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Department S - Season One (4 DVDs)

Baker, Roy Ward (Regie); Wyngarde, Peter; Fabiani, Joel; Nicols, Rosemary

Rezension von Thomas Wagner
Aus der Reihe "Department S"

Ein verschollenes Passagierflugzeug taucht nach sechs Tagen wieder auf – was ist passiert? Niemand von der Besatzung und den Passagieren kann sich erinnern...
Über Nacht verschwindet beinahe die ganze Bevölkerung eines kleinen englischen Dorfes spurlos – wohin? Eine junge Frau, die vor dem Zubettgehen ein Schlafmittel eingenommen hatte, ist die einzige verbliebene Einwohnerin....
In einem leerstehenden Londoner Fabrikgebäude wird der Nachbau eines eleganten Wohnzimmers entdeckt – wozu dient dies? Nur die Leiche einer Frau und ein halbverrückter junger Mann befinden sich darin...
In der Nähe von Madrid verunglückt ein außer Kontrolle geratener Wagen – wer hat hin gelenkt? In dem Wrack wird am Steuer nur eine lebensgroße Puppe entdeckt...
An der französischen Riviera wird die Leiche eines Millionärs gefunden – war es Mord? Der Tote trägt eine rätselhafte Gummimaske und scheint an Herzversagen gestorben zu sein...

Diese und andere obskure Vorkommnisse stellen die Polizei vor schier unlösbare Rätsel. Gut also, daß es die Interpol-Spezialeinheit Department S gibt: Unter der Leitung von Sir Curtis Seretse (Dennis Alaba Peters) kümmern sich hier der Amerikaner Stewart Sullivan (Joel Fabiani) und die britische Computerspezialistin Annabelle Hurst (Rosemary Nichols) um mysteriöse Fälle, bei denen konventionelle Ermittlungsmethoden nicht weiterführen. Unterstützung erhalten sie dabei regelmäßig von Jason King (Peter Wyngarde), seines Zeichens Playboy, Freizeitdetektiv und erfolgreicher Krimiautor.

Die britische TV-Serie „Department S“ wurde von 1969-70 als Produktion der ITC gedreht, in deren Studios u. a. auch Krimiserien wie „The Persuaders“ („Die 2“) sowie zahlreiche SciFi-Kultklassiker aus der Werkstatt Gerry Andersons - z. B. „Captain Scarlet“, „U.F.O.“ und „Space: 1999“ („Mondbasis Alpha 1“) - entstanden. Mit der Inszenierung der einzelnen Episoden betraute man genreerprobte Regisseure, unter denen sich auch einige bekannte Namen der Hammer Studios befanden, wie beispielsweise Roy Ward Baker, John Gilling, Leslie Norman und Cyril Frankel. Vor dem Hintergrund der bizarren Fälle, die jedoch stets eine rationelle Auflösung erfahren, entspinnt sich hier ein sehr kurzweiliges Retro-Fernsehvergnügen im Stil von „The Avengers“ („Mit Schirm, Charme und Melone“), das gleichermaßen mit dem hübschen Design (vom Vorspann übers Interieur bis hin zu Jason Kings bordeauxrotem Bentley und den schrillen Kostümen ist hier alles sehr „stylish“ angelegt) wie auch durch die gut aufeinander abgestimmten Darsteller zu gefallen weiß. Übrigens erscheint es für die damalige Zeit recht progressiv, daß der Chef der Abteilung ein Afrikaner (dazu auch noch mit britischem Adelstitel) ist.
Doch vor allem Peter „Jason King“ Wyngarde entpuppt sich – obwohl gar nicht zum eigentlichen Department S-Team gehörend – recht schnell als zentraler Charakter und wahre Kultfigur, die allein schon aufgrund ihrer zeitgenössischen Authentizität einen Austin Powers zum Pausenclown verblassen läßt: Angetan mit einer pudeligen Dauerwelle, gigantischen Koteletten, Mongolenschnäuzer und extravaganter Garderobe bietet Jason King bereits einen schillernden Vorgeschmack auf die modischen Exzesse der kommenden 70er Jahre. King ist ein, den schönen Dingen (und Frauen) stark zugeneigter, schriftstellernder Dandy, der von seiner eigenen Brillanz so überzeugt ist, daß er sich hin und wieder sogar mit seinem Romanhelden Marc Caine identifiziert, was stellenweise schon fast schizophrene Züge annimmt. Der ursprüngliche Theatermime Wyngarde porträtiert diesen exaltierten Paradiesvogel mit viel trockenem Humor und unnachahmlich selbstgefälliger Grandezza. Daß ihm diese Rolle Spaß gemacht hat, ist offensichtlich und tatsächlich katapultierte er sich dermaßen erfolgreich in die Herzen der Zuschauer, daß ITC ihm 1971 sogar eine eigene Serie, nämlich „Jason King“ widmete (selbige ist übrigens zeitgleich mit „Department S“ ebenfalls bei Koch Media erschienen).


