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Vampire: The Eternal Struggle (Basisset)

Garfield, Richard; Wizards of the Coast

Rezension von Thomas Pichler
Aus der Reihe "Vampire: The Eternal Struggle"

Das Jahr 1995 war ein Boomjahr für Sammelkartenspiele, und viele Systeme sind in diesem Jahr erstmals erschienen, und inzwischen längst wieder verschwunden. Für ein System aber war 1995 ein Jahr der Konsolidierung. Das Kartenset Vampire: The Eternal Struggle war eine eigentlich nur leicht überarbeitete Neuauflage des schon ein Jahr zuvor erschienenen Spiels Jyhad, aber dennoch ungleich bedeutender. Zum einen wurden einige der gröbsten Probleme der Urversion ausgebessert, und zum anderen wurde der Name dieses Sets zum Namen des gesamten Spielsystems.

Hintergrund des Spiels, das von Wizards of the Coast mit Lizenz von White Wolf herausgebracht wurde, ist White Wolfs ursprüngliche Wolrd of Darkness, genauer gesagt das Storyteller-System Vampire: The Masquerade. Hier streiten Vampire um Macht und Einfluss, wobei die Vordergründigen Konflikte junger Vampire oft nur Stellvertreterkonflikte sind. Die Fäden ziehen im Hintergrund alte, mächtige Vampire, die sogenannten Methuselahs, die ihren eigenen ewigen Krieg, den Jyhad, ausfechten. In die Rolle dieser Methuselahs schlüpfen die Spieler.

Erhältlich sind zum Set Vampire: The Eternal Struggle Starter zu 76 Karten sowie Booster zu 19 Karten. Diese eher ungewöhnlichen Zahlen rühren daher, dass es im Gegensatz zu den meisten Sammelkartenspielsets nicht drei, sondern vier Seltenheitsstufen gibt. Neben den klassischen Commons, Uncommons und Rares gibt es noch eine Stufe, die gemein mit Vampire bezeichnet wird und etwa gleichwertig zu Uncommons ist. Die Starter sind im Gegensatz zur Urversion halbzufällig sortiert, sodass es wesentlich leichter möglich ist, mit Decks direkt aus Startern eine Testpartie zu spielen. Das Spiel ist für mehrere Spieler, im Idealfall nämlich fünf, ausgelegt, weshalb es doch eine etwas größere Zahl an Karten - ein Starter pro Person und somit möglichst 5 Starter - erfordert, um wirklich loslegen zu können.

Das Design der Karten wurde gegenüber der ersten Auflage geändert. Den schwarzen Kartenrand trennt eine rote Linie vom Innenbereich. Zur besseren Unterscheidbarkeit verschiedener Kartentypen haben diese unterschiedliche Kartenhintergründe, deren Textfelder farblich so gestaltet sind, dass die Kartentexte leichter lesbar sind. Die Illustrationen sind unverändert von Jyhad übernommen, allerdings sind die Druckfarben satter. Die Copyright-Notiz ist zwar umfangreicher, aber deutlich kleiner geworden. An sich wären die Veränderungen großteils positiv, gäbe es nicht ein unglückliches Zusammenspiel: Die Kombination der satteren Farben mit der roten Trennlinie lässt einige Karten all zu bunt für das Genre wirken.

Die Regeln werden in der neuen Auflage des Regelheftchens deutlich besser präsentiert. In Basis- und Ausbauregeln unterteilt füllen sie nunmehr knapp 50 Seiten, und verbesserte Formulierungen helfen, dass das neue Regelheft auch wirklich verstehbar ist. Dies ist auch dringend notwendig, da das Spiel ob der Komplexität der Regeln keinesfalls zum einfach drauf los spielen geeignet ist. Und auch nach der ersten Partie sollten Anfänger das Regelheft griffbereit halten, da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass gewisse Sondersituationen in der ersten Partie gar nicht eingetreten sind.

Der Spielverlauf sieht in etwa folgendermaßen aus:
Alle Spieler bekommen zu beginn 30 Blood Counter in ihren Pool, ziehen 4 Vampire ihrer Crypt in die inaktive Region, und ein Hand von sieben Karten von der Library. Die ersten Spielzüge verstreichen schnell, da die Spieler erst mit Blood Vampire aus der inaktiven Region rekrutieren müssen, ehe diese im weiteren Spielverlauf Aktionen setzen können. Im weiteren Verlauf des Spiels können ein Mal rekrutierte Vampire dann diverse Aktionen setzen, oder auch versuchen, Aktionen gegnerischer Vampire zu unterbinden. Dabei kommen verschiedenste Arten von Library-Karten zum Einsatz, die nach Konzepten der World of Darkness gestaltet sind, und oft Vampire bestimmter Clans oder mit bestimmten Fähigkeiten erfordern. Und auch was im einzelnen passiert – ob politische Manöver, wilde Prügeleien oder ganz direkte Angriffe auf die Machtbasis, den Blood Pool, eines Gegners - ist von den gewählten Vampiren nicht unabhängig. Wie in der World of Darkness sind z.B. Brujah eher fürs Grobe, Ventrue hingegen eher für die Politik zuständig.

