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Schattenjäger: Mit Feuer und Schwert

Luikart, T.S.; Barnes, Owen

Rezension von Thomas Pichler
Aus der Reihe "Warhammer 40.000"

Wer sich im Universum von Warhammer 40.000 als Akolyth der Inquisition auf Abenteuer begeben will, ist mit dem Rollenspiel Schattenjäger schon gut beraten. Auf das Regelwerk folgt nun der Hardcoverband Mit Feuer und Schwert, der drei lose zusammenhängende Abenteuer präsentiert. Intrigen, Action und Horror verspricht die auf rund 140 Seiten dargebrachte Mischung – für jeden Spielertyp etwas also.

„Freue dich, denn du bist wahrhaftig“ lautet der Titel des ersten Abenteuers. Irgendetwas ist faul in der Makropole Sibellus, genauer gesagt, eine dort tätige Sekte hat das Interesse der Inquisition geweckt. Die Akolythen sollen daher verdeckt in adligen Kreisen und auch schlechteren Teilen der Makropole ermitteln, um mehr über diesen Freudvollen Chor zu erfahren. Entsprechend weite Teile des Abenteuers drehen sich um die Interaktion der Charaktere mit diversen Persönlichkeiten, denen es Informationen oder anderes zu entlocken gilt. Hier offenbart sich, dass knapp 50 Seiten etwas wenig Platz für solch ein Abenteuer bieten. So ist das Abenteuer durchaus bemüht ist, je nach Vorgehen und Erfolg der Spieler leicht unterschiedliche und teils optionale Handlungsverläufe zu bieten – um den Preis, dass selbst relativ wichtige NSCs in ihrer Ausarbeitung teils recht platt bleiben. Ein wenig entsteht dabei der Eindruck, dass dieses Intrigen-Abenteuer letztendlich doch mit schießwütigen Spielern im Sinn konzipiert wurde. Wer als Spielleiter bereit ist, extra Vorbereitungszeit zu investieren, kann aus den höfischen Rollenspiel-Szenen aber eine Menge mehr in machen. Für Rollenspiel-Neulinge ist die Vorlage aber wohl etwas zu knapp. Entsprechend schwer ist eine Spielzeitabschätzung – das hängt hier sehr von den Präferenzen und Gepflogenheiten von Spielleiter und Gruppe ab.

Im zweiten Abenteuer „Schatten im Zwielicht“ müssen die Akolythen unter Zeitdruck ins Innere eines Space Hulks vordringen, einem unwegbaren Konglomerat aus Raumschiffen und anderem Material, das vom Warp in den Realraum übergetreten ist. Ziel der Suche ist ein legendäres Artefakt und dem Team steht ein erfahrener NSC-Kämpfer zur Seite – immerhin soll hier Action geboten werden. Die gibt es auch, unter anderem durch das Aufeinanderprallen mit Dark Eldar. Das ist auch insofern ein Highlight des Bandes, weil somit erstmals Schattenjäger-Werte und einige typische Waffen wenigstens für eine Xenos-Rasse veröffentlicht werden. Ein wenig Hirnschmalz kann für die Akolythen freilich auch nicht schaden, das hilft beim Umgang mit anderen Wesen an Bord des Hulks. Dem Action-Anspruch wird das Abenteuer jedenfalls gut gerecht. Es sollte problemlos möglich sein, den Zeitdruck auch insofern umzusetzen, als dass die Spieler das Abenteuer innerhalb einer etwas längeren Spielsitzung bestehen müssen. Gelingt ihnen das nicht, haben sie sich wohl zu sehr verfranst und die Charaktere sollten kaum Überlebenschancen haben. Das Abenteuer ist übrigens auch seitenumfangsmäßig am kürzesten – wirkt aber dennoch am komplettesten.