Zur DVD-Umsetzung:

Koch Media präsentiert die 14 Episoden umfassende erste Season von „Department S“ verteilt auf vier DVDs in einer sehr schön aufgemachten Box (illustriertes Digipack im Pappschuber), inklusive eines informativen achtseitigen Booklets. Mit von der Partie sind auch zwei Folgen, die seinerzeit im deutschen Fernsehen „aufgrund ihrer Brisanz“ nicht ausgestrahlt wurden und hier nur in der Originalfassung (mit Untertiteln) vorliegen: So hat in „A Cellar Full Of Silence“ ein Gangster eine fetischistische Vorliebe für Nazi-Memorabilien und in „The Shift That Never Was“ erlebt man, wie einfach es ist, in ein Atomkraftwerk einzudringen. Für die damaligen Befindlichkeiten deutscher Sendeanstalten war dies wohl zuviel des Guten. Übrigens ist bei den in der Originalfassung gehaltenen Episoden der Abspann deutlich länger, als bei den deutschen Synchronfassungen; es ist bedauerlich, daß man nicht alle Folgen in dieser Hinsicht rekonstruiert hat.

Das Bild (4:3) weist zwar partielle Grobkörnigkeiten und Unschärfen auf, verfügt aber über schön kontrastreiche Farben und ist alles in allem – bedenkt man das Alter der Serie – recht zufriedenstellend. Auch am Ton (DD 2.0 Mono, Deutsch und Englisch) ist die Zeit nicht spurlos vorübergegangen, doch abgesehen von gelegentlich auftretenden leichten Übersteuerungen, ist auch hier die Qualität befriedigend. In puncto Wortwitz (und diesen gibt es reichlich) hat man hier natürlich die Wahl zwischen der etwas subtileren englischen Originalversion und der brachialen deutschen Synchronfassung von Rainer Brandt, die natürlich wieder mit den unmöglichsten Kalauern aufwartet. Je nach Lust und Laune hat beides etwas für sich; man sollte sich aber auch unbedingt das Vergnügen gönnen, Peter Wyngarde im Original zu erleben.

Leider gibt es (bis auf das erwähnte Booklet) keinerlei Bonusmaterial, was bei der Bewertung der Ausstattung natürlich zu Punkteabzügen führt. Es ist natürlich nicht ganz leicht, für eine 35 Jahre alte Fernsehserie Bonusmaterial zusammenzustellen, doch keinesfalls unmöglich. Wenigstens die obligatorischen Galerien und Biographien sollten sich doch realisieren lassen (zum Vergleich: Eine 2003 in Australien erschienene Veröffentlichung der Serie enthielt neben zahlreichen anderen Features sogar einen Audiokommentar von Peter Wyngarde).

Alles in allem ist es jedoch sehr erfreulich, daß dieser Serienklassiker endlich auch hierzulande aus der Versenkung geholt wurde und die wohlverdiente DVD-Veröffentlichung erlebt. Auch die genannten kleinen Schwächen können das Gesamtvergnügen da nicht trüben.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Unterhaltsam)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

Ton:

(Mittel)

Bild:

(Mittel)

Menüs:

(Gut)

Ausstattung:

(Mittel)

 

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Koch Media

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Großbritannien

Zeit:

1969-1970

Serie:

Department S

Autor:

Baker, Roy Ward

Verlag:

Koch Media

Erschienen:

Aug. 2005

Kritiker:

Thomas Wagner

Typ:

DVD

 

Roy Ward Baker

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