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Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen

Anderson, Brad (Regie); Poe, Edgar Allan

Rezension von Cronn

Eine Blu-Ray-Rezension

Lange Zeit war es ruhig rund um den Regie-Newcomer Brad Anderson. Nach seinem Achtungserfolg mit „Session 9“ und dem Anschluss-Film „The Machinist“ mit Christian Bale, der dabei körperlich an seine Grenzen ging, hörte man von Brad Anderson wenig im Bereich des phantastischen Films.
Doch nun hat er sich zurückgemeldet auf diesem Gebiet: „Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen“ heißt der deutsche Titel seines Streifens „Stonehearst Asylum“.
Und wieder einmal beschäftigt sich Brad Anderson mit dem Wahnsinn und dem, was mancher dafür hält. An Bord hat er diesmal ein wahres Arsenal an Stars, u.a. Ben Kingsley, Michael Caine und Kate Beckinsale. Als männlicher Hauptdarsteller fungiert Jim Sturgess, bekannt hierzulande aus „Cloud Atlas“.
Doch worum geht es in „Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen“ überhaupt? Um das zu klären, soll zunächst eine Inhaltsangabe folgen.

Inhalt:
„Am Weihnachtsabend 1899 erreicht Edward Newgate (Jim Sturgess) die abgelegene Irrenanstalt Stonehearst. In der Einrichtung für psychisch kranke Menschen möchte er von Dr. Lamb die modernsten Techniken und Methoden im Umgang mit Geisteskrankheiten erlernen. Anders als üblich werden die Insassen hier nicht betäubt oder gefesselt, sondern können sich frei entfalten und ihren Wahnsinn ausleben. Unter den Patienten der Einrichtung befindet sich auch Eliza Graves, die von Anfang an eine geheimnisvolle Anziehung auf Edward ausübt. Als Edward jedoch verdächtigen Geräuschen in die dunklen Keller des Gebäudes folgt, entdeckt er einen eingesperrten Mann, der behauptet, der eigentliche Leiter der Einrichtung zu sein. Um Dr. Lamb zu stoppen, muss Edward es schaffen, die geheimnisvolle Patientin Eliza Graves zu überzeugen, ihm zu helfen…“
Der offizielle Klappentext gibt den Inhalt des Films kongenial wieder, so dass weitere Erläuterungen unterbleiben können. Von daher folgt sogleich die Kritik.

Kritik:
Der schmale Grat zwischen Wahnsinn und Normalität ist Brad Andersons Lieblingsthema. Schon in seinen früheren Filmen hat ihn dieses Thema beschäftigt. Und auch in „Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen“ ist es wiederum eine Story, die rund um die Frage nach dem Wahnsinn kreist, welche Anderson umtreibt.
Dabei ist die Story so geschickt konstruiert, dass platte Schwarz/Weiß-Malereien ausbleiben. Im Gegenteil. Geschickt wird mit der Wahrnehmung und den Erwartungen des Zuschauers gespielt, diese werden zum Teil mehrfach in Frage gestellt, unterwandert und dann am Ende in ein harmonisches Finale überführt, das man bei einem derartigen Film – und dazu noch von einem derartigen Regisseur – nicht erwartet hätte.
Diese Ambiguität tut dem Film gut. Es wird zwar am Ende der Zweifel über den Wahnsinn der beteiligten Personen weitgehend ausgeräumt, aber der Zweifel über die unterschiedlichen Methoden von Dr. Lamb und Dr. Benjamin bleibt bestehen. Interessanterweise sind es gerade die unkonventionellen Methoden des Wahnsinnigen, die dem Zuschauer als humaner im Gedächtnis bleiben. Unsere modernen Vorstellungen der Behandlung von Psychosen sind diesen näher als die Behandlungsmethoden mit Schocktherapien, welche der „gesunde“ Anstaltsleiter anwendet. Doch auch das wird relativiert, indem der Wahnsinnige am Ende zu einer extremen Stromtherapie greift. Wie man sieht, spielt Anderson geschickt auf der Klaviatur der Zuschauererwartungen und der Zuschauerdenkweise, wendet dabei mehrfach das Blatt.
Auch die Schauspieler sind gut aufgelegt. Allen voran ist Ben Kingsley zu nennen, der seine Figur mit großem Verve spielt. Auch Michael Caine, obgleich etwas weniger agil als Kingsley, macht eine ordentliche Figur. Kate Beckinsale darf diesmal mehr als nur gut aussehen und verleiht ihrem Charakter moderne weibliche Züge. Der Sympathieträger des Films ist für den Zuschauer durchwegs Jim Sturgess. Er übernimmt seine Hauptrolle mit Bravour und ist stets in jeder Szene präsent. Heimlicher Star ist der Charakter von David Thewlis (u.a. bekannt aus den Harry-Potter-Filmen). Seine durchtriebene Freundlichkeit bleibt noch lange im Gedächtnis, vor allem, weil dahinter eine perfide Grausamkeit schwelt.
Die Setdesigner durften sich bei diesem Film ausleben und badeten nahezu in einer cineastischen Mini-Version des ausgehenden 19ten Jahrhunderts. Auch die Kameraarbeit überzeugt in allen Belangen. Das alles macht den Film zu einem Augenschmaus.

Zusatzmaterial:
Auf der Blu-Ray-Scheibe ist noch der Originaltrailer sowie eine Trailershow anderer Filme aus dem Haus Universum vorhanden. Schade, dass da nicht mehr geboten wird.

Fazit:
Brad Anderson hat es wiederum geschafft. Sein Film „Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen“ verwischt die Grenzen zwischen Wahnsinn und Normalität auf mehrere Weisen. Dabei verliert das Grundmotiv, das Edgar Allan Poe literarische gewoben hat, mehr und mehr seine Bezüge und erhält Originalität. Auch wenn man die Geschichte „The System of Professor Tarr and Professor Feather“ von Poe bereits kennt, ist „Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen“ eine lohnenswerte Anschaffung. Das geschickte Spiel der Story, die gut aufgelegten Schauspieler, das opulente Set – all das verbindet sich zu einem cineastischen Leckerbissen.

Cronn

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

Ton:

(Extrem gut)

Bild:

(Extrem gut)

Menüs:

(Mittel)

Ausstattung:

(Mies)

 

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Infos Brad Anderson:
Biographie von Brad Anderson (Regie)
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Weblinks:
Homepage Brad Anderson

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Anderson, Brad

Verlag:

Universum Film

Erschienen:

Jan. 2015

Kritiker:

Cronn

Typ:

DVD

 

Brad Anderson

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