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The Zero Theorem

Gilliam, Terry

Rezension von Cronn

Terry Gilliam gilt zurecht als innovativer Kopf der berühmten Komikertruppe „Monty Python“. Nach dem offiziellen Ende der Zusammenarbeit am Ende der 70er Jahre mit den Monty-Pythons drehte er eigene Filme.
Dazu gehört das brilliante und bis heute nicht mehr von ihm qualitativ erreichte „Brazil“. Diese Dystopie, die gleichzeitig eine bissige Satire im SF-Gewand darstellt, hat die Messlatte für Gilliam hoch gesetzt. Daran gemessen haben nur wenige Filme von ihm diesen Qualitätsmaßstab erreicht.
Nun erscheint im April ein Film bei uns auf BD und DVD, der im Jahr 2013 bereits gedreht wurde. Die Rede ist von „The Zero Theorem“, einer Sinn-Suche nach gilliamschem Muster und Machart. Der Streifen erscheint bei Concorde.

Inhalt:
„Das Computergenie Qohen Leth sucht in einer dystopischen Zukunft nach dem „Zero Theorem“, einer mathematischen Formel, welche die Frage nach dem Sinn des Lebens beantworten soll. Zu seiner großen Verärgerung wird er dabei immer wieder massiv gestört. Doch trotz aller Steine, die man ihm in den Weg legt, lässt er sich nicht von seinem Ziel abbringen und geht – unbeirrt von realen und virtuellen Versuchungen – seinen Weg bis zum überraschenden Ende.“
Die offizielle Veröffentlichungsmitteilung bleibt noch ein wenig im Diffusen und muss daher um Informationen ergänzt werden.
Qohen Leth ist ein Mensch, der gerne allein lebt. Auch seinen Beruf möchte er gerne zuhause in einer alten Kirche ausüben, doch man zwingt ihn dazu, die Firma weiterhin zu besuchen. Auf einer Party seines Vorgesetzten erhält er die Chance den Firmenchef zu treffen. In der Folge darf Qohen Leth zuhause an einem Geheimprojekt arbeiten: der Suche nach der Sinn-Formel, die das Universum in Gänze beschreiben soll. Diese Weltformel wird als Bruchstücke eines Computergames dargestellt, die es zusammenzusetzen gilt. Ein von der Firma auf ihn angesetztes Callgirl bringt ihn ebenso durcheinander wie der aufsässige Firmenchef-Sohn. Doch dieser bringt ihn auch auf andere Gedanken und hinaus in die Welt.

Kritik:
„The Zero Theorem“ läuft sehr langsam an und zeichnet zunächst einmal die Welt der Zukunft. Dies wird sehr geschickt und satirisch angegangen, bleibt jedoch sehr im Nebulösen stecken. Was genau der Beruf von Qohen Leth ist, wird nicht explizit genannt. Er ist „Entitäten-Hacker“, aber wer oder was dieses Entitäten sind, ist nicht klar.
Die Sinn-Suche von Qohen Leth dagegen ist schnell erklärt. Er sucht nach dem Sinn seiner Existenz. Und damit wäre auch der Plot des Films bereits nach einer halben Stunde vorbei. Aber Terry Gilliam fällt nichts mehr ein, womit er den Rest des Filmes rechtfertigen könnte. Und so ergeht er sich in Wiederholungen und Platitüden. Damit enttäuscht er den Zuschauer, der aufgrund des Casts und des Regisseurs auf eine Parabel a la „Brazil“ gehofft hatte.
Doch „The Zero Theorem“ krankt an allen Ecken und Enden. Die Ausstattung ist auf den ersten Blick interessant, aber auf dem zweiten Blick merkt man, dass hier lediglich nur recht knapp heutige Entwicklungen in die Zukunft übertragen wurden. So sind die Partygäste mit ihren Tablets und Handys mehr beschäftigt als mit sich selbst, eine Tendenz, für die man keine große Weitsicht braucht. Auch die philosophischen Versatzstücke hinter „The Zero Theorem“ sind eher beschränkt, als weitsichtig. Die Idee, dass verschiedene Stämme auf der Welt eine Seelen-Vorstellungen haben, ohne dass sie miteinander Kontakt hatten, ist in die Nähe der Erich-von-Däniken-Theorien gerückt, der auch von der Pyramiden-Idee von Mayas und Ägypter in ähnlicher Weise sprach.
Die Schauspieler agieren in einer Mischung aus Overacting und bemühter Coolness. Christoph Waltz enttäuscht mit seiner übertriebenen Art der Darstellung, während Matt Damon als Firmenchef ständig unterfordert wirkt und nur cool lässige Szenen darstellen darf. Einzig die beiden Damen Tilda Swinton als Psychoanalytikerin und Mélanie Thierry als Callgirl stellen Lichtpunkte dar.

Bonusmaterial:
Als Zusatzmaterial sind mit dabei ein Making-Of, drei Featurettes (Visuelle Effekte, Kostüme, Sets) und Interviews. Das ist ordentlich für eine DVD. Man wünscht sich allerdings noch einen Audiokommentar des Regisseurs.

Fazit:
Sicherlich ist „The Zero Theorem“ kein Meilenstein, wie man es von einem Terry-Gilliam-Film erhofft hat. Nach Erfolgen wie „Brazil“ oder „12 Monkeys“ erwartet man von einem ähnlich thematisch gelagerten Film wie „The Zero Theorem“ aber nichts Geringeres als das. Doch Terry Gilliam kann mit diesem Streifen weder an die stilistische noch an die satirische Qualität eines „Brazil“ oder „12 Monkeys“ heranreichen. Schade, aber die Filmfans von Gilliam werden weiter auf einen Geniestreich warten müssen.

Cronn

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Wertung

 

Gesamt:

(Geht so)

Anspruch:

(Unterhaltsam)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Jugendfrei)

Ton:

(Gut)

Bild:

(Gut)

Menüs:

(Mittel)

Ausstattung:

(Gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Gilliam, Terry

Verlag:

Concorde

Erschienen:

Apr. 2015

Kritiker:

Cronn

Typ:

DVD

 

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