ein Bankraub ist durchzuführen oder zu verhindern. Das spielt sich schnell und spannend, wird aber auf einigen Maps (z.B. „Hollywood Heights“) durch Nadelöhre in den Maps getrübt, wohinter sich ein Team verschanzen und das andere Team relativ leicht in Schach halten kann. „Blood Money“ kann überzeugen – auf der Karte ist Geld verteilt und soll abgeholt werden. Wer das meiste Geld klaut, gewinnt die Runde. Das spielt sich wie eine Mischung aus Capture-The-Flag und einem zielbasierten Modus a la „Heist“, eine gute Absprache der Teams ist Pflicht. Bei „Crosshair“ muss eine Partei einen VIP der anderen eliminieren. Mit eingespielten Teams ist dieser Modus interessant. Ansonsten endet er im Chaos. „Team Deatmatch“ ist wie bekannt, so beliebt – der Allrounder unter den Modi. Im Team schaltet man das andere Team aus.
Ingesamt spielt sich BATTLEFIELD HARDLINE (PC) im Mehrspieler-Modus sehr flott und auch die Levolution-Elemente, wie ein herabkrachender Baukran, sind sinnvoll integriert, wobei sie nicht den Grad an Spektakel erreichen wie bei „Battlefield 4“.
Der Eindruck bleibt dennoch ein positiver: BATTLEFIELD HARDLINE (PC) macht im Mehrspieler-Part Laune, auch weil u.a. die Maps kompakter sind und auch die Server bereits gut funktionieren. Hier hat E.A. aus den Fehlern des Launches von „Battlefield 4“ gelernt.

Grafik und Sound:
Die Grafik von BATTLEFIELD HARDLINE (PC) ist sehr gut. Die Frostbite-Engine hat noch immer nichts von ihrer Faszination verloren, denn sie zaubert hochaufgelöste und mit tollen Lichteffekten verzierte Levels auf den Bildschirm.
Die Atmosphäre von BATTLEFIELD HARDLINE (PC) ist gerade bei den Nachteinsätzen unheimlich dicht und voller Details, so dass man sich immer wieder in Betrachtung der Umgebung verliert.
Besonders gefallen konnten die Gesichter der Charaktere mit ihrer ausdrucksstarken Mimik. Beispielsweise ist die Darstellung von Augen ist so überzeugend gelungen wie in keinem anderen Spiel.
Der Sound des Spiels ist ebenfalls intensiv gelungen. Einzig die Synchronisation macht hier und da schlapp, was den positiven Gesamteindruck etwas schmälert.

Fazit:
BATTLEFIELD HARDLINE (PC) hat seine Vorzüge gegenüber dem Vorgänger, aber auch Nachteile. Zu den Vorzügen gehört, dass man auf schwere Fahrzeuge wie Panzer verzichtet und mehr auf schnelle Infanterie-Gefechte setzt, ab und an von Helikoptern und vereinzelten Fahrzeugen unterstützt. Zu den Nachteilen gehören die meist recht engen Maps.
Ein Vorteil ist die Kampagne, die im Vergleich zum Vorgänger wesentlich besser funktioniert. Insgesamt bleibt unter dem Strich ein positiver Eindruck. BATTLEFIELD HARDLINE (PC) macht Spaß, läuft bereits sehr rund und sollte für viele Stunden motivierend sein.

Cronn

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Brutal)

Grafik:

(Extrem gut)

Sound:

(Gut)

Spieltiefe:

(Mittel)

Steuerung:

(Extrem gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Visceral Games

Verlag:

Electronic Arts

Erschienen:

Mar. 2015

Kritiker:

Cronn

Typ:

Computerspiel

 

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