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Der Schatz

Albes, Andreas

Rezension von Maggy

Ein aktueller Thriller, der die Nachkriegssituation im Irak beschreibt. Wer könnte dies besser schildern als ein Journalist, der mit Einsätzen in Krisengebieten vertraut ist!
Andreas Albes, der zurzeit als Russland-Korrsepondent in Moskau lebt, kennt den Irak aus seinem eigenen Berufsleben, was dem Roman eine gewisse Authenzität verleibt und eine Wirklichkeitsnähe der Geschichte vermuten lässt.

Der Berliner Journalist Michael Bellow wird nach dem Krieg in den Irak beordert. Er hatte in seiner bisher bescheidenen Karriere als Lokalreporter noch keinen Auslandsaufenthalt zu verbuchen und ist verständlicherweise verunsichert, nimmt aber diese einmalige Chance war. In Bagdad herrscht Chaos und Anarchie, Anschläge sind an der Tagesordnung. Sehr anschaulich beschreibt der Autor die Situation der Journalisten vor Ort, die alle in einem Hotel hausen. Der Swimmingpool (immerhin welch ein Luxus in einem Krisengebiet) wird schon lange nicht mehr gereinigt und von den Balkonen fliegen Pizzateile ins Wasser, was ein unerträglichen Gestank verursacht. Dieses kleine Detail wird sehr eindringlich beschrieben und steht für die absurde Situation in Bagdad.

Bellow findet sich in seiner neuen Rolle gut zurecht und hat mit Philippe einem französischen Journalisten und geborenen Loser einen Freund gefunden. Die beiden besuchen ein türkischen Bad und Bellow belauscht ein deutschsprachiges Gespräch, in dem es um Plünderungen der Museen geht und wie die Kunstschätze nach Europa geschmuggelt werden sollen. Im Roman wird nun die unglaubliche These aufgestellt, dass zwar bekannt gegeben wurde, die Schätze seien zum größten Teil wieder aufgetaucht, doch sei dies nur ein bewusst gestreutes Gerücht. Tatsächlich sei keines der bedeutenden Schätze wiedergefunden. Bellow wittert eine große Story und gemeinsam mit seinem Freund Philippe und der Fotografin Olga begibt er sich in den Norden des Iraks, denn die Spur führt in das kleine Dorf Sabunja. Die amerikanischen Soldaten haben das Gebiet großräumig abgesperrt, nur Hilfsorganisationen dürfen passieren. Die Journalisten haben sich vorher solche Passagierscheine besorgt und ohne ihrem tapferen irakischen Fahrer wären sie hier fernab von schützenden Soldaten und Übersetzer hilflos. Doch es stellt sich heraus, dass sie nicht alleine hinter dieser Story her sind, sondern auch Reporter von CNN tummeln sich in diesem Gebiet. Diese wiederum sind wesentlich besser ausgerüstet und nach anfänglichen Konkurrenzdenken, raufen sich die beiden Teams zusammen, um Licht in die Sache zu bringen.

Der Roman greift ein sehr aktuelles, geheimnisvolles Thema auf. Diese Geschichte von einem Journalisten erzählen zu lassen, ist nahezu die einzige Möglichkeit, denn wer außer Journalisten hat überhaupt die Möglichkeit, in einem Krisengebiet hinter die Kulissen von Militär, Machthabern und Hilfsorganisationen zu blicken? Der Schreibstil erinnert an eine Reportage und macht das Buch dadurch glaubwürdig und interessant. Sehr realitätsnah wird das Leben von Kriegsberichterstattern erzählt, wie sie sich im Hotel langweilen und auf Nachrichten warten, die sie noch mal für die Redaktion zuhause aufwärmen können. Der Roman lebt von diesen interessanten Einblick in das Journalistenleben, die Geschichte selbst wird relativ lapidar erzählt, es gibt keine nennenswerten Spannungshöhepunkte. Erst als die Journalisten in dem Dorf Sabunja eintreffen und von vermummten Männern mit Kalaschnikows umringt werden, kommt etwas Spannung auf. Trotzdem ist das Buch zu empfehlen, da es über einen außergewöhnlichen Handlungsort und eine interessante Erzählweise verfügt.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Irak

Zeit:

2004

Autor:

Albes, Andreas

Verlag:

dtv, München

Erschienen:

Aug. 2005

Kritiker:

Maggy

ISBN:

3-423-24471-2

ISBN(13):

978-3-4232-447-8

EAN:

9783423244718

Typ:

Taschenbuch

 

Andreas Albes

 

Andreas Albes, geboren am 30. Juni 1967 in Göttingen, war früher Polizeireporter bei der ›Abendzeitung‹, der ›tz‹ und ›Bild‹ in München, dann Lokalchef bei der ›Neuen Presse‹ in Hannover. 1998 wechselte er als In- und Auslandsreporter zum ›Stern‹ (u. a. Reportagen im Irak, Afghanistan, Kosovo, Namibia, Brasilien). 2003 erschien sein erster Roman, ›Die Insel‹ [mehr]

 

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