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Judaswiege

Berkeley, Ben

Rezension von Arielen

Ben Berkeley wurde zwar 1975 in Palo Alto geboren und wuchs in der Bay Area auf, spricht aber Deutsch genau so gut wie Englisch, weil er der Sohn von Einwanderern ist. Nach seinem Psychologiestudium wurde er Berater des FBI und später zu einem der Experten im Bereich Medien- und Täterpsychologie. Einige der dort gesammelten Erfahrungen hat er in seinem Debütroman „Judaswiege“ verarbeitet. Heute lebt er abwechselnd in Santa Barbara, Kalifornien, und Tel Aviv, Israel.

Ein noch gesichtsloser Psychopath stellt das FBI vor große Herausforderungen, denn er schaltet junge Frauen mittels einer Autobombe aus, die zwar das Fahrzeug beschädigen, nicht aber die Personen und verschleppt sie dann in einsame Gegenden, um sie dort über Wochen grausam zu Tode zu foltern. Dabei setzt er auch ein Instrument der Inquisition ein – die sogenannte „Judaswiege“.
Noch bringt niemand das ganze mit dem Verschwinden von Jessica von Stein in Verbindung, die 2004 kurz nach ihrer Trauung spurlos verschwand und auch nicht mehr gefunden wurde. Da ihr Mann sich immer noch nicht mit der Tatsache abfinden kann, beauftragt er den Anwalt Thibault Godfrey Stein, weiter zu ermitteln, der dafür auch die ehemalige FBI-Agentin Klara „Sissi“ Sewell anheuert.
Da sie auch noch Kontakte zu ihrem ehemaligen Kollegen, dem FBI-Profiler Sam Burke hat, dem sie gelegentlich inoffiziell als Beraterin zur Seite steht, ergeben sich schon bald erste überraschende Verbindungen, die ausgerechnet durch die ungewöhnlichen und nicht immer ganz legalen Aktionen Sewells und Steins ans Licht kommen.
Doch erst Videofetzen im Internet und der Einsatz moderner Technik machen es möglich, dem Täter wirklich auf die Schliche zu kommen. Denn je mehr Burke über den Mann und seine Vorgehensweise herausfindet, desto deutlicher wird, dass man es hier nicht nur mit einer zweigespaltenen, sondern sogar dreigespaltenen Persönlichkeit zu tun hat.
Letztendlich bleibt ihm und seinen Kollegen nichts anderes übrig, als sich mit dem Mann auf ein gefährliches Spiel einzulassen, um ihm endlich die Maske vom Gesicht reißen zu können.

Serienkiller waren in den letzten Jahren sehr beliebt und sind es auch immer noch, so dass es für junge Autoren nicht immer leicht ist, Geschichten zu erzählen, die sich aus der Masse hervor heben. Viel zu gerne verlassen sich Schriftsteller auf Erfolgsrezepte und kopieren Bestseller mehr oder weniger gut.
Nicht so Ben Berkeley. Zwar erfindet auch er das Genre nicht neu, aber er geht seinen Weg, indem er alle Figuren ausführlich bedenkt, so dass auch die Gedankenwelt des Serienkillers plausibler und nachvollziehbarer wird.
Neben dem Ermittler und seinem Team kommen auch sehr unkonventionelle Personen ins Spiel – sei es nun die eigenwillige Ex-FBI-Agentin, die auf eigene Faust und oft genug auch am Rande der Legalität arbeitet, oder der gerissene Anwalt Stein, der ebenfalls keine Skrupel kennt, um zum Ziel zu kommen.
Dazu arbeitet er sehr bewusst mit der modernen Technik und Gesellschaft, zeigt, wie diese Täter und Opfer heute entsprechend beeinflussen kann. Auch Zitate der Popkultur fließen gelegentlich mit ein, was die Figuren glaubwürdiger und sympathischer macht. Man merkt auch, dass er sich mit der Materie auskennt, weil sich die Ermittlungsmethoden sehr echt anfühlen.
Die Handlung kommt zwar nur langsam voran, ist aber so aufgebaut, dass sie nicht langweilig wird. Der Autor verzichtet auch noch auf brutale und grausame Szenen, beschreibt lieber die Wirkung dessen, was die Figuren sehen, als die Dinge beim Namen zu nennen.
Das schürt die Phantasie der Leser gehörig und lässt mehr als einmal einen Schauer über den Rücken rinnen, ohne dass Blut fließen muss. Nur am Ende macht es sich der Autor mit der Auflösung ein wenig leicht, so dass man eventuell nicht ganz zufrieden ist, weil man mehr erwartet hat.

Alles in allem bietet „Judaswiege“ spannende und kurzweilige Krimiunterhaltung auf hohem Niveau, die dem Profil der literarischen Serienkiller eine weitere Facette hinzu fügt, ohne dass dem Leser dabei durch effekthascherische Beschreibungen übel wird.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

USA

Zeit:

21. Jahrhundert

Autor:

Berkeley, Ben

Verlag:

Piper

Erschienen:

Dez. 2011

Kritiker:

Arielen

ISBN:

3-492-27291-6

ISBN(13):

978-3-4922-729-9

EAN:

9783492272919

Typ:

Computerspiel

 

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