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Feuertanz-Festival

Feuertanz-Festival Veranstalter; Subway to Sally; Schandmaul; Tanzwut; Saltatio Mortis; Die Apokalyptischen Reiter; Midnattsol

Rezension von Dirk Götz

Das Feuertanzfestival findet seit 5 Jahren auf der Burg Abenberg bei Nürnberg statt. Hat man sich erstmal zum Kauf der 36,00 € teuren Karten durchgerungen, geht der Kauf über das Internet genauer über den Partnershop des Festivals Extratix recht einfach und schnell von statten. Der Preis wirkt auf den ersten Blick abschreckend, aber spätestens im Nachhinein kann ich sagen es ist es wert. Auch sollte sicherheitshalber immer der Vorverkauf in Anspruch genommen werden, denn mit einer maximalen Besucherzahl so um die 3500 ist das Festival, zum einem als klein und familiär zu bezeichnen, zum anderen auch immer vorzeitig ausverkauft!

Das Festival war nahezu perfekt organisiert, Kleinigkeiten können natürlich immer verbessert werden. Zum Beispiel wäre ein schickes Stoffbändchen viel schöner als das Papierband! 5 von 5 Sternen für die Organisation und nicht nur weil wir nach den Bands noch mit einem Feuerwerk beglückt wurden!

Ist der richtige Parkplatz erst gefunden steht man kostenlos nicht allzu weit vom Campingplatz weg. Allerdings muss man dafür entweder schon mal da gewesen sein oder instinktiv den richtigen Schildern gefolgt sein, wir standen erstmal auf dem falschen Parkplatz und sind somit definitiv zu weit gelaufen. Also mein Tipp an Übernachtungsgäste: den Campingschildern nachfahren, nicht den Parkplatzhinweisen!
Im Gegensatz zum Parken kostet das Campen noch mal 4,50 € für eine bzw. 5,00 € für zwei Tage, dafür gibt es aber neben der Stellfläche fürs Zelt noch frisches Wasser (zum "Duschen" <G>), relativ saubere Dixies, ein gelbes Papierbändchen, dass einen als Campinggast ausweißt, und nette Nachbarn. Allerdings ist der Boden relativ hart und die Heringe waren nur mit einem geliehen Hammer und etwas Muskelkraft dazu zu bringen in der Erde zu verschwinden!
Dafür konnte beim Abbau Kraft gespart werden, denn zum Verladen durfte das Auto dann doch herbeigeholt werden, wofür alle recht dankbar waren.

Das zweite, diesmal rote Bändchen gab es am Einlass, zu dem es sich erstmal durchzukämpfen galt. Nervig war der rege Autoverkehr an unserem Eingang, bei dem es immer galt sich schön an den Wegesrändern zusammenzuquetschen, allerdings war hier die Schlange dafür kürzer und nachdem mit etwa 20 Minuten Verspätung geöffnet wurde, waren wir schnell drin. Sogar NimueLunas anderthalb Liter Eistee durften mit, nachdem sich die Security auf die Maximalgröße geeinigt hatte.
Die professionelle Security, die angeheuert worden war, war freundlich, zahlreich und kompetent, was will man als Besucher mehr.

Als erstes wurden die paar Merchandise-Stände von uns unsicher gemacht, da sie schön im Schatten standen. Natürlich konnte ich mich wie immer nicht beherrschen und hab mir für 15 € wieder ein Festivalshirt gesichert, hier noch mal danke an Vampiria, deren Sargrucksack ich mitnutzen durfte.
Nachdem wird den Schatten und die Bank beim Merchandise genossen hatten ging es stark auf den Auftritt der ersten Band zu, also noch einen kurzen Abstecher zum Ritterbrunnen im Burghof zum "Duschen" und dann ging´s vor die Bühne. Die Bühne ist recht geräumig, was für die mittelalterlichen Bands teilweise auch nötig war. Ansonsten fand sich auf dem Festivalgelände (lies um die Bühne herum) nach Essensstände und Trinkbuden mit fairen Preisen. Die 0,4 l, alkoholfreien Getränke gab´s für 2,50 € (Wasser allerdings war bei der Hitze schon gegen 21 Uhr aus), Bier und Radler für 3,00 € zuzüglich Pfand. Zu Essen gab es von Würstchen oder Wedges mit Kräuterdip für 2,00 € über Pizza für um die 3,00 € bis Döner für 3,50 € was das Herz oder besser der Magen begehrt. Auch gab es noch Eis, Cocktail und Kippen, aber fragt nicht zu welchen Preisen.
Den Mittelaltermarkt im Burginneren haben wir am Festivaltag ziemlich außer Acht gelassen. Nur zum Brunnen ging es öfters und gegessen haben welche aus unserem Grüppchen dort. Dafür haben wir ihn am nächsten Tag, an dem er auch für die Öffentlichkeit seine Pforten geöffnet hatte, gründlich abgeklappert. Ich persönlich bin nicht fündig geworden, denn hauptsächlich wurde Schmuck und Sachen fürs Ambiente verkauft, aber meine Mitfahrer sind mit einer Menge an Räucherwerk und Wasserpfeifenbedarf heimgefahren.