Was im einzelnen dabei alles passieren kann zu beschreiben, würde ewig Dauern – es hat einen Grund, warum es ein knapp fünfzigseitiges Regelwerk gibt. Jedenfalls sind viele Library-Karten mit Blood, also Countern auf einem Vampir, oder Pool, also Countern aus dem eigenen Blood Pool, zu bezahlen. Wichtig für den eigenen Erfolg ist daher geschickte Ressourcenverwaltung: Wer keinen Pool mehr hat, scheidet aus dem Spiel aus, und Vampire ohne Blood können kaum sinnvolle Aktionen setzen.

Interessant ist, dass man im Spiel immer zwei direkte Gegner hat, und alle weiteren Mitspieler zumindest zeitweise eher Verbündete sind. Das liegt daran, dass man immer bestrebt ist seinen linken Nebenspieler, genannt Prey, aus dem Spiel zu werfen, in dem man seinen Pool auf Null reduziert, denn nur das bringt Siegpunkte. Somit hat man einen direkten Gegner. Der zweite ist der Spieler zur eigenen Rechten, genannt Predator, denn für diesen ist man das zu seiner Linken sitzende Opfer. Im Idealfall ist Vampire für fünf Spieler gedacht, sodass man mit zwei direkten Gegnern und zwei indirekten Verbündeten beginnt; diese Tatsache sorgt dafür, dass es beim Spiel bisweilen wie in der Politik zugeht, und quer über den Tisch Bündnisse ausgehandelt werden.

Natürlich ändert sich die Gesamtkonstellation, wenn ein Spieler ausscheidet. Dessen Predator wird nicht nur mit einem Siegpunkt, sondern auch mit 6 Pool belohnt, und findet sich mit einem neuen direkten Gegner wieder. Dies verleiht dem Spiel natürlich eine besondere Dynamik. Gespielt wird, bis entweder nur noch ein Spieler in der Partie verbleibt (was ihm einen Siegpunkt bring), oder bis ein zuvor ausgemachtes Zeitlimit (im Turnierspiel meist zwei Stunden) erreicht wird. Jedenfalls nach Spielende bestimmt wird der Gewinner: Derjenige mit den meisten Siegpunkten, meist, aber doch nicht immer, identisch mit dem letzten verbliebenen Spieler.

Durch einige neue Karten in der Neuauflage des Grundsets wurde auch einem Problem in der Balance zwischen verschiedenen Decktypen entgegengewirkt, sodass in VTES wirklich verschiedene, durchaus sehr unterschiedliche Deckkonzepte Erfolgschancen haben. Dies ist im Bereich der Sammelkartenspiele etwas ungewöhnlich – in vielen Systemen, allen voran Magic, ist man doch eine von ein bis zwei Deckarchetypen dominierte Turnierszene gewöhnt.
Dabei ist klar, dass mit diesem Set allein noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind: Vampire: The Eternal Struggle beschäftigt sich nur mit den Vampiren der zum Zeitpunkt seines Erscheinens sieben Clans der Camarilla, einer Sekte in der World of Darkness, und lässt viel Platz für Erweiterungssets zu anderen Fraktionen.

Für diese Vielseitigkeit zahlt man allerdings auch einen Preis. Vampire ist nichts für Spieler, die einfach „schnell und actionreich eine Partie runterspielen“ wollen, dafür sind Zweispieler-Systeme doch allgemein deutlich geeigneter. VTES hingegen richtet sich eher an Spieler, die auch im Sammelkartenspiel viel Taktik sehen wollen, und denen Spiele mit einer geradezu diplomatischen Komponente liegen. Für diese Art von Spieler ist es aber eine durchaus interessante Option, und die wohl interessanteste auf dem Sammelkartenspiel-Markt.

Vampire: The Eternal Struggle hat einige Kinderkrankheiten des Spiels kuriert, was es zu einer wirklich interessanten Option macht. Es ist die richtige Wahl für all jene, die ein Sammelkartenspiel ausprobieren wollen, das mit größerer Komplexität und taktischer Vielschichtigkeit aufwarten kann, anstatt nur Unterhaltung für jede Gelegenheit zu sein.

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Vampire: The Eternal Struggle has cured several childhood ills of the game, which makes it a truly interesting option. It is the right choice for all those who are looking to try a collectible card game which can offer greater complexity and tactical diversity, rather than being a mere entertainment for every occasion.

Datenbank:0.0013 Webservice:0.1166 Querverweise:0.0090 Infos:0.0012 Verlag,Serie:0.0041 Cover:0.0001 Meinungen:0.0017 Rezi:0.0004 Kompett:0.1347

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Brutal)

 

Links

 

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Infos

 

Sprache:

Englisch

Ort:

World of Darkness

Zeit:

Gegenwart

Serie:

Vampire: The Eternal Struggle

Autor:

Garfield, Richard

Verlag:

Wizards of the Coast

Erschienen:

Sep. 1995

Kritiker:

Thomas Pichler

ISBN:

1-880-99268-X

ISBN(13):

978-1-8809-926-5

EAN:

9781880992685

Typ:

Kartenspiel

 

Vampire: The Eternal Struggle

 

Vampire: The Eternal Struggle (kurz VTES) ist ein nur in englischer Sprache erschienenes Sammelkartenspiel auf Basis des Hintergrunds des Storyteller-Systems Vampire: The Masquerade. Als heute noch aktives betreutes System ist es das letzte Überbleibsel der ursprünglichen World of Darkness von White Wolf.
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