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Euro Truck Simulator

SCS Software

Rezension von Reigam

SCS Software die "Macher" von "18 Wheels of Steel" melden sich mit einer neuen LKW-Simulation zurück, der Titel "Euro Truck Simulator" verlagert das Transportwesen auf die heimischen europäischen Autobahnen und Trucks. Als Vertriebspartner konnte der bekannte Publisher rondomedia gewonnen werden.
Zum (Straßen)preis von gut 20 Euro kann man hinter dem virtuellen Lenkrad Platz nehmen und seit Anfang August 2008 die Autobahnen in (fast) ganz Europa unsicher machen. Die Features klingen vielversprechend:
12 verschiedene Trucks, 17 europäische Städte, 30 verschiedene Frachttypen, realistische Autobahnverhältnisse, Karriere Modus, LKW Tuning, Wetterwechsel, Tag und Nacht Betrieb. Wir konnten der deutschen Verkaufsversion unter die Motorhaube schauen, darum jetzt Schlüssel rum und langsam kommen lassen...

Die Eckdaten
Um keine falschen Vorstellungen zu schüren möchte ich gleich zu Beginn einige der eher optimistischen Werbeaussagen gerade rücken.

12 verschiedene Trucks:
Ja es gibt 12 unterschiedliche Fahrzeuge, aber es handelt sich bei Allen um so genante Sattelzugmaschinen auch als Sattelschlepper bekannt.
Gemeint ist die Sorte LKW Welche im Prinzip nur aus Führerhaus, Motor und etwas Fahrgestell mit der Sattelplatte bestehen, ohne eigene Ladekapazität. Die häufig anzutreffenden Gliederzüge oder andere Typen wie Tieflader, Kleinlaster, Transporter u.s.w. sind NICHT vorhanden. Alle 12 vorhandenen Trucks unterteilen sich in drei Klassen A-C diese wiederum unterschieden sich lediglich in Punkto Motorenleistung, Tankinhalt und natürlich den Anschaffungskosten. Oder anderes gesagt es gibt eigentlich nur einen einzigen Fahrzeugtyp von vier verschiedenen Herstellern mit drei unterschiedlichen Motorisierungen, entsprechend ähnlich ist das Fahrverhalten aller Trucks... Abwechselung sieht anderes aus.

17 europäische Städte und realistische Autobahnen:
Auch hier ja es sind 17 verschiedene Städte, aber Diese sind nicht Original getreu nachgebaut, ganz im Gegenteil Sie gleichen sich wie ein Ei dem Anderen. Beispiel Deutschland, hier kann man Berlin, Frankfurt und München besuchen, alle drei Städte haben nach der Autobahnabfahrt ein Stückchen Landstraßen, eine Art großen Innenstadtring und 2 Speditionen für die Frachtaufträge. Andere Länder wie Polen (Warschau), die Niederlande (Amsterdam), Österreich (Wien) oder Belgien (Brüssel) sind gar auf eine einzige Stadt reduziert, allesamt ähnlicher Strickart.
Erreicht werden die Städte über halbwegs realistische Autobahnen, eine Überlandfahrt ist mangels Bundesstraßen nicht möglich. Hier ist man also ziemlich eingeschränkt und kann keinesfalls ganz Europa "frei befahren".

Zum Karriere Modus:
Dieser Part ist tatsächlich recht gut ausgebaut und bietet mit fünf Stufen vom Anfänger bis zum Meister zahlreiche Aufgaben und motiviert eine lange Zeit zum weiter spielen. Man beginnt als Anfänger und muss fünf Teilaufgaben meistern bevor man zum Amateur aufsteigt und entsprechend weiter über Profi, alten Hasen bis letztlich zum Meister Trucker.
Aufgaben sind u.a. eine bestimmte Anzahl Ladungen sicher zu transportieren, neue Länder Lizenzen zu erwerben, verschiedene Frachttypen zu übernehmen und eine bestimmte KM-Leistung nachzuweisen. Zusätzlich gibt es immer wieder sinnvolle und weniger sinnige Medaillen für besondere Taten, das können sein "sicherer Fahrer" wenn man oft genug ohne Unfall ans Ziel gekommen ist, aber auch "sentimentaler Knochen" weil man mehr als 5 Screenshots unterwegs aufgenommen hat. Alles in Allem macht es durchaus Spaß sich den Aufgaben zu stellen, die zusätzlichen "Auszeichnungen" sorgen dabei für einen kleinen Extrakick und für so manches breite Grinsen vor dem Monitor.

