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Armor

Braun, Marcus

Rezension von Maggy

Kate und Fabian verbringen ihre Flitterwochen in der Bretagne. Cool mit Füßen auf dem Armaturenbrett und geschlossenen Augen fahren sie durch die Gegend, fordern das Schicksal heraus. Es knistert, die Gefährlichkeit ihres Handels ist nahezu körperlich spürbar und nach der unvermeidlichen Autopanne können die beiden bei Jacques und Isabelle Unterschlupf finden bis das Auto repariert ist. Ihre Gastgeber sind ein faszinierendes aber auch seltsames Paar: Jacques ist wesentlich älter, übt aber eine große Anziehungskraft aus, auch auf Kate, was wiederum Fabian sehr beunruhigt.

Nun sind diese vier Personen aneinander gebunden, die Spannung der Handlung ist diesem Umstand zu verdanken und so wird die Reparatur des Autos künstlich in die Länge gezogen, denn nur mit defektem Auto funktioniert diese Geschichte. Der Roman lebt von der Begegenung dieser vier Menschen und von daher muss ein Kunstgriff verwendet werden, den die vier aneinander bindet. Dies und ein paar andere gezwungene Konstellationen sind die Schwachstellen des ansonsten gelungenen Romans.

Das Besondere an dem Roman ist, dass er mit wenig Handlung und vielen Andeutungen auskommt. Die klare minimalistische Sprache erinnert an den roman noir, womit sich Braun zu recht Frankreich als Handlungsort ausgesucht hat. Er versteht es, durch Andeutungen und Zeitsprünge in der Handlung eine beunruhigende Dramatik aufzubauen. Zunehmend drängt der Handlungsverlauf das deutsche Hochzeitspaar in den Hintergrund, man gewinnt während des Lesens den Eindruck sie werden „benutzt“ um die eigentliche Geschichte, nämlich die von Jacques und Isabelle, zu erzählen. Aber ist dem wirklich so und wie verändert der Aufenthalt bei dem seltsamen Paar die deutschen Urlauber?

Die reduzierte Sprache, deren Klarheit im Kontrast zu der sich in Andeutungen verlierende Geschichte steht, ist eine spannende Kombination. Sprache und Erzählung reiben einander und das macht das Buch lesenswert. Braun macht es den Lesern sicher nicht bequem, einfacher Konsum reicht nicht aus. Die Leser müssen ihre Phantasie spielen lassen. Natürlich könnte man auch sagen, das Buch ist unausgegoren und handlungsarm. Doch wird man damit der Vitalität des Stils, der Klarheit der Sprache und der Spannung der Erzählung nicht gerecht. Braun gibt Einblicke in psychische Abgründe ohne dabei konkret zu werden – vielleicht ist dies das Beunruhigende an diesem Roman.

Aufgrund der lakonischen Sprache und der unbequeme Handlung, die den Lesern selbst viel überlässt, ist dies ein außergewöhnlicher Roman, der erfrischend wirkt.

Datenbank:0.0014 Webservice:0.1183 Querverweise:0.0056 Infos:0.0012 Verlag,Serie:0.0009 Cover:0.0001 Meinungen:0.0013 Rezi:0.0001 Kompett:0.1292

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos Marcus Braun:
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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Frankreich, Bretagne

Zeit:

2000er

Autor:

Braun, Marcus

Verlag:

Suhrkamp. Frankfurt am Main

Erschienen:

Jan. 2007

Kritiker:

Maggy

ISBN:

3-518-41915-3

ISBN(13):

978-3-5184-191-1

EAN:

9783518419151

Typ:

Hardcover

 

Marcus Braun

 

Marcus Braun wurde 1971 in Bullay an der Mosel geboren. Nach dem Zivildienst studierte er Germanistik und Philosophie in Mainz und Berlin [mehr]

 

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