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Zombie Army Trilogy

Rebellion

Rezension von Cronn

Als ich das alte Gebäude am Stadtrand von Berlin betrete, höre ich bereits die körperlosen Stimmen.
Jemand flieht um Hilfe, setzt ein SOS-Signal ab. Ein Funkgerät steht auf einem Tisch, daneben Reste einer Mahlzeit. Ein Toter liegt davor. Die flackernde Kerze auf dem Tisch lässt unruhige Schatten über sein verwestes Gesicht streifen, erfüllt es mit unheimlichen Scheinleben.
Ich bin in Berlin angekommen, um herauszufinden, was es mit dieser mysteriösen Plage auf sich hat, welche überall Zombies aus dem Boden auferstehen lässt.
Als ich um die Ecke schleiche, höre ich sie. Sie stehen an den vernagelten Fenstern und stöhnen und greifen nach mir. Ich erledige sie mit einigen Kopfschüssen. Dabei denke ich mir stets: „Die armen Kerle. Was hat sie zu dem gemacht, was sie sind?“
Plötzlich bricht vor mir ein Zombie durch eine Tür, packt mich und schlägt mit seinen klauenartigen Fingern zu. Ich taumele verletzt zurück, trete gegen den Untoten. Dieser fällt um. Ich reiße meine MP-44 hoch und jage dem Zombie eine Salve in die Brust. Jetzt bleibt er endgültig tot liegen.
Danach schleiche ich nach draußen auf die Straße. Einen Schuttberg hoch und dann in ein zerstörtes Haus. Ich suche mir ein Fenster und schaue hinab auf die Straße. Ein gutes Dutzend Zombies schlurft dort unten umher!
Also gut, denke ich mir. Dann werde ich das mal erledigen.
Mit meinem Sniper-Gewehr lege ich an, ziele durch das Okular meines Scharfschützen-Aufsatzes und knippse einem nach dem anderen das untote Lebenslicht aus.
Dann ist der Weg frei und ich kann weiter nach Berlin vordringen, zum Ziel meiner Mission – dem Ursprung der untoten Invasion: Adolf Hitler.

ZOMBIE ARMY TRILOGY heißt der neueste Ableger der Reihe „Sniper Elite“. Die englischen Entwickler von Rebellion Software haben mit „Sniper Elite“ das erste reinrassige Scharfschützen-Game geschaffen, dem weitere folgten. Inzwischen ist der dritte Teil erschienen. Nun kommt als Spin-Off davon die ZOMBIE ARMY TRILOGY auf den Markt, u.a. für Playstation 4 und XBox One. Zum Test lag aber die PC-Fassung vor. Doch worum geht es in ZOMBIE ARMY TRILOGY genau?

Hintergrund:
Adolf Hitler steht vor den Trümmern seiner Weltmachts-Wahn-Politik. Von allen Seiten dringen seine Feinde nach Deutschland vor. Offiziere bitten ihn aufzugeben, doch Adolf Hitler will nicht seine Niederlage zugeben. Er startet eine letzte Offensive mit dem Plan D: Die Zombiefizierung von ganz Deutschland!
In der Rolle eines amerikanischen Scharfschützen soll nun der Spieler herausfinden, wie diese Zombiefizierung zu stoppen ist.
Im Laufe der ersten Mission stößt der Spieler auf weitere Charaktere der Anti-Hitler-Koalition. Gemeinsam mit ihnen nimmt er den Kampf gegen die Nazi-Zombies auf.
Die Story wird zwischen den Missionen in Zwischensequenzen weitererzählt, bleibt auf Trash-Niveau und ist nicht wirklich wichtig für das Game.