Der letzte Auftrag bringt die Spieler auf ein Höllenloch von Minenwelt. Ein Mutant und seine Bande machen Terror mit schrecklichen Waffen. Als Verbündeter wird den Spielern ein Ketzer-Baron zur Seite gestellt – was sowohl logisch als auch vom Aufbau der entsprechenden Szene her ziemlich unlogisch wirkt.. „Die Hoffnung des Barons“ ist dabei sicherlich, dass sich die Zustände auf seiner Heimatwelt bessern – und er vielleicht eine zweite Chance bekommt. Das Abenteuer zeichnet während der Ermittlungen ein wahrlich düsteres Bild der Minenwelt, dass langsam auf ein chaosgefälliges Horror-Ende mit massig Warp-verseuchten Kreaturen hinsteuert. Ich glaube aber nicht, dass das für allzu viele Spieler einen wirklichen Schock bedeutet – die wissen ja, dass sie Schattenjäger spielen. Für den Spielleiter erklärt der Band recht gut, warum die Terrororganisation so gut Fuß fassen konnte – allerdings wirkt die Geschichte schon ein wenig verworren. Das gilt umso mehr für Spieler, deren Wissensstand um die Terrorgruppe, Hintergründe und die Ziele ihres Anführers letztendlich sehr von Ermittlungsweise und –erfolg abhängt. Sicher ist nur, dass sie sich letztendlich den Auswirkungen des Treibens stellen müssen. Dazu zählt auch ein richtig schlechter Abspann. Bei so mancher Gruppe wird es zu Widerworten oder gar Auflehnung gegen den direkten Befehl eines Vorgesetzten kommen, wenn ein Held hinzurichten ist - damit ist eigentlich immer dann zu rechnen, wenn die Akolythen nicht zuvor durch eine all zu Imperator-gefällige Haltung das Abenteuer regelrecht torpediert haben. Das sollte auch einem Autor klar sein und den Spielleiter damit ohne Tipps im Regen stehen zu lassen, ist sicher nicht die feine Vorlagen-Art.

Alle drei Abenteuer sind lose durch einem roten Faden miteinander und auch mit dem Abenteuer aus dem Grundregelwerk verbunden. Es gibt diverse Anspielungen auf und Verbindungen zu einer geheimnisvollen Verbrecherorganisation im Calixis-Sektor und deren noch mysteriöseren Anführer. So und auch mit kleineren Kniffen werden Grundsteine für zukünftige Abenteuer gelegt, in denen eventuell Charaktere oder Orte aus diesem Band nochmals eine Rolle spielen oder zumindest referenziert werden könnten. Das bietet einen wunderbaren Sandkasten zum Basteln weiterer Kampagnenabenteuer, was für Spielleiter Goldes wert ist. Freilich ist die Frage, ob die Organisation und ihr Anführer in zukünftigen offiziellen Abenteuern und Quellbänden nicht doch wieder eine Rolle spielen werden – aber das wird nur Kontinuitätsfanatiker vom Austoben abhalten.

Optisch ist der Band wieder gut gelungen – eigentlich sogar zu gut. Denn diverse Seiten, die eigentlich als Spielerhandout kopiert werden sollten, sind so schön gemacht, dass ich mir doch einen A3-Farbkopierer wünschen würde. Nobel geht das Imperium zugrunde! Gegenüber dem Grundregelwerk kann mich der Band auch sprachlich besser überzeugen – sowohl Übersetzung als auch Lektorat waren wohl mehr auf der Höhe (oder vielleicht nur weniger unter Zeitdruck?). Stolz ist allerdings der Preis, was wohl auch an der Hardcover-Ausführung liegt – 35 Euro für drei Abenteuer ist nicht gerade ein Pappenstil.

Alles in allem bietet der Band Mit Feuer und Schwert grundsolide Abenteuerkost. Das kurze Action-Szenario ist dabei für mich das Highlight, denn es passt genau so, wie es ist. Das Intrigen-Spiel ist interessant, macht aber klar, dass 140 Seiten doch etwas knapp sind für drei Abenteuer – denn wirklich ideal verwerten kann diese Vorlage wohl nur ein erfahrener Spielleiter. Das Horror-Szenario bildet einen eher schwachen Abschluss, der aber durch den gemeinsamen roten Faden und das damit verbundene Potenzial zum Weiterspinnen der Kampagne aufgewogen wird. Insgesamt lohnt sich das Zugreifen also, wenn man seine Spieler im Warhammer-40.000-Universum in den getreuen Dienst des Imperators treten lassen will.

Datenbank:0.0015 Webservice:0.1033 Querverweise:0.0113 Infos:0.0017 Verlag,Serie:0.0008 Cover:1.4748 Meinungen:0.0015 Rezi:0.0002 Kompett:1.5956

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(Verständlich)

Spielspaß:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Brutal)

Aufmachung:

(Gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Warhammer 40.000

Autor:

Luikart, T.S.

Verlag:

Feder & Schwert

Erschienen:

Feb. 2009

Kritiker:

Thomas Pichler

ISBN:

9-783-86762-0376

ISBN(13):

978-9-7838-676-8

EAN:

9789783867628

Typ:

Abenteuerband

 

Warhammer 40.000

 

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