Das Spiel
Doch genug der Vorrede, werfen wir mal einen Blick auf das Spiel selbst. Man beginnt damit sich ein Startland auszusuchen, hier würde ich aufgrund der Städteanzahl und der zentralen Lage unbedingt Deutschland, evtl. noch Frankreich empfehlen. Nach der Landeswahl stehen wir in einem LKW Showroom und haben 100.000 Euro Startkapital zur Verfügung, was gerade mal für einen Truck der kleinsten Kategorie C ausreicht. Die 4 unterschiedlichen Fahrzeughersteller, wegen fehlender Lizenzen gibt es hier keine "echten" Firmennamen, unterscheiden sich nur optisch voneinander, die technischen Daten und das anschließende Fahrgefühl sind nahezu identisch. Nach dem Kauf eines der Boliden fahren wir zunächst ohne Auflieger zu einer Spedition und schauen uns die vorhandenen Aufträge an. Da wir zunächst nur im Startland selbst transportieren dürfen bleibt beim Beispiel Deutschland und Start in Frankfurt nur Berlin und München als mögliche Ziele übrig. Weil wir noch keinen der drei ADR-Klassen Scheine (Transport von Gefahrenstoffen) besitzen, dürfen wir anfangs nur Jogurt, Früchte, Reifen, Spielzeug und ähnliche ungefährliche Frachten befördern. Die Transportaufträge sind unterschiedlich lukrativ je nachdem wie gefragt die Ware in der Zielstadt gerade ist, allerdings haben wir keinen Zeitdruck und könnten theoretisch über München nach Berlin fahren, dabei noch eine Woche Pause machen und bekämen trotzdem den vollen Preis, soooo ganz realistisch ist das Ganze dann wohl doch nicht.

Haben wir uns einen Frachtauftrag ausgesucht gilt es zunächst den Auflieger anzukoppeln was am Leichtesten aus der Vogelperspektive gelingt, eine von sieben möglichen Ansichten. Nach dem erfolgreichen ankuppeln wechseln wir natürlich zur indoor Fahrerperspektive und fahren mit dem Sattelzug vom Hof, Weicheier können sich auch per Außenkamera hinter den Truck setzten. Im Führerhaus haben wir Zugriff, per Tastatur, auf die wichtigsten Bedienelemente wie Blinker, Licht, Hupe und Scheibenwischer, zwei Außenspiegel sorgen für den nötigen Durchblick nach hinten. Das Fahrgefühl selbst ist zunächst etwas ungewohnt und die kurzen teils hektischen Lenkkorrekturen müssen erst einmal vorsichtig geübt werden. Doch schon nach kurzer Zeit habt man das Handling intus und kommt selbst mit der Tastatur gut klar, Lenkrad Besitzer sind natürlich im Vorteil, zusätzlich werden Joysticks und Gamepads unterstützt, allerdings keine Force Feedback Effekte.

Nachdem wir über einige Autobahnkreuze gewechselt sind erreichen wir nach ungefähr 5 Minuten Echtzeit unser Ziel, im Spiel sind entsprechend einige Stunden vergangen und wir sollten aufpassen dass wir die Lenkzeit von 12 Stunden nicht überschreiten. Falls es doch einmal länger dauert findet man auf Autobahnrastplätzen einen sicheren Schlafplatz und eine Möglichkeit seinen Truck zu betanken. Am Ziel angekommen rangiert man seinen Zug noch rückwärts in die geforderte Ladezone, kuppelt ab und kassiert die vereinbarte Transportgebühr. War man unterwegs nicht vorsichtig und hat die Fracht beschädigt oder ist in eine Radarfalle getappt, werden diese Strafen direkt vom Gewinn abgezogen. Insgesamt ist das Wirtschaftsmodell aber sehr moderat ausgelegt, wer hier Pleite macht hat entweder das wirtschaftliche Talent einer Wanderdüne oder ist als Kamikaze Fahrer unterwegs. Vom Gewinn verbessern wir unseren LKW mittels Tuning, was sich auf einige wenige Punkte wie Motorleistung, Spritverbrauch und Verbesserung des Fahrverhaltens beschränkt, oder wir lackieren Ihn komplett um. Hat man etwas mehr angespart können wir uns neue Länderlizenzen gönnen oder die wichtigen ADR Scheine machen um danach die höher bezahlten Gefahrentransporte zu übernehmen. Als Krönung verscherbelt man sein altes Fahrzeug und steigt eine oder gleich zwei Kategorien auf, mit einem Class A Truck verlieren auch die steilsten Anstiege Ihren Schrecken.

Das ja aber Spiel...
Vorab möchte ich schreiben dass ich den "Euro Truck Simulator" wirklich mag und mir auch bewusst ist das dieses Projekt mit einen eher "begrenzten Budget" entstanden ist, dennoch komme ich um einige persönliche Kritikpunkte nicht herum.

* Das Fahrerhaus ist optisch gut gelungen und bietet Zugriff auf die wichtigsten Bedienelemente, so weit so gut. Aber warum kann ich das sichtbare Radio nicht einschalten und mir während der Fahrt Musik anhören, warum gibt es keine CB-Funkgerät, keine Möglichkeit eine eigene CD anzuwählen?
Außer dem monotonen Brummen des Motors gibt es so gut wie nichts für die Ohren und fürs Gemüt.

