Lost After Dark

Kessner, Ian

Rezension von Cronn

Eine Blu-Ray-Rezension


Es gab eine Zeit, in der die Horrorfilme sich vom Übernatürlichen abwandten. Der Mensch als Krone der Schöpfung wurde hier zu einer Ausgeburt des Bösen.
Die ersten Vorläufer traten in den siebziger Jahren auf. „Halloween“ und „Texas Chainsaw Massacre“ zeigten die Bestie Mensch als Verirrung der Psyche und der Vererbung. Damit waren die Grundsteine für spätere Werke a la „Freitag der 13te“ gelegt.
Das Genre der „Slasher“-Filme wurde in den 80er Jahren zu einem der größten Publikumserfolgs-Genres im Horrorbereich schlechthin. Die Anzahl der Filme, die sich an dem Muster bedienten, war legendär.
„Lost After Dark“ sieht sich als ein 80er-Jahre-Slasher, der mit einem Augenzwinkern auf das Genre zurückblickt. Der Film wurde von „AL!VE“ hierzulande herausgegeben.
Zum Test lag die Blu-Ray vor.

Inhalt:
„LOST AFTER DARK folgt einer Gruppe Teenager, die sich von einer Schulfeier davonschleichen, um in der Waldhütte eines Freundes richtig zu feiern. Auf dem Weg haben sie allerdings eine Autopanne und stranden so bei einem verlassenen Bauernhof. Nach dem brutalen Mord an einem der Freunde, wird die Suche nach Hilfe zum Kampf ums nackte Überleben. Auf der Flucht vor einem Kannibalen, beginnt eine Nacht voll mit Blut und Schmerz!“
Mehr über den Inhalt als dieser Klappentext zu erfahren, braucht es nicht. Damit ist „Lost After Dark“ ausreichend beschrieben und man kann sofort zur Kritik übergehen.

Kritik:
Der Regisseur Ian Kessner hat „Lost After Dark“ als eine Hommage an die 80er-Jahre-Klassiker des Slasher-Genres angelegt.
Das funktioniert anfangs auch recht gut. Die Charaktere sind stimmig, die Ausgangslage des Prom-Night-Abschlussballs mit Bruch der Konventionen hat absoluten Hommage-Charakter. Auch die ersten Minuten im Haus sind durchwegs gelungene Anspielungen an die Klassiker.
Doch sobald der Killer unterwegs ist, kippt die Lage. Aus einer Hommage wird ein satirisches Kammerspiel. Der Killer ist keineswegs gruselig und seine Attacken sind – bis auf eine Ausnahme – vorhersehbar. Die Tötungsarten sind allerdings gelungen und könnten direkt aus einem 80er-Jahre-Film stammen.
Dennoch verliert der Film am Ende hin an Spannung. Da hilft auch der Auftritt der „Terminator 2“-Legende Robert Patrick nichts. Der Showdown verläuft unspektakulär.

Extras:
Auf der Scheibe ist lediglich ein Trailer zu finden. Da wäre es schön gewesen, mehr über die Gedanken des Regisseurs zu erfahren oder gar ein Interview mit den Schauspielern zu lesen.

Fazit:
„Lost After Dark“ ist ein recht ordentlicher Film geworden. Die Hommage an die 80er-Jahre-Slasher trägt den Film weit. Doch das träge Drehbuch wird ab der Filmmitte deutlich. Die kreativen und schwarzhumorigen Tötungsarten können da den Film nicht mehr retten. Auch das Ende ist zu formelhaft.
Es bleibt ein Film für 80er-Jahre-Horrorfans, der interessante Ansätze zeigt, aus denen man aber viel mehr hätte machen müssen.

Cronn

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Infos

Sprache:

Deutsch

Autor:

Kessner, Ian

Verlag:

AL!VE

Erschienen:

Jan. 1960

Kritiker:

Cronn

Typ:

DVD