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The Canal

Kavanagh, Ivan

Rezension von Cronn

Eine Blu-Ray Rezension


Es gibt Horrorfilme, die über das Mittelmaß hinausreichen. Sie sind spannend, unterhalten mit einem gelungenen Drehbuch und können die Erwartungen erfüllen.
Das sind dann diejenigen Horrorfilme, die man meist aus Fernost kennt und ab und an auch wieder aus Hollywood, besonders wenn eine Schar Jungfilmer am Werk war, die als rebellisch gegenüber dem Studio-Establishment auftreten.
Doch immer wieder geschieht es, dass ein Film auftaucht, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hat. Ein Film, der weit über das hinausgeht, was man allgemein als gelungenen Horrorfilm bezeichnet. Ein Streifen, der kühn in der Idee und handwerklich geschickt die Grenzen dessen sprengt, was das Genre ausmacht und diese neu definiert.
„The Canal“ ist so ein Film.
Hierzulande wird er von der Universum Film GmbH veröffentlicht und zeigt, dass ein Horrorfilm mehr sein kann als lediglich den Genre-Regeln verhaftet.
Doch zunächst soll knapp erläutert werden, was in dem Film „The Canal“ geschieht.

Inhalt:
„David führt mit seiner Frau Alice und ihrem gemeinsamen Sohn ein scheinbar perfektes Leben. Alles läuft gut, bis David zu ahnen beginnt, dass Alice ihn betrügt. Seine Angst vermischt sich mit einem bizarren Zufall bei der Arbeit: Beim Katalogisieren einer Filmrolle aus dem Jahr 1902 erfährt er, dass sein Haus Schauplatz einer brutalen Mordserie eines Mannes namens William Jackson war, der seine untreue Frau erschlug und seine beiden Kinder in dem nahegelegenen Kanal ertränkte. Als seine Frau Alice spurlos verschwindet, deuten alle Hinweise auf ihn. Hat wirklich David etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun?“
Um nicht zuviel zu verraten, sei es hiermit belassen. Die offizielle Inhaltsangabe liefert ausreichend Hinweise auf den Inhalt von „The Canal“, ohne zu spoilern.

Kritik:
Sagen wir es gleich vorweg: „The Canal“ ist ein Meisterwerk.
Es steht auf einer Stufe mit Phantastik-Filmen wie „The Ring“ (amerikanische Version) und „Rosemarys Baby“. Der Regisseur Ivan Kavanagh hat auch das Drehbuch verfasst und zeigt, dass der Horrorfilm mehr sein kann als nur eine Geisterbahnfahrt. Das Genre bietet die Plattform für eine Auseinandersetzung mit existenziellen Themen und „The Canal“ ist ein Paradebeispiel dafür.
Im Film wird immer wieder auf geschickte Weise die Ambivalenz aufrechterhalten. Der Zuschauer kann sich nie sicher sein, ob das, was auf dem Schirm zu sehen ist, die Wirklichkeit wiederspiegelt oder sich nur in der Phantasie des Protagonisten abspielt.
Der Regisseur streut immer wieder kleine cineastische Krümel, die es zu entdecken gilt und die entweder für die eine oder die andere Lesart sprechen. Doch niemals ist man sicher, dass dies nicht gleich wieder in der nächsten Szene in Frage gestellt wird.
Außer am Schluss: Hier verdichten sich die Hinweise auf eine bestimmte Lesart. Doch auch hier bleibt noch Raum für die Interpretation. Und gerade das Ende hält die Ambivalenz aufrecht.
Die Schauspieler geben ihr Bestes, damit „The Canal“ funktioniert. An erster Stelle muss hier Rupert Evans genannt werden. In nahezu jeder Einstellung des Films zu sehen, trägt er die größte Verantwortung. Seine Darstellung des liebenden und doch psychotischen Vaters und Ehemanns ist sehr gelungen. Niemals hat man das Gefühl, dass er dem Overacting verfällt. Stets wirkt er authentisch. Auch die niederländische Schauspielerin Hannah Hoekstra als seine Film-Frau agiert glaubwürdig. Ein besonderes Lob geht an den Darsteller des fünfjährigen Sohnes, der geradezu beängstigend gut seine Rolle ausfüllt. Steve Oram als ermittelnder Kriminalbeamter spielt überzeugend den abgeklärten Inspektor.
Schnitt und Kamera, sowie Ausleuchtung und Setdesign gehen in „The Canal“ Hand in Hand. Alles zusammen erzeugt eine Atmosphäre des Grauens und der Unausweichlichkeit, die sich in einem wahrhaft fulminanten und grauenvollen Ende zuspitzt.

Bonusmaterial:
Als Zusatzmaterial gibt es Interviews mit Rupert Evans, Hannah Hoekstra und Steve Oram. Schade, dass es kein Making-Of sowie ein Interview mit dem Regisseur gibt.

Fazit:
„The Canal“ als Horrorfilm zu titulieren, tut dem Film fast ein wenig Unrecht. Denn er ist mehr als das. „The Canal“ ist gleichzeitig Horrorfilm, der seine Genre-Regeln kennt, der aber mutig genug ist, auszuloten, was noch darüber hinaus möglich ist. Er ist zudem innerhalb des Phantastischen Films ein Streifen, der sich mit existenziellen Problemen von moderner Partner- und Vaterschaft beschäftigt. Ein Film, der aufwühlt und bis zum Ende spannend bleibt.
Damit ist „The Canal“ vollauf überzeugend, ein Meisterwerk. Unbedingte Kaufempfehlung!

Cronn

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Bluttriefend)

Ton:

(Extrem gut)

Bild:

(Extrem gut)

Menüs:

(Gut)

Ausstattung:

(Mittel)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Kavanagh, Ivan

Verlag:

Universum Film

Erschienen:

Mar. 2015

Kritiker:

Cronn

Typ:

DVD

 

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