Gameplay:
Wie von der Original-Serie gewohnt spielt man den Sniper aus der Third-Person-Ansicht. Gleich zu Beginn kann man alle Waffen benutzen, was sehr schade ist, denn Freischaltbares existiert nicht, so dass die Motivation woanders her kommen muss.
Man trägt neben einem Sniper-Gewehr noch eine Zweitwaffe, wie eine MP. Daneben besitzt man eine Pistole und Granaten, Dynamit oder Minen. Perks gibt es keine.
Enthalten sind im Spiel die zwei bereits erschienenen Episoden und zudem die neue. Alle 15 Level sind auch sofort anwählbar. Das ist löblich, wenngleich ein wenig motivationshemmend.
Der Spielablauf ist anders als von der Serie gewohnt. Zwar ist man als Sniper unterwegs, aber es geht in ZOMBIE ARMY TRILOGY nicht darum, Laufwege von Gegnern auszukundschaften und heimlich vorzugehen. Hier ist man oftmals mitten im Geschehen und kämpft mit der Zweitwaffe ganze Hundertschaften von Zombies nieder. Oder man steht sicher erhöht und schießt Zombies wie bei einem Moorhuhn-Game nacheinander ab. In solchen Momenten wird das Sniper-Prinzip ad absurdum geführt. Dennoch macht es Spaß und ist herausfordernd, gerade bei sogenannten Belagerungs-Situationen, wo man z.B. ein Haus erst mit Minen bestückt und dann die heranrückenden Horden bekämpft.
Hat man sich erstmal an den veränderten Spielablauf gewöhnt, kann vor allem die Atmosphäre dank der gelungenen Lichtchoreographie gefallen. Sie ist unwirklich, gruselig und passt zum B-Movie-Trash-Niveau, welches das Game aus allen Ecken und Enden blutet. Auf diese Weise sind auch die blutigen Effekte zu sehen, die das Spiel besitzt. Hier wird eine gehörige Portion Splatter ausgebreitet und das Spiel gehört definitiv nicht in Kinderhände. Auch die Kill-Cam gehört dazu. Besondere Treffer werden vom Spiel besonders „gewürdigt“: Die Kugel wird von der imaginären Kamera verfolgt bis zum Einschlag und darüber hinaus. Oftmals wird dabei in eine X-Ray-Kamera-Sicht geschaltet. Diese zeigt dann an, wo und wie die Kugel aufschlägt, welche Partien davon zerschmettert werden. Das ist heftig und spielerisch nutzlos. Nach dem zehnten Mal wiederholt sich dieser Effekt auch und nutzt sich ab. Auch der Spielfluss geht durch die Kamerafahrt verloren. Andererseits kann es auch als „Belohnung“ für gelungene Distanzschüsse verstanden werden. Aber diese Geschmacksfrage muss ein jeder Spieler für sich entscheiden.
Ärgerlicher sind Bugs und Übersetzungsfehler im Spiel. Ab und an ist im Menü der einzelne Menüpunkt nicht exakt anwählbar per Maus. Da ist es besser, man arbeitet hier mit der Tastatur. Im Spiel gelangt man abschnittsweise zum Nachrüsten der Waffen einen sogenannten Tresor-Raum. Da hat man wohl den aus anderen Zombie-Shootern bekannten „Saferoom“ falsch übersetzt. Gottlob sind KI-Aussetzer wohl bei Zombies als grundlegendes Prinzip ihrer Daseinsform anerkannt, sonst müsste man hier auch noch kritisieren. Nach einiger Zeit wird das Spielprinzip hier und da etwas repetitiv und die Levels sind etwas schlauchig. Doch vereinzelte Bossfights und Befestigungs-Kämpfe lockern wieder auf. Aber das sind die einzigen auffälligen Aspekte, die negativen ins Gewicht fallen.
Ansonsten spielt sich ZOMBIE ARMY TRILOGY unbeschwert actionbetont. Für Einzelspieler mit einem Fable für die Trash-Atmosphäre sicherlich interessant.

Multiplayer:
Großen Spaßfaktor entwickelt das Game im Multiplayer-Bereich. Hier kann man sich zu mehreren durch die Levels schlagen oder auch im Horde-Modus gegen Wellen immer stärkerer und zahlreicher werdender Feinde schießen.
Ist man mit Freunden unterwegs, kann man sich mit ZOMBIE ARMY TRILOGY einige unbeschwerte Stunden machen.

Grafik und Sound:
Die grafische Umsetzung ist ordentlich gelungen. Die Aufwertung des Grafikgerüsts ist deutlich zu erkennen, gerade im Bereich der Beleuchtung. Die stimmungsvolle Lichtchoreographie wurde schon mal in der Rezension erwähnt und soll auch jetzt nochmals genannt werden. Sie trägt viel zur Atmosphäre bei, die sehr gruselig wirkt. Auch Nebeleffekte passen hierzu. Dass die Texturen bei näherem Hinsehen nicht allzu detailliert sind, fällt da kaum auf.
Der Sound ist ein interessanter Beitrag zum Spiel. Die Musik ist beispielsweise nicht orchestral geworden, wie man das vermuten würde, sondern erinnert mehr an die Movie-Scores von John Carpenter mit ihren elektronischen Keyboard-Sounds. Das ist eine passende Hommage an die B-Movies. Der Umgebungssound ist auch gut gelungen. Besonders auffällig ist das permanente Flüstern im Hintergrund, das den Spieler öfters entnervt die Kopfhörer abnehmen und sich umschauen lässt. Für ein Horrorspiel perfekt geworden.

Fazit:
ZOMBIE ARMY TRILOGY erfindet das Rad nicht neu. Die Story dahinter kann man getrost beiseite schieben (irgendwas mit Nazi-Zombies, halt), die Grafik ist ordentlich, aber nicht Oberliga und das Gameplay führt seine Wurzeln selbst ins Absurde.
Dennoch – oder gerade deswegen – macht das Spiel Spaß. Wer einen Sinn für Trash-Movies hat und gerne ein wenig das Scharfschützengewehr herausholen möchte – und sich nicht am Splatter stört – der kann mit ZOMBIE ARMY TRILOGY unterhaltsame Stunden verbringen.
Erhältlich ist das Spiel via Steam für den PC oder als Box-Versionen für PS4 und Xbox One.

Cronn

Datenbank:0.0012 Webservice:0.1111 Querverweise:0.0057 Infos:0.0008 Verlag,Serie:0.0006 Cover:0.0001 Meinungen:0.0008 Rezi:0.0001 Kompett:0.1207

 

Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Schwierigkeit:

(Leicht)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Bluttriefend)

Grafik:

(Mittel)

Sound:

(Gut)

Spieltiefe:

(Gut)

Steuerung:

(Gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Rebellion

Verlag:

Soldout

Erschienen:

Mar. 2015

Kritiker:

Cronn

Typ:

Computerspiel

 

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