* Europa schön und gut
Aber warum wurde Skandinavien vergessen, warum England mit seinem Linksverkehr?
Ich wäre gerne mal auf eine Fähre gefahren oder durch einen langen Tunnel.

* Tuning extra light
Tuning muss sein keine Frage, aber warum derart spartanisch?
Reine Textboxen mit ## Gittersonderzeichen anstatt Bildern von Motoren und Auswahl verschiedener Optionen.

* Ambiente nein danke
Wo wir gerade dabei sind, auch "der Rest" wird mittels Textboxen nicht gerade authentisch präsentiert. Ein Strafzettel im Popup Fenster? Warum nicht als nachgemachtes Formular? Oder mit Radar Foto des eigenen Trucks?
Man kann seinen Truck umlackieren, aber warum nur komplett in einer einziger Farbe, ohne Aufkleber, Airbrush oder sonstige individuelle Merkmale?
Auf den Autobahnen stehen gut gemachte Schilder, doch beim genauen Hinsehen fällt auf dass die Entfernungsangaben fehlen. Dass vor Baustellen 90km/h Schilder stehen halte ich übrigens auch für ein Gerücht...

* kein Schadensmodell
Egal was man wie dolle rammt, nichts geht kaputt weder beim "Opfer" noch am eigenen Fahrzeug, auch hier wurde ganz offensichtlich gespart.

* teilweise ungeschicktes Design
Das Innenstadt Navi verdrängt den rechten Außenspiegel, das Autobahn Navi ist nur auf einem anderen Bildschirm sichtbar, die Fahrer Perspektive verschiebt sich gerne mal und muss dann nach justiert werden.

Diese Liste ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen, man hat ... bei allem Spaß... immer ein wenig das Gefühl mit etwas mehr Zeit und Einsatz wäre der entscheidende Tick mehr möglich gewesen. Der Tick der ein "ganz nettes" Spiel zum einen "wirklich tollen" Titel erhebt. Die Spielidee ist ein Klassiker und vom Fahrgefühl her gut umgesetzt, der Karriere Modus schafft was viele Simulationen in letzter Zeit vergessen haben, er gibt dem Ganzen ein Spielziel und motiviert zum weiter machen. Gerade deshalb empfinde ich es als besonders Schade dass scheinbar nicht das Geld oder die Zeit für ein entsprechendes Feintuning vorhanden war und hoffe dass es ein Add on oder einen zweiten Teil geben wird der hier Abhilfe schafft.

Fazit:
Im Prinzip ist bereits alles gesagt, zusammen fassend: Ein nettes Spiel und für seine zwanzig Euro erhält man einen fairen Gegenwert, wer sich gerne mal als Trucker beweisen möchte hat mit dem "Euro Truck Simulator" die Gelegenheit dazu. Mir persönlich wäre aber etwas mehr Feinschliff und Liebe zum Detail wichtig gewesen, auch wenn sich dadurch der Preis um vielleicht zehn Euro erhöht hätte. In dieser Form bleiben viele Wünsche unerfüllt und man hat (zu) häufig den Eindruck dass mit etwas guten Willen deutlich mehr möglich gewesen wäre.... Schade um die tolle Spielidee.

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. §14 JuSchG

Systemanforderungen: (PC)
Windows XP / Vista
AMD oder Intel CPU ab 2,4GHz ( 3GHz empfohlen )
1GB RAM Speicher ( 2GB RAM empf. )
128MB RAM 3D Grafikkarte ab GeForce 4(kein MX), ATI ab 8500, ( 256MB RAM empf. )
16Bit-Soundkarte oder onboard
DirectX 9.0c oder 10
CD oder DVD ROM Laufwerk
Maus & Tastatur
optional: Gamepad, Joystick, Lenkrad


Screenshots:
Euro Truck Simulator (PC)

bitte anklicken bitte anklicken bitte anklicken bitte anklicken

X-Zine Screenshots (live aus der Redaktion)

unkaputtbar LKW-Chaos Popup-Strafe Nachts_knapp_100km/h

Sauwetter Nachts_noch schneller Tuning lohnt sich! Mach mal Pause

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Datenbank:0.0006 Webservice:0.0888 Querverweise:0.0499 Infos:0.0005 Verlag,Serie:0.0002 Cover:0.0000 Meinungen:0.0006 Rezi:0.0001 Kompett:0.1408

 

Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Schwierigkeit:

(Verständlich)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Gewaltfrei)

Grafik:

(Mittel)

Sound:

(Geht so)

Spieltiefe:

(Gut)

Steuerung:

(Gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Europa

Zeit:

2008

Autor:

SCS Software

Verlag:

rondomedia

Erschienen:

Aug. 2008

Kritiker:

Reigam

Typ:

Computerspiel

 

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