Die Bands waren alle erstklassig, wenn teilweise auch noch etwas weniger bekannt (Midnattsol) oder etwas aus der Reihe (Apokalyptische Reiter) haben mir alle sehr gut gefallen. Ein Blick auf die Vorjahre zeigt, dass die hohe Qualität wohl immer der Fall ist, sich die Bands allerdings auch in gewissem Abstand wiederholen, aber dies muss ja kein Schaden sein.

Midnattsol - 60 Min
Von dieser recht jungen, norwegisch-deutschen Band hatte ich bis dahin nur Gutes gehört und war dementsprechend gespannt. Ganz ordentlich zur Sache ging es mit der Mischung aus nordischem Folk und Metal mit weiblichem Gesang. Dieser war leider etwas stark von den Instrumenten überdeckt, aber ansonsten ergab sich eine gelungene Mischung. Auch mit der Bassistin am Mikro, die herrliche Growls bei einem Coversong von sich gab, war Hörgenuss geboten. Auf alle Fälle werde ich bei nächster Gelegenheit der Band auch auf CD eine Chance geben, bis dahin bleibt freudige Erinnerung an diesen Auftritt!

Die Apokalyptischen Reiter - 60 Min
Auch diese Band hatte ich noch nicht live gesehen, im Gegensatz zu meinem Bruder musste ich aber auch nicht nach vorn. Mit den harten Klängen der Reiter und ihren teils sozialkritisch, teils einfach humorigen Texten wurde in gewissem Masse ein guter Mittelweg zwischen Abwechslung und zum Rest des Festivals passendem gewählt. Für Stimmung wurde hier auf alle Fälle gesorgt und sogar ich hab am Getränkestand munter mein Lieblingsreiterlied mitgesungen "Warum lebst du?", was mir teilweise schräge Blicke einbrachte. Auf alle Fälle ein gelungener Auftritt, durch den ich beschlossen hab, bei nächster Gelegenheit steh ich auch vorne im Getümmel, wenn es wieder "Reitermania" heißt!

Saltatio Mortis - 60 Min
Die Band hab ich letztes Jahr auf dem Summer Breeze ins Herz geschlossen, seitdem folgten ein Konzertbesuch und die zwei Mittelalter-Rock-Alben der Band. So gewappnet stand ich wieder an der Front um fröhlich mitzuklatschen und mich heißer zu Singen. Auch bei dem restlichen Publikum kamen die sympathischen Jungs gut an, denn sie versprühten neben dem üblichen Witz, auch das übliche Feuer, was bei den sommerlichen Temperaturen nicht nötig gewesen wäre, aber trotzdem gut aussah. Neben der schon gut bekannten Auswahl aus hauptsächlich den Mittelalter-Rock-Scheiben wurden auch ein paar neue Lieder des in Bälde erscheinenden 5ten Studioalbums gespielt, welche genauso eingängig und mitreißend waren und mich mit freudiger Erwartung erfüllt haben. Die Spielzeit war leider zu kurz um wirklich alles vom normalen Konzertprogramm zu zeigen, aber zumindest für meine Lieblingslieder hat es gereicht, nur ohne die Coverversion von "Eine Insel mit zwei Bergen" gab es auch keine Polonaise, worauf ich mich doch so gefreut hatte! <G>

