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Nordlicht – Mörder ohne Reue

Barfoed; Kaspar

Rezension von Arielen

Mittlerweile entwickeln sich die digitalen Ableger von ARD und ZDF zu vollblütigen Spartensendern, die sich dadurch auszeichnen, dass hier Serien in Erstausstrahlung laufen, die zwar nur ein kleines, aber dafür hochkarätiges Publikum haben, dass die Geschichten abseits vom gängigen Mainstream schätzt. Das trifft auch auf die eigenwilligen skandinavischen Krimiserien zu, die meist eine ruhigere Erzählweise und mehr Distanz zum Zuschauer haben als amerikanische Serien, dafür aber oft kompromisslos und direkt sind – etwas was nicht jeder mag.

So lief auch die sechsteilige dänische Spielfilmreihe „Nordlicht – Mörder ohne Reue“ direkt auf ZDF neo und nicht erst im ZDF selbst. Im Mittelpunkt steht erst einmal die so selbstbewusste wie zu allem entschlossene Kommissarin Katrine Ries Jensen, die sich aufgrund ihrer Jugend noch Anerkennung von ihren älteren Kollegen erkämpfen muss. Anfangs traut ihr niemand zu, es mit Serienkillern aufzunehmen, die ohne Gewissen morden und meist noch ein Opfer in der Mache haben, wenn man ihre Spur findet.
Da sie niemanden an sich heran lässt, weiß auch kaum jemand, dass sie selbst eine düstere Kindheit und Jugend hinter sich hat, die sie viel von den Abgründen der menschlichen Seele gelehrt hat. Deshalb versteht sie oft die Täter – nur dass sie es geschafft hat, nicht abzustürzen. Aber auch jetzt bewegt sie sich oft genug auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse, muss abwägen, ob der Vorstoß, den sie macht überhaupt moralisch und rechtlich erlaubt ist.
An ihrer Seite steht Thomas Schaeffer. Der nachdenkliche und hochsensible Profiler will eigentlich seinen Job an den Nagel hängen und sich dann nur noch seiner Familie widmen, aber es kommt anders.
Denn als Katrine direkt in ihrem ersten eigenen Fall in die Hände eines Psychopathen gerät, der seine eigenen Unzulänglichkeiten durch Machtspiele gegenüber wehrlosen Frauen auszugleichen versucht, ist der Profiler gefragt, sich so in den Täter hinein zu denken, dass er ihn rechtzeitig findet.
Letztendlich wachsen die beiden durch diese Bewährungsprobe zu einem ausgezeichneten Team zusammen, da jeder dem anderen zu vertrauen beginnt. Und so stellen sie sich in der kommenden Zeit so manch einem anderen Fall, der es in sich hat. Denn immer müssen sie Männer und Frauen stellen, die längst alle Menschlichkeit verloren haben – auch wenn die Gründe, die sie dazu trieben, sehr unterschiedlich sind.
Auch in den folgenden fällen beweist die junge Kommissarin, da sie zwar oftmals sehr eigen handelt und sich damit immer wieder Tadel einfängt, aber dennoch sehr erfolgreich ist, die wahren Täter aufzuspüren, so undurchschaubar der Fall am Anfang auch aussehen mag. Gerade weil sie sich wie keine zweite auf ihren Partner verlassen und sich in die Mörder hineinversetzen kann.

Sechs Fälle von jeweils ca. 90 min Laufzeit bietet die Box, die in einem größeren Jewelcase daher kommt. Da vermutlich kaum jemand die originale Sprache vermissen wird, gibt es nur die deutsche Tonspur auf den DVDs. Extras fehlen ebenfalls.
Wie gewohnt kommt auch „Nordlicht – Mörder ohne Reue“ zunächst sehr unterkühlt daher, was sich aber schnell ändert, wenn man die Helden genauer kennen lernt. Beide besitzen Ecken und Kanten, die von den Schauspielern auch sehr lebendig und nicht übertrieben an den Zuschauer gebracht werden. Die Erzählweise ist betont ruhig, auch wenn die Handlungen der Serienmörder gelegentlich für ein wenig Action und Gewalt sorgen – anders als in anderen Serien bekommt man den Täter auch bei der Verübung seines Verbrechens zu sehen und nicht nur die Ergebnisse. Oft genug gilt es auch noch ein Opfer zu retten. Allerdings bedeutet das nicht, dass es mit dem Leben davon kommt.
In der Hinsicht bleibt die Serie nüchtern und realistisch. Opfer sterben gelegentlich auch im Krankenhaus, eine einfache Infektion, die niemand in den Griff bekommt, führt zum Organversagen und Tot. Andere wieder sterben, bevor sie gerettet werden können und sind nur ein weiterer Teil der Spur.
Psychoduelle spielen weit mehr eine Rolle als der Gebrauch der Schusswaffe. Da man die Motive der Täter sehr gut kennen lernt, macht es auch Spaß, dem Showdown mit den Ermittlern zu folgen.
Alles in allem bietet die Serie gute Unterhaltung. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass es lange nicht so rührselig und melodramatisch wie in amerikanischen Serien sind, Täter und Ermittler eher aus dem normalen Leben gegriffen sind und keine schrecklichen Monster, denen man längst jede Menschlichkeit absprechen kann, aber auch keine moralischen Vorbilder.
Zwar wird auch ein Block auf das Privatleben der Hauptfiguren geworfen, aber weder persönliche Ängste noch Eheprobleme überdecken den Fall. Sie sind nur die zusätzliche Würze, die die Helden etwas sympathischer und dreidimensionaler machen.

Alles in allem dürfte „Nordlicht - Mörder ohne Reue“ vor allem den Fans skandinavischer Krimis gefallen. Aber auch Liebhaber von Romanen um Serienkiller sollten einmal einen Blick in die Serie werfen, da sie das Thema etwas abwechslungsreicher und differenzierter behandelt, als man es von amerikanischen Werken gewohnt ist, die meist nur von einem Extrem ins andere pendeln.


Darsteller: Laura Bach, Jakob Cedergren, Lars Mikkelsen
Regisseur(e): Kasper Barfoed, Birger Larsen
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 6
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 18. November 2011
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 540 Minuten

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Dänemark

Autor:

Barfoed; Kaspar

Verlag:

Edel Records GmbH

Erschienen:

Nov. 2011

Kritiker:

Arielen

Typ:

DVD

 

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