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The Transporter

Besson, Luc (Regie)

Rezension von Marcel Dykiert

Frank Martin, seines Zeichens Ex-Elite Soldat irgendeiner Spezialeinheit und seit einiger Zeit erfolgreich im Transportgewerbe, lebt nach drei ganz einfachen Regeln, die aus gutem Grund unumstößlich sind:
Erstens: Ein Deal ist ein Deal – da wird nichts dran geändert.
Zweitens: Keine Namen.
Drittens: Öffne niemals ein Paket.
Die Regeln sind deshalb unumgänglich, weil Martin natürlich kein gewöhnlicher Postbote ist; er transportiert Gangster, geschmuggelte Waren, Diebesgut, Waffen, Drogen – was immer man eben durch das malerische Südfrankreich befördert haben möchte, ohne das man Werbung dafür macht.
Bereits die Eröffnungsszene macht klar, dass Martin vielleicht nicht der günstigste, mit Sicherheit aber der beste Fahrer ist, den man für Geld kaufen kann. Und das seine Regeln unumstößlich sind, wird ebenfalls klar: Wenn drei Bankräuber transportiert werden sollen, dann werden auch nur drei gefahren, keine vier.
Alles ist wunderbar und unkompliziert, bis Frank wegen des Stöhnens seines jüngsten Pakets doch etwas unruhig wird und seine eigene Regel bricht: Er öffnet den Kofferraum seines frisierten BMWs und riskiert einen Blick auf ... eine junge chinesische Frau. Lai, so der Name der Schönheit, ist zwar durchaus eine Augenweide, dennoch hätte Frank auf den Anblick der bezaubernden Asiatin besser verzichtet: Fortan ist er im Fadenkreuz einer unheiligen Allianz, die aus einem gewissenlosen chinesischen Menschenschmuggler namens Kwai und einem nicht weniger gewissenlosen französischen Superschurken namens Wall Street besteht!
Ich würde mich gerne noch weiter über die Handlung auslassen, aber das ist beim besten Willen nicht möglich.

Dinge wie narrative Logik oder wahrscheinlich auch nur Handlung im weitesten Sinne des Wortes standen wahrscheinlich nicht auf der Tagesliste, als sich Cory Yuen und Luc Besson zusammengesetzt haben, um über ihren Action Hit „The Transporter“ zu diskutieren.
Yuen, bekannt durch Filme wie „Romeo must die“ und „Kiss of the Dragon“ und Luc Besson, dessen filmische Karriere cineastische Perlen wie z.B. „Leon der Profi“ oder „Im Rausch der Tiefe“ ebenso hervorgebracht hat, wie solche Albernheiten wie „Johanna von Orleans“, haben einen Action Kracher geschaffen, dessen Löcher in der Handlung so groß sind, dass Frank Martin seinen BMW locker durchfahren könnte – wenn er wollte. Er würde aber vermutlich nicht das geringste Interesse daran zeigen, denn die Geschichte, die der Film erzählt, ist ohnehin nur ein wenig Tünche und eine schlecht hervorgestammelte Entschuldigung für die nächste Action Sequenz – die mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lässt.
Um die Wahrheit zu sagen, könnte ich diese Aneinanderreihung von Explosionen und Martial Arts Kämpfen locker entschuldigen, allerdings müsste sich „The Transporter“ dann schon etwas lockerer geben: Zu überzogen sind die Klischees, zu ungereimt das Geschehen und die Figuren könnten einen Tick entspannter sein.
Das alles sieht natürlich ungemein stylish aus, die Action ist ebenso hart wie die Schnitte und der unterlegte Soundtrack passt, wie Franks Faust auf diverse Augen, aber wenn die süße Lai dann Dinge sagt wie: „Er war ein Bastard, aber er war mein Vater.“ dann kommen mir schon Tränen der Verzweiflung.

Lai, die im richtigen Leben keine Chinesin, sondern Taiwanesin ist, heißt übrigens Shu Qi und erlernte die englische Sprache (halbwegs) während der Dreharbeiten. Einer der wenigen Fälle also, in denen der deutschen Tonspur eindeutig der Vorzug zu geben ist, denn so niedlich Shu Qi auch ist, ihr Gestammel in der englischen Tonspur ist verdammt anstrengend.

Jason Statham, der sowohl in „Bube, Dame, König, Gras“, als auch in „Snatch – Schweine und Diamanten“ sehr positiv aufgefallen ist, hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck. Er ist in der Riege der Actiondarsteller irgendwo zwischen Van Damme und Bruce Willis anzusiedeln. Van Damme – der unbestrittene König all jener Männer und Frauen, die niemals, unter keinen Umständen vor die Kamera gezerrt hätten werden sollen – ist er haushoch überlegen und auch Vin Diesel lässt er locker hinter sich. Der Charme, geschweige denn die schauspielerische Fähigkeit eines Bruce Willis fehlt ihm aber auf jeden Fall (noch?).
Dennoch, machen wir uns nichts vor, sowohl Arnie, der ja mittlerweile ohnehin in andere Richtungen strebt, als auch Sly, als auch the Bruce sind mittlerweile einfach zu alt, um die Bösen zur Strecke zu bringen und die Welt zu retten. Statham ist definitiv die erste Wahl, wenn es um die Frage eines würdigen Nachfolgers geht und „The Transporter“ bietet ihm auch durchaus genügend Gelegenheiten, seine Fähigkeiten zu demonstrieren.

Man denke nur an die unglaubliche Szene, in der er in einer Öllache kämpft ... in einem Wort brillant! Doch wie gesagt: Das Interesse des Regisseurs ging eben auch nicht über atemberaubende Stunts hinaus.

Die DVD kommt in der regulären Fassung und der Special Edition daher. In beiden Versionen ist vor allem das Bild (keinerlei Dropouts, keine Störungen und Aussetzer, etc. zu bemängeln) zu loben. Die Special Edition verfügt – neben dem Plus an Extras – vor allem auch über eine Tonspur in DTS ES Discrete 6.1 (in deutsch und englisch). Wer über eine Anschaffung des Films nachdenkt und einen entsprechenden Decoder sein eigen nennt, der sollte die SE nehmen. Grundsätzlich ist das Soundbild in seiner Abbildung ebenso löblich, wie das Bild glasklar ist.
Die Extras sind – in der regulären Fassung – das übliche; ein paar Trailer ein bisserl Making-Of, nichts, was man heutzutage nicht ohnehin auf einer DVD erwarten darf.

„The Transporter“ bietet also alles in allem gute, solide Unterhaltung – allerdings auf niedrigstem Niveau. Man wird mit Hausmannskost abgespeist, Delikatessen gibt es hier keine. Coole Bilder, beinharte Stunts und messerscharfe Schnitte – für einen kurzweiligen Abend reicht das allemal. Mehr bleibt allerdings nicht zurück. In den kleinen, aber feinen Kreis, wirklich guter, intelligenter Action Filme gehört „The Transporter“ mit Sicherheit nicht.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Kindisch)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Englisch

Ort:

Frankreich

Zeit:

2003

Autor:

Besson, Luc

Erschienen:

Jan. 2004

Kritiker:

Marcel Dykiert

Typ:

DVD

 

Luc Besson

 

Luc Besson ist am 18.März 1959 als Kind eines Wasserskilehrers und einer Tauchlehrerin in Paris zur Welt gekommen. Gegenwärtig verdient er als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent sein Geld [mehr]

 

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