Tanzwut - 80 Min
Die Jungs von Tanzwut haben mit ihrer Mischung aus Mittelalter und Moderne einen im wahrsten Sinne des Wortes glänzenden Auftritt hingelegt! Okay, etwas silberne Schminke hat auch dazu bei getragen. Die modernen Einflüsse konnte man gleich an der Gestaltung der Instrumente in Silber und Neonorange ablesen, die Besitzern des Livealbums bekannt ist. Auch die Show kam mir gleich ziemlich bekannt vor, was dem ganzen aber sicher keinen Abbruch getan hat. Spätestens bei dem Ärztecover "Bitte, Bitte", dem witzigen "Ihr wolltet Spaß" oder dem frivolen "Erdbeerrot" ging wohl die ganze Menge mit, bei mir reichte aber schon der erste Song "Wieder da" mit dem sich die Band wohl auch noch häufiger auf der Bühne zurück melden wird. Spätestens wenn sie mit dem voraussichtlich im Winter erscheinenden Album touren.

Schandmaul - 80 Min
Als wir beschlossen uns Schandmaul lieber von weiter hinten anzusehen, war ich wohl nicht ganz zu rechnungsfähig, denn normalerweise müsste ich auch bei dieser Band irgendwo vorne mitsingen (wenn ich es mal so nennen darf). So hielten wir uns sonnengeschädigt an die Ess- und Trinkstände und dann etwas im Schatten und lauschten in erster Linie der Musik. Dort hielten wir es irgendwann allerdings nicht mehr aus und wurden von den witzigen Texten und mitreißenden Klängen zumindest an die Seite der Bühne in Sichtweite gelockt. Dort hatten wir gar etwas mehr Bewegungsfreiheit als in der Menge, was von manch werter Dame gleich genutzt wurde. Gespielt wurden auch hier eigentlich alle Klassiker, so dass wohl niemand sein Lieblingslied fehlen dürfte, es sei denn diejenige hat es überhört oder schon wieder vergessen! <G> Und Klaue wenn du das liest, ja sie haben auch Vogelfrei gesungen mit dem wunderbaren "Frei wie ein Vogel". <lach>

Subway to Sally - 90 Min
Ähnlich wie bei In Extremo wohl eins der größten Streitthemen unter Freunden des Mittelalter/Folk-Metals ist die Entwicklung der Band hin zu immer härteren Gefilden. Als Freund eher der mittleren Alben der Band fand ich es gut, dass viele der alten Klassiker gespielt wurden. Diese waren zwar meist etwas mit der momentanen Härte der Band angehaucht, aber das hab ich bei anderen Bands schon schlimmer erlebt. Auch der neue Drummer Christian Gerlach hat der Band nicht geschadet, für Frauen sogar noch ein weiterer Grund sich die Band anzu"hören" wie mir mitgeteilt wurde. Mitreißen konnten die Männer um Eric Fish und Frau Schmitt wohl das gesamte Publikum mit ihrer Mischung aus Folk und Metal. Zur Sicherheit wurde der Menge Rammstein-mäßig mit dem Flammenwerfer eingeheizt und zu hitzige Gemüter löschte Herr Fish mit der Wasserschlauch der örtlichen Feuerwehr. Trotzdem forderte die Menge immer noch nach mehr und so wurde gar der ewige Klassiker Julia und die Räuber zum Besten gegeben. Angekündigt wurde das Tauschen der Vokale alla "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" und so entstand dann "Blöt, Blöt, Röbör söfön Blöt", was für manch angeheiterten Besucher zu fortgesetzter Stunde vermutlich in beinahigem Verlust der Zungenspitze geführt haben mag.
5/5

Ein gut organisiertes, kleines und gemütliches Festival mit genialen Bands, das auch den hohen Preis rechtfertigt. Bedenkt man die langen Spielzeiten von laut Plan einer bis anderthalb Stunden ist die Rechtfertigung gleich noch größer. Also auf jeden Fall empfehlenswert und bei mir wohl ab sofort jedes Jahr zumindest eine Überlegung wert.

Link: Feuertanz-Festival
Ort: Burg Abenberg bei Nürnberg
Datum: 25.06.05
Bandanzahl: 6
Musikrichtungen: Mittelalter-Rock
Preis: 36,00 € plus Gebühren

Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Dirk Götz, Mitglied des Communityportals CIAO.de, überlassen. Dass der Text ganz oder teilweise identisch ist mit dem Beitrag im Community Portal ist vollkommen in Ordnung und gewollt.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Feuertanz-Festival Veranstalter

Verlag:

Concertbüro Franken

Erschienen:

Jun. 2005

Kritiker:

Dirk Götz

Typ:

Konzert

 

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