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Snowpiercer

Joon-Ho, Bong

Rezension von Cronn

Eine Blu-Ray-Rezension

Im Bereich der Comic-Umsetzungen gibt es erstaunliche wenige Ansätze zur Science-Fiction-Verfilmung. Es dominieren die Superhelden-Verfilmungen wie „Batman“, „Spiderman“, „Hulk“, „The Fantastic Four“, „Iron Man“ oder jüngst „Thor“ und „Avengers“.
Dabei bietet die Comic-Szene eine reiche Auswahl an durchaus tiefergehenden Ideen. Zack Snyder hat sich hierbei für „Watchmen“ interessiert und eine gelungene Variation des Superhelden-Mythos geschaffen. Doch wiederum verblieb er bei den Superhelden. Der südkoreanische Regisseur Bong Joon-Ho allerdings hat sich mit seiner neuesten Produktion nach „The Host“ eines SF-Comics bedient, der Gesellschaftskritik mit einer dystopischen Zukunftsvariante verbindet. Herausgekommen ist dabei ein spannender Film namens „Snowpiercer“, der nun von Ascot Elite für den Home Entertainment Bereich veröffentlicht wird. Zum Test lag die Blu-Ray-Disc vor, welche die beste Bild- und Soundwiedergabe bietet.

Inhalt:
„Die Erde in naher Zukunft: Ewiges Eis und Schnee bedecken den einst so grünen Planeten. Kein Leben rührt sich mehr. Nur ein Zug, der einsam durch die verlassene Schneelandschaft fährt, bietet den überlebenden Menschen noch Schutz vor der tödlichen Kälte. Hier haben sie ihre letzte Zuflucht gefunden. Doch die Masse der verbliebenen Menschheit fristet im hinteren Teil des Zuges ein Leben in ewiger Dunkelheit, während vorne die wenigen reichen Passagiere im Luxus schwelgen. Aber die Zeichen stehen auf Veränderung. Eine Revolution steht kurz bevor …“
Der Klappentext des Herstellers bringt den Inhalt sehr gut auf den Punkt. Auf eine weitere Beschreibung kann daher getrost verzichtet werden.

Kritik:
„Snowpiercer“ basiert auf dem Comic „Schneekreuzer“ von Jacques Lob, Benjamin Legrand und Jean-Marc Rochett. Dies sich zur Vorlage nehmend war dem Regisseur Bong Joon-Ho klar, dass es kein leichter Dreh und auch kein kostengünstiger Film werden würde. Mit über 40 Millionen Euro ist es der teuerste Streifen, den Südkorea mitproduziert hat. Aber das Ergebnis hat sich mehr als gelohnt!
Zunächst zum Drehbuch. „Snowpiercer“ bringt das Kunststück fertig, nicht nur ein toller Action- und SF-Film zu sein, sondern transportiert darüber hinaus auch noch sublime Botschaften über den Zustand der Gesellschaft und die Gefahren, die sich daraus ergeben. Die Revolution der Armen gegenüber den Reichen an der Zugspitze kann man durchaus als Allegorie auf den Klassenkampf der Kommunisten werten, aber auch in die Gegenwart transportieren, wo die Schere zwischen Arm und Reich mehr und mehr auseinander klafft und die Gefahr eines Umsturzes in sich birgt. „Snowpiercer“ zeigt dies im Gewand eines Science-Fiction-Films, was deutlich macht, welche innovative Kraft dieses Genre besitzt.
Doch „Snowpiercer“ ist mehr als das. Der Film ist auch ein klug inszenierter und mit comichaften Charakteren ausgestatteter Action-Streifen. Die Action-Sequenzen sind wuchtig inszeniert und treffen den rauen, harten Ton des Überlebenskampfes. Dazu passen interessante Shootouts, wie beispielsweise während einer Kehre des Zuges, als der Held des Films seinen Kontrahenten von Zugwaggon zu Zugwaggon gegenübertritt – aber mit den Waffen durch die Seitenscheiben schießend! Grandios!
Auch die Nebenfiguren besitzen bei „Snowpiercer“ Tiefe und bleiben nicht blass oder sind gar reine Unterstützer für den Helden. Nein, hier werden kleine Geschichten aufgebaut, rund um Freundschaft, Liebe zu Kindern und tiefste Selbstverzweiflung. Kaum ein anderer Streifen wagt sich dermaßen weit vor, wie „Snowpiercer“, wenn es um die Darstellung von menschlichen Abgründen in einem Science-Fiction-Reißer geht. Mutig ist er, dieser Bong Joon-Ho und verdient damit den Respekt eines jeden Filmliebhabers.
Die Schauspieler selbst sind hochkarätig. Einige sollen stellvertretend vorgestellt werden. Allen voran Chris Evans, der als Held des Films gleichzeitig Stärke, aber auch Verletzlichkeit zeigen darf. Tilda Swinton als Ministerin ist kaum wiederzuerkennen, hat aber sichtlich viel Spaß an der Überzeichnung ihres Charakters. Und es ist schön, den Mimen Ed Harris wieder einmal zu begegnen. Seine Darstellung des Zugerfinders geht weit hinaus über das reine Schwarz-Weiß-Schema, das man von „Bösewichtern“ in Comicverfilmungen gewohnt ist.

Bonusmaterial:
Als Zusatz gibt es auf der Silberscheibe ein Making-Of und viele Trailer zu sehen. Das ist leider nur bedingt ausreichend. Man hätte sich mehr Interviews oder sogar Audio-Kommentare gewünscht. Schön ist allerdings, dass es eine Artwork-Galerie gibt, die Einblick in das Produktionsdesign ermöglicht und dass ein animierter Clip die Vorgeschichte von „Snowpiercer“ erklärt. Insgesamt ist die Ausstattung daher als noch gut zu bezeichnen.

Fazit:
„Snowpiercer“ ist ein hochgradig intelligenter SF-Action-Film, der mit interessanten cineastischen Einfällen, erstklassigen Schauspielern und einer tollen mehrdeutigen Geschichte auf ganzer Linie überzeugt.

Cronn

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Brutal)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Joon-Ho, Bong

Verlag:

Ascot Elite

Erschienen:

Sep. 2014

Kritiker:

Cronn

Typ:

DVD

 

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