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Blutzoll

Huff, Tanya

Rezension von Schwertfang
Aus der Reihe "Vampire: Blut"

Gut zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung fand der erste der fünfteiligen Romanreihe von Tanya Huff, „Blutzoll“, ihren Weg nach Deutschland. Zu recht entschied man sich bei Feder und Schwert, diese, obschon nicht in der gleichen Welt spielend, an die Welt der Dunkelheit stark angelehnte Reihe zu übersetzen.
Auf knapp dreihundert Seiten wird der Leser in das Toronto des Jahres 1991 eingeführt. In dieser ist die mit allerlei Handicaps beschlagene Ex-Polizistin Vicki Nelson – unter anderem unter Telefonitis und schwerer Nachtblindheit leidend – Privatdetektivin. Sie wird jedoch Zeugin eines bestialischen Mordes in der Torontoer U-Bahn, und ihr Schnüfflerinstinkt erwacht zum Leben. Nach einer Mordserie nach gleichem Muster glaubt selbst ihr Ex-Partner, Mike Celluci, mit dem sie eine Hassliebe pflegt, daran, dass es ein Vampir gewesen sein muss, der diese Verbrechen verübt.
Davon ist auch Henry Fitzroy zunächst überzeugt, welcher selber ein Vampir ist. Als nachtaktiver Romanautor führt der uneheliche Sohn Prinz Heinrichs VIII. ein ruhiges Dasein in der Metropole, aber die Angst, jemand könnte das Geheimnis seiner Existenz entlüften, treibt ihn dazu, den Mörder selber zur Strecke zu bringen.
Zufällig kreuzen sich Vickis und Henrys Wege, als sie den Täter, in Wirklichkeit ein Dämon, verfolgen, und nach anfänglichem Misstrauen sehen sich beide gezwungen, zusammenzuarbeiten. Henrys Erfahrung von 450 Jahren Dasein als Untoter verbunden mit Vickis Kombinationsgabe und detektivischem Gespür entpuppt sich als äußerst wirksam – aber ihnen läuft die Zeit davon, denn mit jedem Mord bildet der Dämon ein Stück des Musters, welches vonnöten ist, einen mächtigeren Dämon zu rufen, was zum Jüngsten Gericht führt...

Was sich wie eine typische Buddystory anhört, in der die Schöne (Vicki) und das Biest (Henry) nicht so recht zusammenpassen sollten, entwickelt sich schnell zu einer rasanten Detektivgeschichte mit einer Prise Mystik und einem Esslöffel Horror. Tanya Huffs Stärken liegen in den Details – man erkennt, dass Toronto auch tatsächlich DAS Toronto ist und keine x-beliebige nordamerikanische Großstadt. Und die mit viel Witz geführten Wortgefechte zwischen Vicki und wechselnden Kontrahenten sind absolut lesenswert. Auch historisch machte Tanya Huff ihre Hausaufgaben – liebevoll erzählt sie in Rückblenden Henry Fitzroys Werdegang, wie er zum Vampir wurde, und wie er zu dem höchst wichtigem Zauberbuch kam, um dass sich am Ende alle Parteien zanken. Mitnichten ist Henry eine Überkreatur, die den Menschen überlegen sein, er ist sich seiner Schwächen bewusst, und wie sie ihn einschränken. Vicki Nelson ist eine mit Fehlern und allzu menschlichen Makeln beladene Frau Anfang dreißig, und es fällt einem schwer, sowohl sie als auch Fitzroy nicht ins Herz zu schließen.

Das kann man jedoch nicht über jeden tragenden Charakter des Buches sagen – Mike Celluci ist der typische Polizei-Detective, und neben Geeks und Football-Rowdies der hiesigen Uni gibt es noch unhöfliche und unfähige Polizisten – sogar an das Klischee des Bleistiftetuis und die hochgeschlagenen Hosen eines klassischen Strebers wurde gedacht. Selbstverständlich ist die Schönheit der Uni sehr leichtgläubig und wenig intelligent. Ärgerlich dann auch, wenn es gerade solche Charaktere mit eindimensionalen Absichten sind, die den Plot vorantreiben. Dieser allerdings ergibt einen Sinn und ist mit Drehungen und Wendungen gespickt, was die Oberhand in Sachen Fallaufklärung angeht.

Obschon auf den ersten Seite verdeutlicht wird, was Sache ist, verliert sich Tanya Huff ein wenig in den Beschreibungen. Der Schluß kommt urplötzlich und unbefriedigend, quasi wie unter Zeitdruck geschehen, und auch der Abspann ist sehr – dünn. Dass die Handlung ab der Hälfte des Buches vorsehbar wird, bleibt zu verschmerzen, denn der Autorin gelang es, den Hauptcharakteren mit ihren kleinen Sorgen soviel Witz und Charme mitzugeben, dass der Leser bis zur letzten Seite bei ihnen bleiben will. Köstlich auch die kleinen Seitenhiebe an die Rollenspieler, als Henry Fitzroy selbige auf dem Campus trifft und sie aufgrund ihrer Äußerungen für Teufelsanbeter hält.

Betrachtet man, dass „Blutzoll“ den Auftakt einer ganzen Romanreihe ist, so ist der vorliegende erste Band ordentlich. Die Charaktere sind entfaltet und bereit für neue Aufgaben. Die solide Schreibe der Autorin und ihr Wortwitz rechtfertigen den Kauf dieses Buches, dessen Geschichte nicht gerade durch Originalität, dafür aber durch seinen ganz eigenen Charme zu begeistern weiß.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Toronto Kanada

Zeit:

Anfang der 90er

Serie:

Vampire: Blut

Autor:

Huff, Tanya

Verlag:

Feder & Schwert, Mannheim

Erschienen:

Jun. 2001

Kritiker:

Schwertfang

ISBN:

3-931-61271-6

ISBN(13):

978-3-9316-127-9

EAN:

9783931612719

Typ:

Taschenbuch

 

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