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Eragon

Paolini, Christopher

Rezension von jpk
Aus der Reihe "Eragon"

Eragon ist ein junger Kerl, der kurz davor steht seinen sechzehnten Geburtstag zu feiern. Auf der Jagd fällt ihm mit lautem Krachen ein großer blauer Stein scheinbar aus dem Nichts vor die Füße. Einen solch sonderbaren Stein hat niemand bisher gesehen. Der Stein ist durch nichts anzukratzen und hat eine seidenglatte Oberfläche. Alle Versuche, den Stein gegen Geld einzutauschen scheitern und somit nimmt Eragon ihn mit nach Hause und hätte ihn fast vergessen, als eines Nachts etwas Sonderbares und Großartiges passiert.

Brom ist ein Geschichtenerzähler im gleichen Dorf, das auch Eragons Heimat ist. Doch er ist nicht zufällig dort und hinter der Maske des alten Erzählers verbirgt sich ein Mann mit einer schicksalhaften Vergangenheit. Und erneut greift das Schicksal nach ihm. Es wird seine Aufgabe sein, einen jungen Mann zu beschützen, der unter allen Bewohnern des Landes ausgesucht wurde, von einem Wesen, das weiser ist als die meisten Menschen, obwohl es noch nicht einmal geboren wurde. Der Jüngling wird sich seiner Bedeutung nicht bewusst sein, doch andere werden ihn jagen und versuchen auf seine Seite zu ziehen, denn er wird eines Tages eine Macht darstellen, die entscheidend für das Schicksal eines ganzen Volkes sein wird.

Man kann bei diesem Roman nicht an der Entstehungsgeschichte nicht vorbei, die vom Verlag und Autor auch eindringlich präsentiert wird. Die erste Version wurde von Christopher Paolini verfasst, als dieser selber im Teenageralter des Helden war. Aus dieser Erstfassung bezieht der Roman neben einer ungeheuren Faszination auch leider ein paar Schwächen, die selbst nach mehrfacher Überarbeitung nicht entfernt wurden. Vielleicht zum Glück, denn wenn auch manche Metaphern daneben gehen und gewisse Unzulänglichkeiten wie das überflüssige Austauschen des Sidekicks sich negativ auf das Lesevergnügen auswirken, so sind es vermutlich diese kleineren Unzulänglichkeiten, die dem Buch die Authentität verleihen, die ein literarisch perfekter Roman nicht erreichen könnte. Wir befinden uns in einem Teenagertraum, der inspiriert von Drachen- und Heldengeschichten herunter geschrieben wurde und in eine gut lesbare Form gebracht wurde. Ob nun Anne McCaffrey, David Eddings oder J. R. R. Tolkien (Christopher Paolini nennt die Klassiker E.R. Eddison, Raymond E. Feist, Ann McCaffrey und J.R.R. Tolkien als Inspirationsquelle für den Roman) dabei Pate gestanden haben, wird unwichtig. Es wird für den Leser zum Vergnügen, den Traum des Autors von einer Heldengeschichte zu verfolgen und vielleicht selber zu träumen.

Literarisch ist dieses Buch nur mittelprächtig gelungen. Bis auf wenige Ausnahmen wird wie an einem langen Faden eine Geschichte ohne Abzweigungen heruntergesponnen. Mit ein paar Geheimnissen wird künstlich Spannung erzeugt, während eine muntere Jagd auf den Protagonisten die Grundstimmung an Paranoia hochhält. Handlungsziele wie die Rache an den bösen Wesenheiten, die Eragons Ziehvater auf dem Gewissen haben, werden bei der ersten Schwierigkeit fallen gelassen. Der tragische Tod eines Kameraden wird mit dem zufälligen Auftauchen eines neuen kompensiert, der absolut die gleiche Funktion einnimmt.

Was aber bleibt, ist der Entschlossenheit des Autors seine Träume von Heldenmut aufzuschreiben und den Lesern zu präsentieren und damit eine Identifikationsfigur zu erfinden, die David Eddings Belgarion nicht nachstehen muss. Zwar ist er weit davon entfernt, einem Großmeister der Fantasy das Wasser zu reichen, doch hat er in Bezug auf Authentität einen nicht zu leugnenden Vorsprung. Dies zeigt sich auch in einem kleinen Test, den ich an meinem 14jährigen Neffen vollzogen habe. Ich gab ihm den Roman zu lesen und kurz daraufhin war er nicht mehr von dem Buch zu trennen. Und viel mehr kann man von einem Buch eigentlich nicht erwarten. Doch wir bekommen auch eine moralische Botschaft übermittelt, da hier nicht nur der Kampf des skrupellosen Machtbesessenen gegen einen jungen Mann stattfindet, sondern in der Grauzone zwischen Gut und Böse bewegen sich die Opfer dieser immer währenden Schlacht. Eragon erkennt dies und versucht selbst in größter Not, das Leben der Gegner zu schonen. Bis auf die gewaltige Schlacht am Ende des Buches, versucht er das Leben zu erhalten. Diese letzte Szene fällt in mehrer Hinsicht aus dem Rahmen des Buches und erinnert sehr an die schlachttypischen Filmszenen aus der Schule Hollywoods.

Uns erwartet eine Trilogie, die unter dem englischen Arbeitstitel "Inheritance trilogy" im Entstehen ist. Christopher Paolini arbeitet in Paradise Valley, Montana, an dem zweiten Band "Eldest", der im August 2005 erscheinen soll. Wer Jugendlichen (vorwiegend männlichen, bei denen nach "Herr der Ringe" und "Harry Pottter" das Fantasy-Virus sich eingenistet hat) ein neues Lieblingsbuch mit Aussicht auf Fortsetzung schenken will, der hat hiermit eine gute Gelegenheit.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Eragon

Autor:

Paolini, Christopher

Verlag:

cbj, München

Erschienen:

Sep. 2004

Kritiker:

jpk

ISBN:

3-570-12803-2

ISBN(13):

978-3-5701-280-9

EAN:

9783570128039

Typ:

Taschenbuch

 

Christopher Paolini

 

Als Jugendlicher entdeckt Christopher Paolini, der nie eine öffentliche Schule besuchte, die Welt der Bücher. Hingerissen verschlingt er J. R. R. Tolkien, Raymond Feist, die nordischen Heldensagen - und erschafft mit 15 Jahren eine ganz eigene, komplexe Fantasy-Welt. "Eragon" erscheint zunächst im Eigenverlag und avanciert durch Mundpropaganda zum heimlichen Bestseller [mehr]

 

Eragon

 

Eragon ist ein Bauernjunge, der bei seinem Onkel aufwächst. Als er einen blauen Stein findet, der sich als Drachenei entpuppt, entdeckt er seine Bestimmung als Drachenreiter und damit als einer der potentiell gefährlichster Widersacher des Tyrannen Galbatorix [mehr]

 

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