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Screaming Masterpiece - Let the Music melt the ice

Sighvatsson, Sigurjón

Rezension von Stefanie Borgmann

Island ist außerhalb der Grenzen des Inselstaates eher bekannt für sagenhafte Mythen und zeitgenössische Literatur. Nicht jedoch für eine innovative und dynamische Musikszene. Allenfalls Björk geistert als isländische Galleonsfigur durch die Weiten des musikalischen Meeres. Doch diese Ausnahmekünstlerin stellt nur die Spitze des Eisbergs dar. Unter der Oberfläche brodelt es vor Kreativität und Experimentierfreude.

Sigurjón Sighvatssons Dokumentation „Screaming Masterpiece – Let the music melt the ice“ taucht ein in diesen musikalischen Strom und zelebriert die Musik der 300.000-Einwohner-Nation. Sein Blick richtet sich insbesondere auf die musikalische Szene der Gegenwart, schaut aber auch stolz auf die Vergangenheit und geht dabei bis in Zeit der Wikinger zurück.

Mit der Kamera hat Sightvatsson die bekanntesten und populärsten Musiker und Bands Islands festgehalten. Durch eine Vielzahl von Konzertmitschnitten gibt er Zeugnis ihrer Qualität und Einzigartigkeit und hält gleichzeitig die Bandbreite der Stilrichtungen fest. Gerahmt werden diese „Kostproben“ isländischer Kompositionen durch Interviews mit den Künstlern über Ursprung und Wesen der Musik ihrer Landsmannen und immer wieder auch durch eindrucksvolle Aufnahmen der monumentalen Landschaft Islands.

Gerade die Kamerafahrten über die weiten Landschaften Islands, das tosende Meer und die steilen Felswände an den Küsten verraten etwas vom Geheimnis, das die Musik dieses Landes so unverkennbar macht. Denn die Rohheit und Melancholie, die Poesie der Natur zeigt sich im Spiegel der Musik. Nach Meinung der Produzenten-Legende Hilmar Örn Hilmarsson ist es die naturbedingte Isolation, die allgemein aber insbesondere auch in kreativen Kreisen die „Einer gegen den Rest der Welt“-Mentalität hervorruft und zu unabhängigen und unbeeinflussten Produktionen führt. Andere Musiker sehen in der kommerziellen Perspektivlosigkeit isländischer Musiker die Ursache unbedarfter Herangehensweise an musikalische Arrangements. Sie alle eint die Ansicht, dass die familiäre Atmosphäre zwischen auch noch so unterschiedlichen Gruppen und ein reger Austausch für einzigartige Ergebnisse sorgt.

Anders lässt es sich kaum erklären, dass ein musikalisches Projekt bestehend aus Orgeln und einem Schlagzeug (Apparat Organ Quartet) entsteht und weltweit Anerkennung findet oder Grabgesänge mit zeitgenössischen elektronischen Beats verbunden werden. Doch hat diese Nation mehr als nur eigenwillige und z.T. vielleicht etwas verschrobene musikalische Leistungen zu bieten. In den Clubs von Reykjavík betreten Indie-Bands wie Vinyl die Bühne und können zweifelsfrei in einem Atemzug mit The Killers oder The Hives genannt werden. Demgegenüber steht eine traditionsbewusste Musik, die sich an Reimen der wikingischen Vorzeit bedient und in mystischen Kompositionen wiedergibt (Eivör Pálsdóttir, Odin´s Raven Magic).

Die technische Umsetzung dieser Musikdokumentation leistet ihren Beitrag dazu, diese Faszination von Landschaft und Musik Islands an das Publikum zu vermitteln. Die Beiträge zu den jeweiligen Bands sind abwechslungsreich angeordnet und auf diese Weise äußerst kurzweilig. Hervorragend hat man das Tempo des Schnitts der Konzerte mit der dargebotenen Musik abgestimmt und die abenteuerlichen Fahrten über Islands Küsten lassen wenig Möglichkeiten außer zu staunen. Die Bildqualität ist mehr als passabel und schadet dem Seh(-und Hör-)vergnügen in keinster Weise. Der Ton – wie könnte es für eine Musikdokumentation anders sein – überzeugt durch Qualität und Brillanz.

Einen einzigen (eher unbedeutende) Makel muss die DVD in puncto Bonusmaterial verzeichnen. Dateien mit Infos zu den Künstlern und einem Kommentar des Produzenten schöpfen sicher nicht das Potential der Möglichkeiten für Extras aus.
Unterm Strich bleibt jedoch eine beeindruckende Dokumentation, die eine junge, frische Seite Islands zeigt, den eigenen musikalischen Horizont in Richtung Norden ohne Zweifel erweitert und Lust auf mehr macht. Den Genuss dieser DVD setzt jedoch Aufgeschlossenheit und Interesse an unüblichen Musikformen voraus und ist vielleicht nicht für jeden ganz leicht zu verdauende kost. Doch wie so oft im Leben wird auch hier wohl in den meisten Fällen Mut belohnt werden!

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(keine Angabe)

Spannung:

(keine Angabe)

Brutalität:

(keine Angabe)

Ton:

(Gut)

Bild:

(Gut)

Menüs:

(Geht so)

Ausstattung:

(Geht so)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Island

Zeit:

Gegenwart

Autor:

Sighvatsson, Sigurjón

Verlag:

D3Publisher of Europe Ltd.

Erschienen:

Jun. 2008

Kritiker:

Stefanie Borgmann

Typ:

DVD

 

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