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Am Sonntag bist du tot

McDonagh, John

Rezension von Cronn

Eine Blu-Ray-Rezension


Es gibt Filme, die ziehen an einem vorbei und nach einer Woche weiß man kaum noch, wie die Darsteller hießen geschweige denn, wie der Handlungsverlauf war. „Am Sonntag bist du tot“ gehört definitiv nicht dazu.
Gedreht in Irland von John McDonagh macht schon die erste Szene klar, wohin die Reise geht. Und bis zum Ende des Films wird der Zuschauer nicht mehr losgelassen.
Es geht um Schlüsselbegriffe wie Schuld, Vergebung und Religiosität in modernen Zeiten, auf die der Film Ansätze liefert zu einer Antwort.
Doch was ist der Inhalt des Streifens, der von Ascot Elite Home Entertainment herausgebracht wird? Zunächst soll eine Zusammenfassung der Handlung gegeben werden.

Inhalt:
„Eigentlich will Dorfpriester James Lavelle (Brendan Gleeson) doch nur, dass es allen Menschen in seinem Provinznest an der irischen Küste gut geht. Doch seine Gemeinde schockt ihn regelmäßig durch ihren Hass und ihre Streitlust. Eines Tages, als der Geistliche die Beichte abnimmt, droht ihm eines seiner Schäfchen: „Am Sonntag bist du tot!“ Nicht, dass der unbescholtene Priester etwas ausgefressen hätte. Er soll stellvertretend für einen anderen katholischen Priester sterben, der dem Gläubigen früher Schlimmes angetan hat, aber nicht mehr lebt.
Immerhin hat sich vor knapp 2000 Jahren ja auch Jesus Christus für die Sünden der Menschheit geopfert und schuldlos auf dem Hügel Golgatha kreuzigen lassen. Das Beichtgeheimnis hindert den Priester daran, die Polizei einzuschalten. Also muss er sich selbst auf die Suche nach seinem zukünftigen Mörder machen.
Eine turbulente Woche vergeht wie im Flug. Wird die raue Küste Irlands am Sonntag zu seinem ganz persönlichen Golgatha?“
Der offizielle Klappentext gibt den Inhalt recht gut wieder, liegt aber in einem Punkt falsch. So ist der Film kein Krimi und der Priester nicht auf der Suche nach dem zukünftigen Mörder, denn er weiß schon zu Beginn dessen Identität.

Kritik:
Schon in der ersten Szene, mit dem ersten Satz, wird die Fahrtrichtung des Filmes klar. Es wird in der Folge bis zum Ende der Szene Spannung aufgebaut und diese lässt nur wenig nach über die gesamte Laufzeit des Films. Während im Hintergrund die Frage nach der Identität des Täters für die Zuschauer stets vorhanden ist, erzeugen aber vor allen Dingen die Figuren selbst diese Spannung.
Der Drehbuchautor und Regisseur John McDonagh entfaltet vor den Zuschauern ein Plateau an Charakteren, die sinnbildlich für die Menschheit stehen könnten. Dies alles versammelt er an einem Ort an der irischen Küste und macht diese zu einem Kulminationspunkt menschlicher Schicksale.
Ein alternder Autor, ein aus den Fugen geratener reicher Bänker, die suizidgefährdete Pfarrerstochter, die betrügende Ehefrau, der auf den eigenen Vorteil bedachte Liebhaber, der kirchenkritische Wirt und der zynische Arzt – sie alle wirken mit an der Darstellung des Kampfes von Pfarrer James Lavelle gegen die ureigenen Dämonen und diejenigen, die er erst zu den eigenen macht.
Brendan Gleeson spielt den Dorfpriester so überzeugend und voller Inbrunst, dass er tatsächlich derjenige ist, der allein den Film tragen könnte. Doch ihm zur Seite steht eine Schauspieltruppe, die ihm jederzeit das Wasser reichen kann. Das beginnt mit seiner Filmtochter, dargestellt von Kelly Reilly und endet beim durchtriebenen, aber liebenswerten Ministranten, verkörpert von Michael Og Lane. Die Cast ist superb besetzt, es gibt keinen einzigen Ausfall dabei. Jeder Schauspieler leistet unter der sehr gelungenen Regie tadellose Arbeit.
Wirkt der Film anfangs bitter-zynisch, wird er zur Mitte der Laufzeit hin durchsetzt von tragik-komischen Elementen, um dann am Ende sich aufzuschwingen zu dramaturgischen Höhen von geradezu philosophischer Tragweite. Dazu gesellen sich geschliffene Dialoge von geradezu überwältigender Sprachkraft.

Bonusmaterial:
In der Zusatzsektion sind eine Menge Boni vorhanden. Die Palette reicht von Trailern über Hintergrund-Berichten a la Making-Of, Interviews, bis hin zu einem Featurette. Damit ist die Bonussektion gut gefüllt.

Fazit:
„Am Sonntag bist du tot“ hat zwar einen reichlich obskuren deutschen Titel bekommen, der nicht ansatzweise an die Bedeutungsfülle des englischen Originals („Cavalry“ = „Kalvarienberg“) herankommt, ist aber inhaltlich vom Kern her ein Streifen, um den kein Filmfreund herumkommt.
Ein grandios aufspielendes Cast wird von einem sehr gelungenen Drehbuch unterstützt, das zunächst als Krimi daherkommt, sich aber später zu einem Philosophie-Stück aufschwingt, das die menschlichen Zwischentöne aber niemals verleugnet.
Das macht „Am Sonntag bist du tot“ zu einem Ausnahmefilm und einem Überraschungshit! Unbedingt ansehen!

Cronn

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Vertretbar)

Ton:

(Extrem gut)

Bild:

(Extrem gut)

Menüs:

(Gut)

Ausstattung:

(Gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

McDonagh, John

Verlag:

Ascot Elite Home Entertainment

Erschienen:

Mar. 2015

Kritiker:

Cronn

Typ:

DVD

 

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